Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Gegenwind für den russischen Weltraumbahnhof Baikonur

© SNAStart des Frachters "Progress MS-18" vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan
Start des Frachters Progress MS-18 vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan - SNA, 1920, 20.12.2021
Abonnieren
Baikonur in Kasachstan hat Geschichte geschrieben. Von dort startete der erste Mensch ins All. Russland hat den Weltraumbahnhof gepachtet – und baut weiter an einem eigenen. Droht Baikonur nun das Aus?
Wenn Mitte März drei Kosmonauten zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen, schauen in Kasachstan nicht alle begeistert zum Himmel. Rund um den Weltraumbahnhof Baikonur werden die Stimmen lauter, die die russischen Sojus-Raketen allzu gern verbannen würden. Doch daraus wird so schnell nichts. Bis mindestens 2050 darf Russland die Startrampen in der Steppe nutzen. Die stolze Raumfahrtnation ist auf sie angewiesen, weil sich die Bauarbeiten am eigenen Weltraumbahnhof im Osten Russlands in die Länge ziehen.

Gagarin startete von Baikonur

Mit Baikonur hat die Sowjetunion Geschichte geschrieben. 1959 schossen die Sowjets von dort den ersten Satelliten Sputnik-1 in den Orbit. Zwei Jahre später hob Juri Gagarin als erster Mensch ins All ab. Baikonur entstand 1955, nachdem die Staatsführung in Moskau den Bau des Forschungs- und Testgeländes Nummer 5 an der Bahnstation Tjuratam beschlossen hatte. Das Projekt war zunächst streng geheim.
Die gut 2100 Kilometer von Moskau entfernte Anlage in Zentralasien bietet ideale Bedingungen: In der Steppe gibt es keine größeren Wohngebiete. Niederschlag ist rar, weshalb bemannte Starts auffallend oft von schönstem Wetter begleitet werden. Und wegen der Äquatornähe können Raketen auf ihrem Tausende Kilometer langen Flug über russisches Gebiet den Schwung der Erdumdrehung nutzen.

100 Millionen Euro Pacht im Jahr

Das Problem für Moskau aber ist: Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Unabhängigkeitserklärung Kasachstans vor 30 Jahren liegt Baikonur im Ausland. Russland überweist jedes Jahr dem zentralasiatischen Nachbarn mehr als umgerechnet 100 Millionen Euro an Pacht. Erst vor wenigen Monaten hat das Parlament der Ex-Sowjetrepublik den 1994 geschlossenen Vertrag mit Russland verlängert - bis 2050.
In Kasachstan sind die Überweisungen gern gesehen. Der für Raumfahrt zuständige Minister Bagdat Mussin nannte kasachischen Medien zufolge unlängst die Summe von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro, die Russland in den vergangenen 27 Jahren an Pacht gezahlt habe.

Doppelt so groß wie das Saarland

Politiker des Landes haben ein Interesse, dass der Weltraumbahnhof möglichst lange genutzt wird. „Baikonur nimmt einen besonderen Platz in der Erforschung des Weltraums ein“, meint der Chef des Oberhauses des kasachischen Parlaments, Maulen Aschimbajew. Der Bahnhof sollte möglichst effektiv genutzt werden. Die Anlage ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland. Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos arbeiten dort mehr als 10 000 Menschen.
„115 Millionen US-Dollar für all das – eine lächerliche“, sagt der kasachische Politologe Rassul Schumaly. Kritische Stimmen wie diese sind in kasachischen Medien im Zuge der Diskussion um eine Verlängerung des Pachtvertrages nicht selten gewesen.

Russischer Weltraumbahnhof noch nicht fertig

Breiten Protest gegen das Tor zum Weltall gibt es aber nicht. Experten sprechen sich für den Erhalt von Baikonur aus, allerdings in der Hand eines Konsortiums unter Beteiligung internationaler Unternehmen. Doch darauf dürfte sich Russland vorerst nicht einlassen. Die Raumfahrtnation baut zwar an einem eigenen Komplex auf russischem Gebiet, um unabhängig zu sein. Doch Wostotschny im Osten des Landes an der Grenze zu China ist nur eingeschränkt in Betrieb.
Die Anlage rund 6000 Kilometer östlich von Moskau wurde 2016 eröffnet und sollte schon längst komplett funktionieren. Doch immer wieder gibt es Verzögerungen. Derzeit wird dort an Startrampen für Raketen neueren Typs wie der Angara gebaut.
Der Russlands Raumfahrtchef Dmitri Rogosin erwartet, dass Ende 2022 die Arbeiten an Wostotschny abgeschlossen werden. Danach sollen die neuen Anlagen getestet werden. Neben Baikonur und Wostotschny kann Russland noch auf den hauptsächlich militärisch genutzten Weltraumbahnhof Plessezk im Norden des Landes zurückgreifen.
Prototyp des neuen russischen einstrahligen Jagdflugzeugs Su-75 Checkmate. Schukowski, 20. Juli 2021 - SNA, 1920, 20.12.2021
Top-Ten der Militärluftfahrt – Russlands Kampfjet Checkmate überzeugt Fachwelt
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала