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Kostbare Uhren und Tabakdosen – Ausstellung europäischer Meister in Moskau

© Foto / Historisches MuseumTabakdose bei Ausstellung europäischer Meister in Moskau
Tabakdose bei Ausstellung europäischer Meister in Moskau - SNA, 1920, 18.12.2021
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Das Staatliche Historische Museum präsentiert die Werke berühmter europäischer Uhrmacher aus dem 16. bis 18. Jahrhundert aus eigener Sammlung. Die Kollektion umfasst Edeluhren schweizerischer, deutscher, österreichischer, italienischer und französischer Meister von weltbekannten Marken.
Diese Kunstwerke waren seinerzeit ein notwendiger Bestandteil der Toilette und betonten den Stil, den Geschmackssinn und den sozialen Status ihres Besitzers. An ihrem Erschaffen arbeiteten Meister verschiedener Gewerbe: Uhrmacher, Ziselierer, Graveure, Emailleure, die die neuesten Errungenschaften ihrer Zeit anwendeten. Die Sammlung des Museums basiert auf der persönlichen Kollektion von Pjotr ​​Schukin, einem der größten Moskauer Sammler des späten 19./frühen 20. Jahrhunderts.
© Foto / Historisches MuseumTabakdose bei der Ausstellung europäischer Meister in Moskau
Tabakdose bei der Ausstellung europäischer Meister in Moskau - SNA, 1920, 18.12.2021
Tabakdose bei der Ausstellung europäischer Meister in Moskau
„Pjotr ​​Schukin sammelte Objekte der angewandten Kunst verschiedener Richtungen, aber meistens waren es Uhren. Für uns sind es Spendenobjekte, denn das Museum kümmerte sich nicht um Ankäufe. Wir haben den Uhrwerken keinen Vorzug gegeben – das ist die Priorität des Polytechnischen Museums. Uns interessiert eher die äußere Seite der Objekte – wie sie dekoriert sind, welche Materialien verwendet werden“, sagt Nadeschda Trojepolskaja, Mitarbeiterin der Edelmetallabteilung gegenüber SNA.
„Die Uhren kamen sowohl als Geschenk als auch mit ihren reisenden Besitzern nach Russland. Sie stellen einen unbedingten künstlerischen und antiken Wert dar, sowohl in der Mechanik als auch in der äußeren Gestaltung. Bei der Herstellung von Uhrgehäusen (es gab meist mehrere davon) wurden Gold, Silber, Haifischhaut, Schildpatt, mehrfarbige Emaille und Edelsteine ​​verwendet“, erläutert die Ausstellungs-Kuratorin weiter.
Die Ausstellung präsentiert umfassend die Werke von Meistern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien. Das sind Uhren der weltberühmten französischen Marke Breguet, deren Rolle in der Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Uhrmacherei nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Unter den Exponaten gibt es eine prachtvolle Augsburger Wanduhr der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die Konrad Krause Kreuz-Uhr aus dem 16.- 17. Jahrhundert, die Satteluhr von Matthäus Seid (Ende des 18. Jahrhunderts).
„Neben Satteluhren, die am Sattel aufgehängt waren, gab es Postkutschenuhren, die in Postkutschen eingesetzt wurden, und Taschenuhren sowie Kreuz-Uhren für Priester. Forsters früheste österreichische Uhr ist die Postkutsche des späten 17. Jahrhunderts. Die Schweiz ist am besten vertreten, denn seit dem 18. Jahrhundert bis heute gilt die Schweiz als ‘Mekka der Uhrmacherkunst‘. Es gibt viele Meister, aber der bekannteste Name in Russland ist Pavel Bure. In der Sammlung sind die Uhren dieser Firma am stärksten vertreten, da sie für Auszeichnungen in verschiedenen Bereichen, hauptsächlich im Militär, bestellt wurden. Es war eine staatliche Anordnung“, so Trojepolskaja.
Die Geschichte der Schweizer Firma „Pavel Bure“ ist eng mit Russland verbunden: Nach einer der Versionen des Gründers der Uhrenfirma hieß er Paul-Leopold und stammte aus dem Schweizer Kanton Neuenburg. Nach einer anderen Version führt das Unternehmen seine Geschichte auf das Familienunternehmen zurück, dass 1815 von Karl Bure gegründet wurde, der von Revel nach St. Petersburg gezogen war. 1874 erwarb Pawel Pawlowitsch eine große Uhrenfabrik in der Schweiz und verkaufte seine Firma 1888 an zwei Schweizer Staatsbürger. Die neuen Eigentümer gründeten das Handelshaus „Pavel Bure“. Um hohe Zölle zu vermeiden, wurden Bure-Uhren in Form von einzelnen Teilen nach Russland importiert und dann in speziellen Werkstätten zusammengebaut. 1892 wurde ein Geschäft in Moskau und später in Kiew eröffnet.
© Foto / Historisches MuseumEine Uhr bei der Ausstellung europäischer Meister in Moskau
Eine Uhr bei der Ausstellung europäischer Meister in Moskau - SNA, 1920, 18.12.2021
Eine Uhr bei der Ausstellung europäischer Meister in Moskau
Bonbonnieren, Schatullen, Toiletten- und Schnupftabakdosen werden in einer der Räumlichkeiten des Museums präsentiert. In Europa tauchte Tabak Ende des 15. Jahrhunderts auf und wurde als Medizin verwendet. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Tabakkonsum fester Bestandteil der höfischen Etikette, und die Schnupftabakdosen wurden zu einem der begehrtesten Gegenstände der höfischen Zeit – sie wurden leidenschaftlich gesammelt, als Geschenk oder als Zuschuss gesucht.
Kostbare Antiquitäten lassen die Sammler auch heute nicht gleichgültig. „Die Leidenschaft, Uhren zu sammeln, ist immer noch lebendig, und es gibt einfach luxuriöse Sammlungen, die jedoch nicht weit bekannt sind. Angesichts der Preise ist das sicherlich kein Massen-Phänomen. Was die Kosten angeht, so ist das eine Konjunkturfrage. Am teuersten sind natürlich die antiken Uhren und Uhren mit komplexen Mechanismen. Der Preis wird von der Entstehungsgeschichte der Antiquitäten und den Materialien beeinflusst, die bei der Herstellung dieses oder jenes Meisterwerks verwendet wurden“, sagt die Museumsmitarbeiterin.
Die Ausstellung fällt zeitlich mit dem 150-jährigen Bestehen des Historischen Museums zusammen, das 2022 gefeiert wird. Angesichts des Jubiläums plant das Museum weitere große Projekte, darunter die Ausstellung zusammen mit dem Pergamonmuseum (Berlin) „Krieg und Frieden im antiken Griechenland.“
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