Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Hamburg: Zahlen über ungeimpfte Corona-Patienten in Kliniken „offenbar gänzlich falsch“

© SNA / Denis Abramov / Zur BilddatenbankBehandlung von Covid-19-Patienten
Behandlung von Covid-19-Patienten  - SNA, 1920, 17.12.2021
Abonnieren
Monatelang hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) behauptet, in der Hansestadt seien 90 Prozent der Corona-Infizierten ungeimpft. „Nun musste die Behörde Zahlen vorlegen, die ein ganz anderes Bild zeichnen“, berichtete die Tageszeitung „Die Welt“ am Freitag. Dabei bezog sie sich auf eine FDP-Anfrage an den Hamburger Senat.
„Die Ungeimpften als Verantwortliche für die hohen Infektionszahlen – dieses Bild hat Tschentscher über Monate immer wieder gezeichnet und damit scharfe Grundrechtseinschränkungen für diese Bevölkerungsgruppe gerechtfertigt“, steht in einem Bericht am Freitag in der Zeitung „Die Welt“.
Als Reaktion darauf führte das Bundesland „eine strikte 2G-Regel“ ein. Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) forderte demnach öffentlich, die Regeln auf die gesamte Bundesrepublik auszuweiten. Doch laut dem Bericht wird nun klar: „Die Zahlen, mit denen der Regierungschef Politik machte, sind offenbar gänzlich falsch, seine Behauptungen mit den Fakten nicht in Einklang zu bringen.“
Gesichtsmaske auf dem Römerberg, Frankfurt am Main - SNA, 1920, 11.12.2021
Mehrere Tausende demonstrieren in Hamburg gegen Corona-Maßnahmen
Eine Anfrage an den Senat der FDP-Politikerin Anna-Elisabeth von Treuenfels-Frowein, Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft, förderte diese Erkenntnisse nun ans Licht. Aus der „Drucksache 22/6678“ gehe hervor, dass der Impfstatus der Infizierten seit Beginn der Inzidenz-Ausweisung Ende August „mit jeder Woche seltener vorliegt. Dies zeigen die Daten, die im Infektionsepidemiologischen Landeszentrum vorliegen und bislang unter Verschluss gehalten wurden. Hatte der Senat in der Kalenderwoche 35 noch in 68,3 Prozent der Fälle die entsprechende Information, war das zuletzt nur noch in 9,5 Prozent der Fall.“

Dabei seien eben jene Fälle mit unbekanntem Impfstatus den Ungeimpften zugerechnet worden.

Verzerrte Statistiken

Über diese Verzerrung von Statistiken über geimpfte und ungeimpfte Corona-Patienten in Deutschlands Krankenhäusern berichteten in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Medien.

„Tatsächlich war in 63,2 Prozent der Fälle der Impfstatus unbekannt. 22,5 Prozent waren Geimpfte. Und jene, von denen man mit Sicherheit sagen konnten, dass sie ungeimpft waren? 14,3 Prozent.“

Wegen der hohen Infektionszahlen „können die Angaben zum Impfstatus zum Teil erst mit erheblichem Zeitverzug eingegeben werden“, teilte ein Sprecher des Hamburger Senats der Zeitung mit. Deshalb würden die auf Geimpfte und Ungeimpfte bezogenen Inzidenzwerte nicht mehr veröffentlicht.
Hamburger Bürgmeister Peter Tschentscher - SNA, 1920, 19.03.2021
Hamburg zieht die Corona-Notbremse

Manipulierte Zahlen

„Es ist unfassbar und für das Vertrauen in die Lauterkeit staatlichen Handelns eine Katastrophe, wenn eine Landesregierung ganz offensichtlich manipulierte Zahlen vorlegt“, kommentierte FDP-Vize Wolfgang Kubicki diese Vorgänge.
„Ich halte dieses Vorgehen für unverantwortlich“, sagte die Antragstellerin und FDP-Politikerin von Treuenfels-Frowein. „Wer auf der Grundlage falscher Zahlen unter anderem Grundrechtseingriffe vornimmt, darf sich nicht wundern, wenn deren Akzeptanz bei den Hamburgern rapide abnimmt.“
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала