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Nach Tiergartenmord-Urteil: Moskau spricht von „politischem Auftrag“

© AFP 2021 / ODD ANDERSENRichter Olaf Arnoldi zu Beginn des Prozesses um den Mord im Kleinen Tiergarten im Gerichtssaal in Moabit am 7. Oktober 2020
Richter Olaf Arnoldi zu Beginn des Prozesses um den Mord im Kleinen Tiergarten im Gerichtssaal in Moabit am 7. Oktober 2020 - SNA, 1920, 16.12.2021
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Der Schuldspruch eines Gerichts in Berlin gegen einen russischen Staatsbürger im sogenannten Tiergartenmord-Prozess sei der Natur nach ein offensichtlicher politischer Auftrag, teilte das russische Außenministerium am Donnerstag mit.
Die Behörde halte das Urteil, wonach der russische Bürger Wadim Sokolow des Mordes an dem georgischen Staatsbürger Selimchan Changoschwili, einem ehemaligen Anführer desterroristischen Untergrundes im Nordkaukasus, schuldig gesprochen wurde, für äußerst voreingenommen, hieß es in der Mitteilung.
„Wir bestehen auf der Unschuld unseres Bürgers, dem das Recht vorbehalten bleibt, gegen das gegen ihn gefällte ungerechte Urteil eine Berufung bei dem Obersten Gerichtshof der Bundesrepublik Deutschland einzulegen“, so die Behörde in Moskau.
Die Vorwürfe der Beteiligung russischerStaatsstellen an der Ermordung von Changoschwili seien unbegründet und völlig realitätsfremd. Diese Anschuldigungen seien mit Unterstützung von ausländischen Geheimdiensten und der mit ihnen verbundenen Strukturen entwickelt worden, hieß es weiter..
Die in der russischen Botschaft in Deutschland tätigen Diplomaten, welche nach der Urteilsverkündung von Berlin zu „unerwünschten Personen” erklärt worden seien, hätten mit dem Fall Changoschwili nichts zu tun, was den deutschen Behörden gut bekannt sei. Das Urteil sei ein Anlass für ein weiteres unfreundliches Vorgehen gegenüber Russland gewesen.
Das Berliner Kammergericht hat am Mittwoch den 56-jährigen Russen Wadim Sokolow (Krasikow) des Mordes an Selimchan Changoschwili schuldig gesprochen und ihn zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft, welche einen Mord auf Anweisung „von staatlichen Stellen der Regierung der Russischen Föderation“ vermutete, forderte für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Verteidigung bestand ihrerseits darauf, dass die Beweisgrundlage unzureichend sei. Die Entscheidung über die Berufung sei bisher noch nicht getroffen worden.
Daraufhin erklärte die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Berlin, dass zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Deutschland zu „unerwünschten Personen“ erklärt worden seien. Dies sei eine „Konsequenz“ aus dem Urteil im Tiergartenmord-Prozess. Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, sei außerdem einbestellt worden.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, gab danach in ihrem Telegram-Kanal bekannt, dass Moskau den Schritt nicht „ohne eine angemessene Antwort“ lassen werde.

Hintergrund

Im August 2019 wurde der 40-jährige Changoschwili im Berliner Tiergarten erschossen. Der Verdächtige ist der russische Staatsbürger Wadim Sokolow. Sein bürgerlicher Name ist den deutschen Ermittlungen zufolge Wadim Krasikow. Der mutmaßliche Killer soll mit einem Fahrrad an Changoschwili herangefahren sein und ihn aus einer Pistole Glock 26 mit einem Schalldämpfer erschossen haben. Er starb auf der Stelle. Die Anhörungen zu diesem Fall begannen 2020 in Berlin.
Auktion (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.12.2021
„Tiergartenmord“-Prozess: Berliner Gericht verurteilt Angeklagten zu lebenslanger Haft
Changoschwili soll nach Informationen der russischen Sicherheitsbehörden an der Vorbereitung der Terroranschläge in der Moskauer U-Bahn und in der Schule von Beslan im Jahr 2004 beteiligt gewesen sein. Seine Auslieferung hatte Deutschland informell abgelehnt.
Bei einem Bombenanschlag auf eine voll besetzte U-Bahn in Moskau seien nach offiziellen Angaben 2004 über 40 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Bei der Geiselnahme in einer Schule in Beslan gab es über 300 Tote und mehr als 780 Verletzte.
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