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Wohl keine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 im ersten Halbjahr 2022 – Bundesnetzagentur

© Foto / Press Service Eugal  / Zur BilddatenbankBaustelle der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland
Baustelle der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland - SNA, 1920, 16.12.2021
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Die Inbetriebnahme der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 wird voraussichtlich nicht im ersten Halbjahr 2022 möglich sein, wie der Präsident der Bonner Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Donnerstag gegenüber Reuters sagte.
Entscheidungen wird es nicht im ersten Halbjahr geben”, erläuterte er mit Blick auf die nötige Zulassung der Pipeline. Die Nord Stream AG habe die von der Netzagentur verlangte Neugründung einer deutschen Tochter eingeleitet.
„Das hat sie angekündigt und wir haben den Zertifizierungsprozess unterbrochen.” Dieser werde fortgesetzt, wenn die entsprechenden Unterlagen bei der Behörde so eingereicht seien, dass sie prüffähig seien.
„Das haben wir nicht in der Hand”, sagte Homann. „In dem Moment, an dem die Unterlagen bei uns eingehen, beginnt die Prüffrist wieder zu laufen.”
Danach gehe das Ganze an die Europäische Kommission, die auch noch einmal viel Zeit habe, sich mit Nord Stream 2 zu befassen. Entscheidungen werde es daher nicht in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres geben.
Karl Nehammer (Archivbild) - SNA, 1920, 14.12.2021
Österreichs Kanzler Nehammer: Nord Stream 2 nicht als Druckmittel gegen Moskau verwenden
Die Bundesnetzagentur hatte im November mitgeteilt, ihr Freigabeverfahren für die Doppelröhre zwischen Russland und Deutschland vorläufig ausgesetzt zu haben. Ohne eine Zertifizierung darf kein Gas durch die Pipeline gen Deutschland strömen.
Die Bundesnetzagentur sei zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Zertifizierung eines Betreibers nur dann in Betracht komme, wenn dieser in einer Rechtsform nach deutschem Recht organisiert sei, begründete sie ihre Entscheidung. Die Betreibergesellschaft mit Sitz in der Schweiz muss nun eine Gesellschaft in der Bundesrepublik gründen. Schließt der Regulierer sein Verfahren ab, soll das Ergebnis der EU-Kommission zur Stellungnahme vorgelegt werden.

Nord Stream 2

Der russische Konzern Gazprom hatte Mitte September die Fertigstellung der Gasleitung Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland bekannt gegeben. Anfang Oktober wurde verkündet, dass der erste Strang der Pipeline bereits mit Gas befüllt worden sei.
Es ist vor allem Kiew, das aus Angst vor Einnahmeverlusten bei dem russischen Gastransit durch sein Territorium entschieden gegen die Pipeline auftritt. Auch die USA, die ihr Flüssigerdgas (LNG) in der Europäischen Union abzusetzen versuchen, weisen das Projekt zurück. Viele westliche Staaten werfen Russland unter anderem vor, Nord Stream 2 als „Erpressungsinstrument“ benutzen und Europa von seinem Gas abhängig machen zu wollen.
Moskau hat bereits mehrmals betont, dass Nord Stream 2 ein kommerzielles Projekt darstelle, das sowohl für Russland als auch für die EU Vorteile habe und nicht politisiert werden sollte.
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