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Bund will sich mehr als 400 Milliarden am Finanzmarkt leihen

© AFP 2021 / MIGUEL MEDINA500-Euro-Banknoten
500-Euro-Banknoten - SNA, 1920, 16.12.2021
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Deutschland will sich im kommenden Jahr die bisher zweithöchste Summe von Investoren leihen, teilte die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag mit. 410 Milliarden Euro sollen durch die Auktionen von Bundeswertpapieren zusammenkommen.
„Wir haben wieder einen hohen Finanzierungsbedarf“, sagte Finanzagentur-Chef Tammo Diemer.
Die Institution für die staatliche Kreditaufnahme wird eine hohe Summe leihen, da Altschulden in Höhe von 322 Milliarden Euro beglichen werden müssen. Sollte der Finanzierungsbedarf noch höher ausfallen, gibt es verschiedene weitere Möglichkeiten, ihn zu begleichen, teilte Reuters mit. So könnte weiteres Geld zum Beispiel durch Platzierung von Wertpapieren im Rahmen eines Syndikats erworben werden oder durch die Emission des zur Verfügung stehenden Eigenbestandes in Höhe von 139 Milliarden Euro.
„Wir haben einen Emissionsplan aufgestellt, der auch mit Unsicherheiten umgehen kann“, äußerte Diemer gegenüber Reuters.
Diemer legte besonders Wert auf den Ausbau grüner Bundeswertpapiere. Dies sind Wertpapiere, bei denen der Emittent sich zu einer jährlichen Verzinsung und einer Rückzahlung des Kaufbetrages zum Ende der Laufzeit verpflichtet. Mit der Investition in grüne Anleihen können gezielt Umwelt und Natur unterstützt werden.
2020 hatte der Bund erstmals grüne Bundesobligationen auf den Markt gebracht. Reuters berichtete, dass in diesem Jahr etwa 12,5 Milliarden Euro mit grünen Anleihen erlöst werden, darunter mit einem neuen Papier mit fünfjähriger Laufzeit. Mit dem Geld sollen zum Beispiel nachhaltige Verkehrssysteme gefördert und Kohlendioxid-Emissionen reduziert werden.
Reuters teilte mit, dass der Ruf des Bundes im Hinblick auf seine Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit (Bonität) von allen großen Ratingagenturen mit der Bestnote bewertet wird. Somit steht er bei Investoren hoch im Kurs, zudem wächst der Markt für den Handel mit Bundeswertpapieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) tätigt milliardenschwere Anleihekäufe und kauft Bundeswertpapiere auf. Dadurch steigt die Nachfrage, was wiederum die Renditen drückt. Die EZB hatte verkündet, das Kaufprogramm PEPP auslaufen zu lassen. Dies könnte einen Vorteil für die freie Handelbarkeit der Bundeswertpapiere darstellen, so Diemer.
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Wegen der hohen Kosten in der Pandemie lieh sich der Bund 2021 die Rekordsumme von rund 483 Milliarden Euro am Finanzmarkt. Das ist noch einmal rund ein Fünftel mehr als im alten Rekordjahr 2020, als gut 406 Milliarden Euro aufgenommen wurden.
Das PSPP ist Teil des Expanded Asset Purchase Programme (EAPP), eines geldpolitischen Rahmenprogramms der EZB. Das PSPP wurde durch einen Beschluss der EZB vom März 2015 ins Leben gerufen und macht den größten Teil des Rahmenprogramms aus. Im Rahmen des PSPP werden Staatsanleihen und ähnliche marktfähige Schuldtitel erworben, die von Euro-Mitgliedsstaaten, internationalen Organisationen und multilateralen Entwicklungsbanken mit Sitz im Euro-Währungsgebiet gegeben werden. Zwischen März 2015 und November 2019 wurden im Rahmen des PSPP Wertpapiere im Gesamtwert von 2.088.100 Millionen Euro erworben.
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