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Rabbiner kritisieren Kardinal Müllers Verschwörungsmythen

© AP Photo / Andrew MedichiniKardinal Gerhard Ludwig Müller (Archivbild)
Kardinal Gerhard Ludwig Müller (Archivbild) - SNA, 1920, 15.12.2021
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Bei der Konferenz Europäischer Rabbiner wird Kardinal Gerhard Ludwig Müller für seine Aussagen über eine angeblich geplante Gleichschaltung der Menschen nach der Pandemie scharf kritisiert.
Der Präsident der Konferenz Europäischer Rabbiner (CER), Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, forderte den Vatikan und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf, „sich von solchen kruden Aussagen und Positionen klar zu distanzieren“.
„Religionsvertreter sollten gerade in dieser Zeitphase, in der mit Verschwörungsmythen, falschen Narrativen und Hass versucht wird, unsere Gesellschaft zu spalten und sie gegen Demokratie und Pluralismus aufzuhetzen, mäßigend wirken und entschieden für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten und sich gegen Verschwörungen, Hass und Verleumdungen stellen“, sagte Goldschmidt laut Mitteilung vom Mittwoch.

„Antisemitische Chiffre“

Gerhard Ludwig Müller (73), der frühere Bischof von Regensburg, Ex-Chef der Glaubenskongregation im Vatikan sprach in einem Interview davon, dass hinter Maßnahmen gegen die Pandemie eine finanzkräftige Elite stecke. Der Kardinal und Richter am höchsten Gericht des Vatikans wies auch auf den amerikanisch-jüdischen Investor George Soros hin. Dies könne „als antisemitische Chiffre gewertet werden“, sagte der Politikwissenschaftler und Experte für Verschwörungstheorien, Jan Rathje.
„Die Aussagen von Kardinal Müller sind eine große Enttäuschung für sehr viele Menschen, die in dieser schwierigen Zeit der Pandemie nach Orientierung suchen und Zuversicht brauchen“, sagte Oberrabbiner Goldschmidt.
Auch der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) kritisierte Müllers Äußerungen: „Kardinal Müller hat antijüdische Klischees bedient und macht antisemitische Gedanken bei manchen Gläubigen hoffähig.“ Er forderte ihn auf, sich von seinen Äußerungen zu distanzieren und dafür zu entschuldigen.
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