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Alle Seiten tragen zu „unerbittlichem Blutvergießen“ bei - Amnesty zur Lage in Afghanistan

© REUTERS / WANA NEWS AGENCYTaliban-Soldaten vor dem Flughafen in Kabul.
Taliban-Soldaten vor dem Flughafen in Kabul.  - SNA, 1920, 15.12.2021
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Der Zivilbevölkerung Afghanistans ist durch Angriffe der Taliban*, des US-Militärs und der afghanischen Sicherheitskräfte erhebliches Leid zugefügt worden. In der Endphase des Konflikts hätte die militante Gruppierung eine Reihe von Kriegsverbrechen verübt, so ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht von Amnesty International (AI).
„Häuser, Krankenhäuser, Schulen und Geschäfte wurden zu Tatorten, da wiederholt Menschen getötet und verletzt wurden“, äußerte die AI-Generalsekretärin, Agnès Callamard.
Die Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan verzeichnete einen Anstieg ziviler Opfer von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 wurden 1659 Zivilisten getötet und weitere 3524 verletzt.
„Die Monate vor dem Zusammenbruch der Regierung in Kabul waren geprägt von wiederholten Kriegsverbrechen und unerbittlichem Blutvergießen der Taliban sowie von Todesfällen durch afghanische und US-amerikanische Streitkräfte“, so Callamard.
Der Bericht des AI verzeichnete in der Endphase des Konflikts in Afghanistan Folter, außergerichtliche Hinrichtungen und Tötungen durch die Taliban, sowie zivile Opfer während einer Reihe von Boden- und Luftangriffen der afghanischen Nationalarmee (ANA) und der US-Streitkräfte.

Das Blutvergießen der Taliban

Generalsekretärin Callamard berichtete, dass sich die Realität von dem nahtlosen Machtwechsel, über den die Taliban spricht, unterscheide und „die Menschen in Afghanistan wieder einmal mit ihrem Leben bezahlt haben“.
Aus dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Taliban im Juli und August bei Vergeltungsanschlägen Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten, ehemalige Regierungskräfte und Sympathisanten der Regierung folterten und töteten.
So wurden zum Beispiel nach einem Taliban-Angriff auf die Stadt Bazarak im September ungefähr 20 Männer gefangen genommen. Sie wurden systematisch gefoltert, ihnen wurden Nahrung, Wasser und medizinische Hilfe verweigert und wiederholt mit Hinrichtung gedroht.
Die AI teilte mit, dass das gesamte Ausmaß der Tötungen derzeitig nicht eingeschätzt werden kann, da die Taliban den Internet- und Mobilfunkzugang im Land eingeschränkt hatte.
Lage in Afghanistan, August 2021  - SNA, 1920, 15.12.2021
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Zivile Opfer durch Luftangriffe und Bodenkämpfe

Amnesty International dokumentierte vier Luftangriffe in den letzten Jahren, drei der Angriffe werden den US-Streitkräften zugeschrieben, einer der afghanischen Luftwaffe. Insgesamt wurden 28 Zivilisten getötet, unter ihnen acht Kinder. Zudem wurde angeführt, dass die USA mehrfach explosive Bomben in dicht besiedelten Gebieten abwarfen – dies wird im humanitären Recht durch das erste Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen von 1949 verboten.
Der letzte Drohnenangriff, vor Abzug der US-Streitkräfte fand am 29. August in Kabul statt. Dabei wurden zehn Zivilisten getötet. In dem Bericht wurden zudem acht Bodenkämpfe angeführt, bei denen insgesamt zwölf Zivilisten starben.
„Durch eine Kombination aus Fahrlässigkeit und Missachtung der Gesetze“ kam es mehrfach zu Angriffen der afghanischen Nationalarmee, die durch die USA ausgebildet und bewaffnet wurde, bei denen Mörsergranaten verwendet wurden. Diese sind wegen ihrer nicht-selektiven Wirkung durch das humanitäre Recht verboten.
Nachdem die USA ihren Abzug aus dem Land verkündet hatten, eroberten die Taliban erst hunderte Bezirke und ab Anfang August binnen weniger Tage fast alle Provinzhauptstädte. Die Hauptstadt Kabul nahmen sie Mitte August kampflos ein. Der Taliban wurden wiederholt zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Organisation strebt eine eigene UN-Vertretung an.
*Die Organisation ist wegen Terror-Aktivitäten mit UN-Sanktionen belegt
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