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Alkoholkonsum und Kriminalität nehmen mit 16. Geburtstag sprunghaft zu – Studie

© SNA / Maksim Blinov / Zur BilddatenbankAlkoholabteilung eines russischen Supermarkts (Symbolbild)
Alkoholabteilung eines russischen Supermarkts (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.12.2021
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Wenn Jugendliche in Deutschland das für Alkohol festgelegte Mindestalter von 16 Jahren erreichen, nimmt ihr Alkoholkonsum erheblich zu. Damit geht auch eine Zunahme der Straftaten unter Alkoholeinfluss einher, insbesondere an Wochenenden.
Erreichen Teenager das gesetzliche Mindestalter von 16 Jahren, steigt ihr Alkoholkonsum erheblich. Eine Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Menge an reinem Alkohol, den Jugendliche bei einer Trinkgelegenheit zu sich nehmen, mit dem 16. Geburtstag um durchschnittlich 9,1 Gramm – etwa ein kleines Glas Bier – zunimmt. Das entspricht einem Anstieg von 35 Prozent. Auch die Anzahl der Tage mit Alkoholkonsum erhöht sich um durchschnittlich 20 Prozent, von etwa einem Tag auf 1,2 Tage pro Woche.

Mehr Straftaten unter Alkoholeinfluss

Mit dem erhöhten Alkoholkonsum nimmt auch die Kriminalität zu. Der Anstieg betrifft Straftaten wie leichte und schwere Körperverletzung, Vandalismus und Diebstahl. Die Beteiligung an diesen Straftaten unter Alkoholeinfluss nimmt im Alter von 16 Jahren sprunghaft um 15,7 Prozent zu. Das entspricht einem Anstieg um 11,7 Delikte pro 10.000 Personenjahre. (Mit „Personenjahren“ wird die Summe der individuellen Jahre bezeichnet, die alle an einer Studie teilnehmenden Personen insgesamt unter Beobachtung standen.) Die Steigerung ist sowohl bei jungen Frauen als auch jungen Männern zu beobachten, wobei letztere insgesamt deutlich mehr Straftaten begehen.
„Die Studie zeigt, dass die gesetzliche Altersbeschränkung einen großen Einfluss auf den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat“, sagt RWI-Wissenschaftler Fabian Dehos. „Mit dem Alkoholkonsum nimmt auch die Kriminalität zu. Ab einem kritischen Alkoholpegel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche zum ersten Mal eine Straftat begehen. Ein höheres Mindestalter für Alkohol könnte dabei helfen, dass weniger Jugendliche kriminell werden und könnte zugleich ihre Gesundheit in dieser wichtigen Entwicklungsphase schützen.“
Schulkinder in Dorsten  - SNA, 1920, 14.12.2021
Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen im Corona-Jahr 2020 rückläufig
Die Studie basiert auf repräsentativen Befragungen und behördlichen Daten aus den Jahren 2005 bis 2015. Ihre Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte Intensität des Alkoholkonsums an einzelnen Tagen ausschlaggebend ist, nicht der häufigere Konsum und erlauben es erstmalig für Deutschland, einen kausalen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Kriminalität von Jugendlichen zu identifizieren.
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