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Das sind keine „Spielchen“: Klitschko bittet Deutschland um militärische Unterstützung für Ukraine

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankDer Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko
Der Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko - SNA, 1920, 14.12.2021
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Der frühere Boxweltmeister und aktuelle Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, sich dem Ernst der Lage in der Ukraine bewusst zu werden und das Land militärisch zu unterstützen. Zudem erklärte er sich bereit, im Falle einer russischen Invasion für sein „Mutterland“ zu kämpfen.
In einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung sagte Klitschko, dass man auf das Schlimmste gefasst sei. „Wir bereiten uns in der ganzen Ukraine darauf vor, dass Russlands Präsident Wladimir Putin den Kriegsbefehl geben könnte“, so der Kiewer Bürgermeister.
Dies könnte dann zur Folge haben, dass russische Truppen die Ukraine wie 2014 angreifen würden, warnte er.
Er befasst sich gerade nach eigenen Worten mit der Organisation des Zivilschutzes – auch ist eine intensivere Arbeit zur Rekrutierung und Ausbildung von Reservisten eingeleitet worden. Dabei signalisierte er die Bereitschaft, wenn nötig, selbst zur Waffe zu greifen.
„Als Soldat habe ich einst geschworen, das Land zu verteidigen, und bin auch jetzt bereit, für mein Mutterland zu kämpfen“, machte Klitschko deutlich.
Russland, erklärte der Kiewer Bürgermeister weiter, habe an der Grenze zur Ukraine in den vergangenen Wochen zehntausende Soldaten zusammengezogen. Laut Klitschko gibt es verschiedene Szenarien, wie die russische Armee die Ukraine angreifen könnte – vorbereitet sein müsse man aber auf „alle“.
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Ukraine braucht „internationale Unterstützung“

Deutschland müsse mit Blick auf die Stationierung der russischen Truppen verstehen, dass die Lage in der Ukraine „sehr, sehr ernst“ sei und, dass das Land „mehr denn je“ internationale Unterstützung benötige, so Klitschko.
Dabei wies er die Behauptungen einiger Politiker, wonach Putin nicht angreifen würde und dies „nur Drohungen und Spielchen“ seien, entschieden zurück und erinnerte sich in diesem Zusammenhang an die Diskussionen, „die vor der Invasion 2014 stattfanden“. Auch damals hätten fast alle internationalen Beobachter dies für unmöglich gehalten.
In diesem Zusammenhang appellierte er an die neue Bundesregierung und bat um Unterstützung sowie um militärische Hilfe für sein Land. Klitschko wolle nämlich nicht glauben, dass Deutschland die Entscheidung der Nato über die Lieferung von Verteidigungswaffen an die Ukraine nicht gebilligt habe.
Die neue Bundesregierung müsse, fuhr der Politiker fort, verstehen, dass Hilfe für die im Herzen Europas und an der Grenze zu mehreren EU-Ländern liegende Ukraine „noch nie so wichtig“ gewesen sei.
„Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Frieden. Wir werden nicht zulassen, dass Russland uns in das Sowjetimperium zurückführt, in dem die Menschen in der Ukraine nicht sein wollen“, erklärte Klitschko.
2014 war Klitschko im dritten Anlauf zum Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew gewählt worden. 2006 und 2008 hatte er jeweils die Abstimmung verloren.

Ukrainischer Botschafter wirft Deutschland „Pseudo-Pazifismus“ vor

Vorige Woche hat sich der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, „enttäuscht“ über die Entscheidung des deutschen Kanzlers, Olaf Scholz, gezeigt, keine Waffen an die Ukraine zu liefern.
Er hat sich für „einen stärkeren politischen Druck auf Moskau“, um den Kreml doch noch zur Erfüllung seiner Verpflichtungen „an den Verhandlungstisch zwingen zu können“, eingesetzt und Deutschland zur militärischen Hilfe für die Ukraine aufgerufen – da das Land mal auch an der Stelle der Ukraine sein und von Russland angegriffen werden könne.
Melnyk hat erklärt, dass die Argumente Deutschlands, wonach solche Waffen potentiell zu einer weiteren militärischen Eskalation und zu einer größeren Konfrontation zwischen der Ukraine und Russland führen könnten, falsch seien und jeder Logik entbehrten, da die Ukraine ein „von der Charta der Vereinten Nationen“ vorgesehenes Recht auf Selbstverteidigung habe.
Zwar sei dem Botschafter noch nicht klar gewesen, ob Deutschland bald seinen „Pseudo-Pazifismus“ aufgeben und sich von seiner „moralisch unbegründeten Position“ entfernen werde, aber eine Chance, das Land auf die Seite der Ukraine zu ziehen, habe er trotzdem für möglich gehalten.
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Vorwürfe des Westens gegenüber Russland

Zuletzt hatten die Ukraine und die westlichen Länder eine Konzentration russischer Truppen in der Nähe der ukrainischen Grenze gemeldet. Demnach soll Russland dort derzeit zwischen 75.000 und 100.000 Soldaten zusammengezogen haben.
Befürchtet wird, dass es zu einem Angriff seitens Russlands auf das Nachbarland kommen könnte. Seitdem drohen mehrere westliche Staaten Russland mit Konsequenzen und sagen eine angebliche Invasion des Staates gegen die Ukraine voraus.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat mehrmals in diesem Zusammenhang verdeutlicht, Moskau habe keine aggressiven Pläne, und dem Westen vorgeworfen, Russland international zu „dämonisieren“. Das Land bewege seine Truppen innerhalb seines Staatsgebietes und nach eigenem Ermessen, so der Politiker.
Der russische Präsident, Wladimir Putin, hat zuvor seinen amerikanischen Amtskollegen, Joe Biden, auf die Nichteinhaltung der Minsker Vereinbarungen und deren Sabotage vonseiten der Ukraine aufmerksam gemacht. Auch hat Putin auf die gefährlichen Versuche der Nato-Staaten verwiesen, das ukrainische Territorium „aktiv“ zu erschließen und ihre militärischen Fähigkeiten auszubauen, was die Sicherheit Russlands gefährde.
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