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Unabhängigkeitsreferendum in Neukaledonien: Separatisten erkennen Ergebnisse nicht an

© AP Photo / Clotilde RichaletStimmzettel: Neukaledonien hat bei Referendum gegen Unabhängigkeit von Frankreich gestimmt
Stimmzettel: Neukaledonien hat bei Referendum gegen Unabhängigkeit von Frankreich gestimmt - SNA, 1920, 13.12.2021
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Das französische Überseegebiet Neukaledonien hat bei einem Referendum am Sonntag mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib bei Frankreich gestimmt. Der Vorsitzende des Kongresses von Neukaledonien, Roch Wamytan, hat sich jedoch geweigert, die Ergebnisse des Unabhängigkeitsreferendums anzuerkennen.
In einem Interview mit dem Rundfunksender Outre-Mer 1ère bezeichnete Wamytan das Votum als „null und nichtig“. „Wir [die Unabhängigkeitsbefürworter] erkennen das Ergebnis dieses Referendums nicht an“, sagte er.
Roch Wamytan hatte als der einstige Chef der Partei Kanakische sozialistische Front der nationalen Befreiung (FLKNS) zu den Unterzeichnern des Abkommens von Nouméa 1998 gezählt, das im Rahmen der Dekolonialisierung Neukaledoniens bis zu drei Unabhängigkeitsreferenden vorgesehen hatte.
„Für uns ist dies nicht das dritte Referendum. Wir sind der Meinung, dass es in Bezug auf die rechtliche und politische Legitimität nur zwei Referenden gab, 2018 und 2020. Dies ist das Referendum des französischen Staates und seiner Unterstützer in Neukaledonien, nicht unseres“, äußerte Wamytan gegenüber dem Nachrichtensender France Info und forderte eine weitere Volksabstimmung.
Die FLNKS werde nicht an Gesprächen mit der Regierung teilnehmen, die alle Parteien vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Jahr 2022 zusammenbringen wolle, um über die Zukunft Neukaledoniens zu diskutieren, kündigte Wamytan an. Die Partei werde die nächste Präsidentschaftswahl in Frankreich abwarten. Der neuen Exekutive werde er dann einen Plan für die Unabhängigkeit vorlegen können, fuhr Wamytan fort.
Nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmzettel haben 96,5 Prozent gegen die Trennung von Frankreich gestimmt. Bei den beiden früheren Referenden 2018 und 2020 hatten 57 beziehungsweise 53 Prozent Nein zur Unabhängigkeit gesagt.
Die Wahlbeteiligung lag bei weniger als 44 Prozent und war damit geringer als bei früheren Abstimmungen in den Jahren 2018 und 2020. Die niedrige Wahlbeteiligung ist offenbar auf den Boykott-Aufruf der indigenen Bevölkerungsgruppe der Kanaken zurückzuführen. Die ethnische Gruppe, die weitgehend die Unabhängigkeit befürwortet, befindet sich nach einem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen im September in einer zwölfmonatigen Trauerzeit und hat daher auf die Verschiebung des Unabhängigkeitsreferendums bestanden. „Wir haben nicht verstanden, warum uns der französische Präsident das nicht zugestanden hat“, äußerte Wamytan in dieser Hinsicht.
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Der französische Präsident, Emmanuel Macron, betonte in einer TV-Ansprache, dass die Kaledonier sich aus freien Stück dafür entschieden hätten, „dass sie Franzosen bleiben“. Es dürfe aber nicht ignoriert werden, dass die Wählerschaft in der Frage der Unabhängigkeit seit Jahren tief gespalten sei. Nun müsse eine Übergangsphase beginnen, um einen neuen Status für das französische Überseegebiet zu definieren.
Die im 19. Jahrhundert kolonisierte Inselgruppe, die rund 1200 Kilometer östlich von Australien liegt, beherbergt eine französische Militärbasis. Es ist eines von fünf französischen Inselgebieten im Indopazifik. Neukaledonien wird von den Vereinten Nationen immer noch als „nicht selbstverwaltet“ eingestuft.
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