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Bevölkerungsstudie: Wirkung von Biontech und Astrazeneca gegen Omikron verringert

© AP Photo / Manu FernandezImpfkampagne in Madrid
Impfkampagne in Madrid - SNA, 1920, 12.12.2021
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Forscher haben anhand einer Bevölkerungsstudie Hinweise darauf gefunden, dass die Wirkung der Corona-Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca gegen die neue Omikron-Variante schwächer ausfällt als gegen die Delta-Variante.
Eine Auffrischungsimpfung hebt den Schutz vor einer symptomatischen Infektion wieder an, berichten die Forscher um Nick Andrews von der UK Health Security Agency (UKHSA) in einer noch nicht von Fachkollegen geprüften Studie.
„Diese wichtige UK Studie zu Omikron zeigt erstmals klarer, wie ansteckend Variante ist“, schreibt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Samstag dazu auf Twitter und betont, dass eine frühe Boosterimpfung „sinnvoll“ scheine – „wahrscheinlich notwendig“.
Die Forscher betonen, dass man mit den Ergebnissen unter anderem aufgrund der noch geringen Zahl von Ansteckungen mit der Omikron-Variante mit Vorsicht umgehen müsse.

Sinkender Impfschutz vor Delta und Omikron

Die Wissenschaftler hatten bei insgesamt 581 symptomatischen Infektionen die Omikron-Variante nachgewiesen. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 56.000 Infektionen mit der Delta-Variante bestätigt. Die Auswertung der Daten ergab, dass der Schutz vor einer symptomatischen Infektion mit Omikron 15 Wochen nach der zweiten Dosis Biontech auf 34 Prozent sinkt.
Menschen, die mit zwei Dosen des Astrazeneca-Präparats immunisiert worden waren, hatten keinen Schutz mehr vor einer symptomatischen Infektion. Zwei Wochen nach einer Booster-Impfung stieg die Schutzwirkung bei beiden Präparaten auf über 70 Prozent.
Bei der Delta-Variante sank der Impfschutz ab der 25. Woche nach der zweiten Dosis auf knapp 42 Prozent (Astrazeneca), beziehungsweise auf 63,5 Prozent (Biontech). Eine Auffrischungsimpfung ließ den Schutz auf über 90 Prozent steigen. Zwei Dosen der untersuchten Impfstoffe reichten nicht aus, um wirksam vor einer Ansteckung und milden Erkrankung nach einer Infektion mit der Omikron-Variante zu schützen, folgern die Forscher.
Aussagen über den Schutz vor einer schweren Erkrankung ließen die Daten nicht zu. Auch sei unklar, wie lange der verbesserte Schutz nach der Booster-Impfung anhalte.
Corona-Impfstoffe Moderna, AstraZeneca, Pfizer - Biontech, Johnson&Johnson, Sputnik V - SNA, 1920, 08.12.2021
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Frühere Untersuchungen

Trotz der Unsicherheiten weisen die Ergebnisse der Forscher in die gleiche Richtung wie auch vor einigen Tagen vorgestellte Ergebnisse erster Laboruntersuchungen. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt hatte etwa nach entsprechenden Tests berichtet, dass die Antikörperantwort gegen Omikron im Vergleich zur Delta-Variante drastisch reduziert sei – sie sei bis zu 37-fach geringer.
Auch die Unternehmen Biontech und Pfizer hatten mitgeteilt, dass vorläufigen Ergebnissen zufolge zwei Dosen ihres Impfstoffes nicht ausreichend vor einer Infektion mit Omikron schützen. Eine Booster-Dosis sei nötig, um den Antikörper-Spiegel zu erhöhen.
Die Corona-Variante B.1.1.529 war Ende November im Süden von Afrika entdeckt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte sie als „besorgniserregend“ ein. Die neue Variante B.1.1.529 erhielt den 15. Buchstaben des griechischen Alphabets: Omikron. Diese enthält Forschern zufolge 32 Mutationen und soll laut der Organisation dadurch nicht nur hoch ansteckend, sondern auch gegenüber Impfstoffen resistent sein. Zugleich gab die WHO zu, dass bisher kein einziger Todesfall dadurch gemeldet worden sei.
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