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„F**k ihn“: Trump wirft Netanjahu „Verrat” vor

© AP Photo / Seth WenigDonald Trump spricht im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey (Archivbild)
Donald Trump spricht im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey (Archivbild) - SNA, 1920, 10.12.2021
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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hält es für Verrat, dass der entmachtete israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, den er einst als engen Freund betrachtete, bei der letzten Präsidentenwahl mit Gratulationen zum Sieg seines Rivalen Joe Biden nicht gezögert hatte. Das geht aus Trumps Interview mit dem Journalisten Barak Ravid hervor.
Laut Trumps Aussagen, die Ravid auf dem US-Nachrichtenportal „Axios“ am Donnerstag veröffentlichte, warf der Ex-Präsident Netanjahu vor, ihn verraten zu haben. Trump gab zu, er habe „Bibi“ (Netanjahus Spitzenname – Anm. d. Red.) gemocht und möge ihn immer noch. Loyalität möge er aber auch, betonte der Politiker.
„Die erste Person, die Biden gratulierte, war Bibi. Und er hat ihn nicht nur beglückwünscht, er hat es auch auf Video gemacht“, führte Ravid Trumps Worte an.
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Mit den Glückwünschen zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl kam Netanjahu laut Trump sehr früh, „noch bevor die Tinte überhaupt trocken war“. „Schon früher als die meisten“, fand der Ex-Präsident.
„Seitdem habe ich nicht mehr mit ihm gesprochen. F**k ihn“, wird Trump von Ravid zitiert.
Trump bestritt zudem Netanjahus Behauptungen, er habe eine „große Freundschaft“ mit Biden. „Sie hatten keine Freundschaft, denn sonst hätte (die Obama-Regierung – Anm. d. Red.) das Iran-Abkommen nicht abgeschlossen“, so Trump.

Trump als Grund für Netanjahus Absturz?

Der Ex-Präsident deutete darauf hin, dass nicht zuletzt die Illoyalität Netanjahus, der nur wenige Monate nach Trumps Niederlage gegen Biden als Premierminister abgesetzt wurde, ihn seinen Posten gekostet hatte.
„Das hat ihn bei den Menschen in Israel sehr beeinträchtigt. Wie Sie wissen, bin ich in Israel sehr beliebt. Ich glaube, das hat ihm sehr geschadet.“
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Als Präsident hatte Trump nach eigenen Angaben zu vielen außenpolitischen Gewinnen Israels unter Netanjahu maßgeblich beigetragen. Dazu gehörten unter anderem die Verlegung der US-Botschaft in das umstrittene Jerusalem, der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran sowie die formelle Anerkennung der syrischen Golanhöhen als Teil Israels, die Trump im April 2019 „kurz vor der Wahl“ verkündete.
„Er hätte die Wahl verloren, wenn es nicht für mich gewesen wäre“, betonte Trump.
Es sei unklar, so Ravid, ob dieser Schritt den Ausgang der Wahlen, die in einer Patt-Situation endeten, tatsächlich beeinflusst habe. Der Journalist verwies aber auf die Ergebnisse einer vor der Wahl durchgeführten Umfrage des israelischen Instituts für Demokratie, wonach 66 Prozent der Israelis glaubten, dass Trumps Entscheidung Netanjahus Ansehen gestärkt habe.
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