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Rekordzahl an inhaftierten Journalisten 2021 verzeichnet – Bericht

CC0 / Pixabay/Ichigo121212 / Gefängnis (Symbolbild)
Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.12.2021
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Die Zahl festgesetzter Journalisten hat 2021 ein Rekordhoch erreicht. Derzeit sind nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) weltweit 293 Medienschaffende hinter Gittern. Mindestens 24 Journalisten wurden demnach 2021 im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet, 18 weitere kamen unter ungeklärten Umständen ums Leben.
Das CPJ hat seinen jährlichen Bericht zur Zahl der weltweit inhaftierten und getöteten Journalisten am Donnerstag veröffentlicht.
„Unter Berufung auf neue Technologie- und Sicherheitsgesetze gingen repressive Regime von Asien über Europa bis Afrika hart gegen die unabhängige Presse vor“, berichtete das CPJ.

China: kontroverser Spitzenreiter

In dem Bericht des CPJ wurde vermerkt, dass China in den letzten drei Jahren die meisten Journalisten inhaftiert hatte. Derzeit sitzen in China 50 Medienschaffende im Gefängnis.
Auf dem chinesischen Festland sind Inhaftierungen aufgrund vager Anklagepunkte wie „Auslösung von Streitigkeiten und öffentlichem Ärger“ nichts Neues.
Dies ist jedoch das erste Mal, dass die Statistik in Hongkong inhaftierte Journalisten (acht Personen) vermerkt hat – ein Ergebnis des drakonischen nationalen Sicherheitsgesetzes von 2020, das als Reaktion auf die prodemokratischen Proteste der Stadt verhängt wurde.
Laut CPJ hat China auch Quellen von Journalisten strafrechtlich verfolgt: So sollen 2021 elf Personen, die Informationen an die Presse weitergeleitet hatten, inhaftiert worden sein.

Länder mit bedrohter Pressefreiheit

Im Bericht vom Dezember 2020 waren in Myanmar noch keine inhaftierten Pressemitglieder vermerkt. Nach dem Militärputsch vom 1. Februar besetzte das Land, mit 26 Inhaftierten, den zweiten Platz. Das CPJ vermerkt, dass viele weitere Journalisten bereits vor Dezember 2021 entlassen wurden und somit nicht von dem Bericht erfasst wurden. Eine unbekannte Anzahl von Reportern ist in den Untergrund oder ins Exil gegangen.
„Ihr Abgang ist ein schwerer Schlag für die bisherigen Erfolge unabhängiger Medien unter der gestürzten gewählten Regierung.“, so CPJ.
Ägypten besetzte in dem Ranking, mit 25 derzeit inhaftierten Journalisten, den dritten Platz. Obwohl dies ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist, „sind die anhaltenden Inhaftierungen ein Symbol für die Missachtung der eigenen Gesetze durch die Regierung von Abdel Fattah el-Sisi“. Viele Journalisten unterliegen auch nach ihrer Freilassung weiteren Repressalien. So musste zum Beispiel der ägyptische Fotojournalist Mahmoud Abou Zeid, bekannt als Shawkan, nach Abbüßen seiner Haftstrafe bisher jede Nacht in Polizeigewahrsam verbringen, da er unter „polizeilicher Beobachtung steht“.
Vietnam und Belarus besetzten in der Statistik Platz vier und fünf.
Im Dezember 2021 sind in Belarus mindestens 19 Journalisten inhaftiert. Dies ist die höchste Zahl, die seit Beginn der Untersuchungen des CPJ 1992, für das Land vermerkt wurde. Der Bericht kritisiert die extremen Maßnahmen, die im Land ergriffen werden, um Pressemitglieder festzusetzen – um den Journalisten Roman Protassewitsch zu verhaften, wurde zum Beispiel ein ziviles Passagierflugzeug gezwungen in Belarus zu landen.
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Positive Tendenzen – mit dunklem Unterton

Es gab jedoch auch positive Tendenzen – die Türkei, die einst den ersten Platz in dem Ranking belegte, ließ 20 Journalisten frei und landete somit auf Platz sechs. Achtzehn inhaftierte Journalisten bleiben.
Saudi-Arabien hat laut CPJ zehn Gefangene freigelassen. Allerdings haben die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 sowie mehrere Inhaftierungen im Jahr 2019 viele Journalisten „wirksamer zum Schweigen gebracht als jede neue Verhaftungswelle“.
Das CPJ vermerkte, dass zum Zeitpunkt der Erstellung der Statistik in Nordamerika keine Journalisten inhaftiert waren. Eine US-amerikanische Datenbank zur Pressefreiheit, US Press Freedom Tracker, verzeichnete jedoch 2021 56 Verhaftungen und Inhaftierungen von Journalisten in den USA.
Von den 293 weltweit inhaftierten Journalisten waren lediglich 14 Prozent Frauen.
Die Statistik des CPJ bezieht sich auf Personen, welche offiziell als Medienschaffende gelten und deren Verhaftung nachweislich mit ihrer professionellen Tätigkeit zusammenhängt. Der Bericht schließt die Personen, die verschollen sind oder von nichtstaatlichen Akteuren gefangen gehalten werden, aus. In die repräsentative Statistik wurden nur Personen einbezogen, die am ersten Dezember 2021 inhaftiert waren.
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