Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen stehen auf festem Fundament – Umfrage

© AP Photo / Markus SchreiberBotschaft der Russischen Föderation in Berlin
Botschaft der Russischen Föderation in Berlin - SNA, 1920, 09.12.2021
Abonnieren
Das allgemeine Geschäftsklima in Russland hat sich nach Einschätzung der deutschen Unternehmen trotz der Corona-Krise deutlich verbessert. Als Hindernisse werden unter anderem die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen wahrgenommen. Hier erhoffen sich die Unternehmen Initiativen der neuen Bundesregierung zum Abbau politischer Spannungen.
Die befragten Unternehmen sprechen sich mit großer Mehrheit für den Ausbau von Energie- und Klimaprojekten mit Russland aus. Dies sind wichtige Ergebnisse der 19. Geschäftsklima-Umfrage Russland, die der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) im November 2021 gemeinsam durchgeführt haben. An der Umfrage haben sich fast 90 Unternehmen beteiligt, die in Russland über 50.000 Mitarbeiter beschäftigen und dort über 14 Milliarden Euro umsetzen.
„Die jüngste Zuspitzung des Ukraine-Konflikts und die Spekulationen über eine kriegerische Eskalation würden einen Schaden für bilaterale Wirtschaftsbeziehungen bedeuten. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen haben sich deutlich erholt, umso mehr sollte es im Interesse aller Beteiligten liegen, diesen Konflikt in den bestehenden Formaten einer diplomatischen Lösung näher zu bringen“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Oliver Hermes auf einer Online-Pressekonferenz am Donnerstag.
Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen stehen laut Hermes auf einem festen Fundament. Die aktuellen besorgniserregenden politischen Spannungen können aber den positiven Ausblick in Frage stellen, warnte er. Mut mache, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag den Wunsch nach einem konstruktiven Dialog mit Russland und nach „substanziellen und stabilen Beziehungen“ unterstrichen habe. „Sehr positiv sehen wir, dass Russland ausdrücklich als Partner für Zukunftsthemen wie Klima, Umwelt, Wasserstoff und Gesundheit genannt wird. Wir sehen im Koalitionsvertrag eine gute Basis, die Beziehungen mit Russland wieder positiver zu gestalten“, sagte Hermes.
Transportschiffe im Hamburger Hafen (Archivbild) - SNA, 1920, 09.12.2021
Deutsch-Russischer Handel wächst trotz Spannungen
Zu den umstrittensten Themen im europäisch-russischen Verhältnis gehört die Ostseepipeline Nord Stream 2, die derzeit auf die Zertifizierung wartet. 44 Prozent der befragten Unternehmen sprechen sich laut der Studie dafür aus, die Pipeline bis auf Widerruf sofort in Betrieb zu nehmen, auch wenn die finale Genehmigung noch aussteht. Eine knappe Mehrheit sieht dies anders: 32 Prozent der Befragten wollen erst das Ende des Genehmigungsprozesses abwarten. 22 Prozent sind zusätzlich dafür, die Pipeline mit einem Stoppmechanismus auszustatten, um zu reagieren, falls Russland Energie als Druckmittel einsetzt.
Hermes verstehe seinen Worten zufolge die Ungeduld der Unternehmen, unterstreiche jedoch die Position des Ost-Ausschusses, dass das laufende Zertifizierungsverfahren ohne wirtschaftlichen, aber auch ohne politischen Druck durchgeführt werden sollte. „Deshalb ist es gut, dass die neue Koalition sich – ungeachtet manch öffentlicher Äußerungen - offenbar darauf verständigt hat, keinen politischen Einfluss auf den laufenden Zertifizierungsprozess zu nehmen.“ Nord Stream 2 werde für eine ausreichende und stabile Versorgung Deutschlands und Europas mit bezahlbarem Erdgas gebraucht, ebenso wie die Pipelines durch die Ukraine. In Kombination mit Carbon Capture & Storage-Technologien (CCS) lasse sich zudem der CO2-Fußabdruck von Erdgas auf ein Minimum reduzieren, während parallel der Ausbau der grünen Technologien das benötigte Tempo aufnehmen könne. Der Ost-Ausschuss arbeite daran, die erfolgreiche deutsch-russische Energiezusammenarbeit zu einer Energie- und Klimapartnerschaft weiterzuentwickeln, so Hermes.
Von einer deutlichen Mehrheit der befragten Unternehmen wird eine wichtigere Rolle Russlands bei der Nord Stream 2 gefordert: 72 Prozent der Befragten plädieren dafür, die bilateralen Energiebeziehungen zu intensivieren.
Dominierende Hindernisse im Russland-Geschäft sind der volatile Wechselkurs des Rubels sowie die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen. Jeweils 40 Prozent der Befragten nennen diese beiden Aspekte als die bedeutendsten Störfaktoren. Die Bedeutung des Wechselkurses hat allerdings deutlich abgenommen (Vorjahr 73 Prozent), während die Sanktionen (Vorjahr 36 Prozent) häufiger genannt werden. 57 Prozent der befragten Unternehmen votieren dann auch für einen schrittweisen Abbau der EU-Sanktionen gegen Russland, weitere 36 Prozent fordern deren sofortige Abschaffung ohne Vorbedingungen. „Die Sanktionen gegen Russland sind nun seit sieben Jahren in Kraft. Die deutschen Firmen im Russlandgeschäft bewerten sie weiterhin als einen der größten Störfaktoren“, sagte AHK-Vorstandschef Mattias Schepp.
Gasherd (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.12.2021
Russland erfüllt Gas-Pflichten gegenüber EU in vollem Umfang – Putin
Der Abbau von gegenseitigen Sanktionen hat laut Umfrage für mehr als zwei Drittel der Befragten Priorität. Bei diesem Thema wünschen sich die befragten Unternehmen von der neuen Bundesregierung prioritär eine stärkere Zusammenarbeit mit Russland.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала