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Studien: Geringe Impfwirkung bei Omikron – Forscher erwartet „viel mehr Durchbruchsinfektionen“

© REUTERS / DADO RUVICCorona-Impfstoffe Moderna, AstraZeneca, Pfizer - Biontech, Johnson&Johnson, Sputnik V
Corona-Impfstoffe Moderna, AstraZeneca, Pfizer - Biontech, Johnson&Johnson, Sputnik V - SNA, 1920, 08.12.2021
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Die Wirkung von Corona-Impfstoffen gegen die neue Omikron-Variante kann deutlich schwächer sein. Das zeigen erste Untersuchungen aus Südafrika und Deutschland. Immunologe Carsten Watzl bezeichnet die neuen Daten als beunruhigend. Impfungen seien vor dem Hintergrund weniger effektiv, aber nicht nutzlos.
Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt hat am Mittwoch die ersten Ergebnisse einer Labor-Untersuchung auf Twitter veröffentlicht. Diese zeigten laut der Forscherin eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Omikron-Variante:
Geimpfte, die mit den Wirkstoffen von Biontech, Moderna oder einer Kreuzimpfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca immunisiert wurden, wiesen demnach sechs Monate nach der Impfung eine Neutralisation des Virus von null Prozent auf. Drei Monate nach einer dritten Impfung betrage die Neutralisation lediglich 25 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Delta-Variante liege diese laut der Virologin bei 95 Prozent. Sie spricht von einer 37-fachen Reduktion der Antikörper gegenüber dem Delta-Virus.
Ciesek erklärte aber, dass dies keine Aussage darüber sei, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Sie verwies dabei auf T-Zellen, die neben den Antikörpern ausschlaggebend für eine Immunantwort sind.
„Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, so Ciesek. Am Dienstag hatten südafrikanische Forscher ähnliche Daten vorgelegt, denen zufolge die Antikörperantwort bei Geimpften gegen Omikron schwächer ausfalle.
Bei den sogenannten Neutralisationstests, mit denen Forscher die Wirkung eines Impfstoffs gegen eine bestimmte Virusvariante untersuchen, wird betrachtet, wie viele Antikörper im Blut der geimpften Person an das Virus andocken können und sie damit ausschalten. Wie gute der tatsächliche Schutz von Geimpften ist kann aber derzeit nicht bestimmt werden. Für die Prüfung des Impferfolgs bei Geimpften existiert bisher kein Schwellenwert, ab dem eine Immunität angenommen werden kann.
Coronavirus-Variante Omikron - SNA, 1920, 08.12.2021
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Immunologe erwartet schwere Krankheitsverläufe

Mit den neuen Erkenntnissen könne nun „fundierter spekulieren“ werden, schreibt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, auf Twitter.
„Es braucht deutlich mehr Antikörper, um Omikron zu neutralisieren. Ca. 40-fach mehr! Das ist der größte Abfall den wir je bei einer Variante gesehen haben. Wir werden deutlich mehr Durchbruchsinfektionen sehen. Gerade bei Genesenen und ‚nur‘ 2x Geimpften. Nach Booster oder Impfung + Infektion hat man deutlich mehr Antikörper und ist besser gegen Omikron geschützt. Die Impfungen sind weniger effektiv, aber nicht nutzlos!“, betont der Immunologe.
Er warnt nicht nur vor steigenden Inzidenzen durch die neue Virusvariante, sondern auch vor schweren Krankheitsverläufen. „Gerade Ungeimpfte und vulnerable Personen mit unzureichendem Immunschutz werden auch schwer erkranken! Das wird das Gesundheitssystem deutlich mehr belasten“, glaubt Watzl. Und er befürchtet, „dass wir uns mit den Booster-Impfungen nicht aus einer Omikron-Welle rausimpfen können“. Daher appelliert er an die Verantwortlichen: „Impflücken schnell schließen!“
Wissenschaftler des „Africa Health Research Institute“ in Südafrika hatten bereits am Dienstag Daten zur Wirksamkeit des Vakzins von Biontech/Pfizer gegen die neue Variante veröffentlicht. Auch diese Ergebnisse legen dem Institut zufolge nahe, dass die Virusvariante der Antikörperantwort von zweifach Geimpften entkomme. Bei Geimpften, die zusätzlich infiziert waren, war demnach aber eine beträchtliche Antikörperantwort messbar. Die Ergebnisse beider Untersuchungen wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.
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