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Internationale Studie: Diese Faktoren beeinflussen die Impfbereitschaft

© SNA / Alexej Suchorukhow  / Zur BilddatenbankImpf-Kampagne in Russland
Impf-Kampagne in Russland  - SNA, 1920, 08.12.2021
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Zu viele Menschen lehnen die Impfung gegen Covid-19 ab, um die Pandemie effektiv zu beeinflussen. Welche Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen die Impfung eine Rolle spielen, haben Forscher in einer großen Online-Umfrage im Mai 2021 untersucht. Über 9000 Menschen in neun Ländern auf drei Kontinenten machten mit.
Informationsquellen spielen eine Rolle für die Studie „To vaccinate or not to vaccinate!? Predictors of willingness to receive Covid-19 vaccination in Europe, the U.S., and China” (zu Deutsch: Impfen oder nicht impfen!? Faktoren für die Bereitschaft zur Covid-19-Impfung in Europa, den USA und China), lief eine Woche lang eine Online-Umfrage im Mai 2021. Je rund 1000 Menschen ab 18 Jahren aus China, Frankreich, Deutschland, Polen, Russland, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA beteiligten sich daran.
Erfragt wurden neben Geschlecht, Alter, Familienstand, Sozialstatus, der Lebensmittelpunkt in einer Stadt oder auf dem Land auch die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, die psychische Verfassung und die Mediennutzung sowie die Wahrnehmung der Kommunikation durch die Regierung und die Einstellung der Teilnehmenden gegenüber den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung.

Fast 30 Prozentpunkte Unterschied zwischen Großbritannien und Russland

Insgesamt gaben rund 80 Prozent der Befragten an, bereits geimpft zu sein oder sich impfen lassen zu wollen. Der Anteil schwankte allerdings stark von Land zu Land. Während in Großbritannien 93,9 Prozent willens waren, sich impfen zu lassen, waren es in Russland nur 62 Prozent. „Ein bemerkenswert großer Unterschied“, sagt Privatdozentin Julia Brailovskaia vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die die Studie gemeinsam mit Jürgen Margraf und Silvia Schneider durchführte.
Dr. Paul Brandenburg - SNA, 1920, 08.12.2021
Doc Brandenburg – Die SNA-Sprechstunde
Die Unterschiede zwischen den neun Ländern lassen sich aus einer Mischung interner und externer Faktoren erklären, meinen die Forschenden. „Etwa 30 bis 40 Prozent der Abweichungen können wir auf die von uns untersuchten Faktoren zurückführen“, so das Team. In Deutschland sind Impfskeptiker eher männlich. In China hingegen sind es eher Frauen, die sich nicht impfen lassen möchten. In Schweden und einigen anderen Ländern spielt das Geschlecht keine Rolle.
In den USA und Deutschland lehnen Menschen die Impfung eher ab, wenn sie unter starken Stresssymptomen leiden oder wenn ihre psychische Gesundheit besonders ausgeprägt ist. „Menschen, die über eine gute psychische Gesundheit verfügen, nehmen die Bedrohung durch die Pandemie vielleicht weniger stark wahr als andere und sehen daher nicht die Notwendigkeit, sich durch eine Impfung zu schützen“, schätzen die Forschenden. Beide Faktoren waren in anderen Ländern nicht bedeutend.

„Unter Stress hingegen neigen Menschen zu unangepassten Reaktionen, die die Situation verschlimmern können.“

Informationsquellen spielen eine Rolle

In fast allen Ländern fanden die Forschenden einen Zusammenhang zwischen der Nicht-Nutzung des Fernsehens als Informationsquelle und der Ablehnung einer Impfung. In Polen, Schweden und den USA trug die Nutzung von Social Media als Informationsquelle dazu bei, dass Menschen die Impfung eher ablehnten. Menschen, die die Maßnahmen der Politik nicht als wirksam empfinden, neigen ebenfalls eher dazu, die Impfung abzulehnen. Eine Ausnahme stellt hier China dar.
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„Um die Impfbereitschaft zu erhöhen und damit eine weltweite Immunität gegen Covid-19 zu erreichen, muss jede Regierung das spezifische Muster für ihre Bevölkerung berücksichtigen. Dies ist der wichtigste Weg zum Erfolg im Kampf gegen die Pandemie“, so Julia Brailovskaia.
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