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„IOC bleibt politisch neutral“ – IOC-Chef Bach zu Olympia-Boykott und Fall Peng Shuai

© SNA / Alexey WitwitskyPresident of the International Olympic Committee (IOC) Thomas Bach
President of the International Olympic Committee (IOC) Thomas Bach - SNA, 1920, 07.12.2021
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Trotz des wachsenden internationalen Drucks will IOC-Chef Thomas Bach die Olympischen Spiele nicht politisch instrumentalisieren lassen. Zuletzt sprachen sich Grünen-Politiker dafür aus, dass Deutschland sich dem Olympia-Boykott der USA anschließen solle.
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees zu sein, ist dieser Tage kein einfacher Job. Während die letzten Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele von Peking laufen, wächst der Druck auf IOC-Chef Thomas Bach. Zu vorsichtig, zu zurückhaltend ist er in der Diskussion um die chinesische Tennis-Spielerin Peng Shuai und weigert sich, in den Chor derer mit einzustimmen, die China sanktionieren wollen. Das IOC müsse Farbe bekennen, hatten am Montag beispielsweise die Athleten Deutschland gefordert. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur hat sich Bach nun zum aktuellen Geschehen geäußert.
Der IOC-Chef und Fecht-Olympiasieger von 1976 stellt eines klar: Mit ihm wird es keine Politisierung der Olympischen Spiele geben. Anders als die Damen-Tennistour WTA, die wegen des dreiwöchigen Verschwindens der chinesischen Tennis-Spielerin Peng Shuai vorerst alle Turniere in China aussetzte, hält sich das IOC mit Anschuldigungen und Forderungen nach Aufklärung zurück. Er habe in einer Video-Schalte mit Peng Shuai gesprochen, so Bach. Dass über ihre aktuellen Umstände so wenig mitgeteilt wurde, erklärt der IOC-Chef mit der gebotenen Vertraulichkeit.
„Das Gespräch mit ihr ging mir sehr nahe. Es ist nicht einfach, ein solch sehr persönliches Gespräch über Video zu führen.“
Auch nach den Spielen von Peking werde man weiter Kontakt mit ihr pflegen und den „humanitären Einsatz fortsetzen“. Er könne zudem versichern, dass alle Aspekte des Falles mit der chinesischen Seite besprochen werden würden.
Peng Shuai - SNA, 1920, 06.12.2021
Fall Peng Shuai: Athleten Deutschland fordern vom IOC Bekenntnis zu Menschenrechten
Zurückhaltend gibt sich Bach auch bezüglich der Forderungen nach einem Boykott der Spiele von Peking. Die USA hatten angekündigt, keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter zu den Spielen zu schicken. Zur Begründung nannten die USA den „Genozid“ in der autonomen Region Xinjiang und andere Menschenrechtsverletzungen in China. Politiker der Grünen fordern, Deutschland solle sich dem Olympia-Boykott anschließen. So sagte Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour etwa:
„Bei den massiven Menschenrechtsverletzungen, die wir dort erleben in China, ist es notwendig, dass man auch ein klares Signal setzt.“
Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP lassen gegenwärtig noch offen, ob die künftige Bundesregierung sich dem US-Boykott der Spiele anschließen wird.
Der DPA sagte IOC-Chef Bach dazu, aus seiner Sicht sei die stille Diplomatie ein Erfolg versprechender Weg, den das IOC auch weiterverfolgen werde. Die Boykott-Forderungen seien eine rein politische Diskussion.
„Auch in dieser Frage ist das IOC politisch neutral.“
Für die Spiele wolle das IOC seiner Verantwortung gerecht werden und sich gegen Diskriminierung und für Pressefreiheit, offenes Internet und freie Meinungsäußerung der Athleten einsetzen. Für politischen Wandel sei es jedoch nicht zuständig. „Die Olympischen Spiele können keine Probleme lösen, die Generationen von Politikern nicht gelöst haben“, so Bach.
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