Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Zeit für den ersten Schritt – Wirtschaftsverbände fordern Anerkennung der Impfausweise

© AP Photo / Matthias SchraderCorona-Impfnachweis (Archivbild)
Corona-Impfnachweis (Archivbild) - SNA, 1920, 04.12.2021
Abonnieren
Die größten und wichtigsten Wirtschaftsverbände in Russland, darunter die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), der russische Unternehmerverband RSPP und die Assoziation des Europäischen Business (AEB), haben ein Memorandum zur wechselseitigen Anerkennung von Impfstoffausweisen unterzeichnet.
Das Dokument enthält einen Appell an die Europäische Kommission, die nationalen Regierungen der EU-Staaten, der USA, Kanadas, Großbritanniens und Russlands, den Prozess der gegenseitigen Anerkennung von Corona-Vakzinen und den zugehörigen Zertifikaten zu beschleunigen. Zudem sollen Reisebeschränkungen für Geimpfte gelockert und Test- sowie Quarantänevorschriften aufgehoben werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung unter dem Titel „Zeit für den ersten Schritt“.
In einer Pandemie, in der viele Länder mit der vierten Welle zu kämpfen haben, sei es notwendig, die Zahl der Geimpften zu erhöhen, erklärte AEB-Chef Tadzio Schilling bei der Pressekonferenz in Moskau.
„Wir glauben, dass die gegenseitige Anerkennung von Impfausweisen einen starken Anreiz zur Impfung bieten wird. Darüber hinaus wird es zu einer Zunahme der Geschäftskontakte beitragen, was eine Zunahme der Handels- und Investitionsaktivitäten und in der Folge eine wirtschaftliche Erholung bedeutet.“
Die fehlende Anerkennung von Impfstoffen zwischen Russland, wo die meisten europäischen Unternehmer leben und arbeiten, und dem Land, aus dem sie stammen, ist für sie ein großes Problem. Das weiß Tim Knoll, Geschäftsführer der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, aus erster Hand.
„Für mehr als 1000 Mitglieder unserer Kammer ist dieser Punkt einer der wichtigsten. Wir sind uns bewusst, dass die Pandemie nicht so schnell enden wird, aber die Freizügigkeit zwischen den Ländern ist für diejenigen, die im globalen Geschäft tätig sind, sehr wichtig – für Russland, die Europäische Union, Amerika und andere Länder. Ich bin Deutscher, aber ich lebe und arbeite in Russland und deshalb habe ich Sputnik V im Griff, ich habe ein Zertifikat. Wenn ich nach Deutschland gehe, dann gelte ich dort als nicht geimpft. Das heißt, ich bin zwar geimpft, aber rechtlich nicht. Für unser Unternehmen und für andere ist dies aufgrund der strengen Beschränkungen, die es nicht geben sollte, ein großes Problem“, schilderte Knoll.
Das Problem sei akut und müsse dringend gelöst werden, stellte seinerseits der Präsident des russischen Unternehmerverbandes RSPP, Alexander Schochin, fest. „Nicht die Impfstoffe selbst anzuerkennen, sondern die Impfausweise – das soll der erste Schritt sein. Für die nationalen Behörden ist es, gelinde gesagt, nicht teuer, die Wirtschaft aber würde es sehr zu schätzen wissen. Dadurch würden viele Produktionsprozesse vereinfacht. Für normale Bürger würde solche Entscheidung auch eine Erleichterung“, meint Schochin. Genesene mit hohen Antikörpertitern müssten, seiner Meinung nach, den Geimpften gleichgestellt werden, Russland gehe in diese Richtung.
Die Hindernisse, die nicht so sehr wegen des Coronavirus, sondern wegen der Befriedigung bürokratischer Verfahren in den Weg gelegt würden, seien unnötig und entsprächen nicht den Zielen der Bekämpfung der Pandemie, legte Alexis Rodsjanko, Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Russland, nach. Mit der Unterzeichnung des Memorandums forderte er auch die Regierungen Russlands und der Vereinigten Staaten auf, ihre diplomatischen Probleme und die Frage der Visumerteilung zu regeln, sowie die Arbeit der Konsulate in beiden Ländern wiederherzustellen.
Ernesto Ferlenghi, Exekutiver Vizepräsident des Verbandes italienischer Industrieller in Russland, nannte die Möglichkeit der Freizügigkeit zwischen den Staaten eine der wichtigsten Bedingungen für die Erholung der Wirtschaft und des Handels zwischen Russland und Italien, die im Jahr der Pandemie 2020 um 20 Prozent auf fünf Milliarden Euro zurückgegangen sind. Unterstützt wurde die Initiative auch von Alf Torrance, Exekutivdirektor der Russisch-Britischen Handelskammer.
„Wir werden die gegenseitige Anerkennung verschiedener Impfstoffe fördern. Die Unsicherheit der Wirtschaft, das Aufkommen neuer Coronavirus-Stämme wirkt sich negativ auf den Geschäftsverlauf aus“, merkte er an.
Viele Teilnehmer aus Kanada konnten wegen der Nichtanerkennung des kanadischen Impfstoffs nicht an der jüngsten jährlichen Handels- und Investitionskonferenz in Moskau teilnehmen, sagte Nathan Hunt, Vorsitzender des Moskauer Vorstands der Canadian Business Association in Russland und Eurasien. Er hofft, dass russische Teilnehmer im März 2022 zur Konferenz nach Kanada kommen könnten, allerdings nur, wenn der Prozess der Anerkennung von Impfausweisen in Gang käme. Die kanadische Regierung habe mehr als 150 Länder aufgefordert, das kanadische Zertifikat anzuerkennen, so Hunt.
„Das ist nicht nur für Geschäftsleute von Bedeutung. Wenn Impfausweise von allen Ländern anerkannt werden, motiviert das normale Bürger, sich impfen zu lassen, somit werden viele Leben gerettet.“
Wie die Unterzeichner des Memorandums feststellten, biete die internationale Wirtschaft einen wirksamen Weg zur Lösung vieler Probleme. Egal wer den ersten Schritt mache, Hauptsache, der Prozess würde gestartet. Eine der Plattformen zur Förderung der Initiative könne die G20 sein.
Der russische Einkomponenten-Impstoff Sputnik Light - SNA, 1920, 30.11.2021
San Marino erhält erste Lieferung von „Sputnik Light“
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала