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Türkei hat offenbar Dutzende Drohnen an Ukraine verkauft – Bericht

© AFP 2021 / Sergei SupinskyErdogan und Selenski
Erdogan und Selenski  - SNA, 1920, 04.12.2021
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Die Türkei soll die Ukraine mit deutlich mehr bewaffneten Drohnen beliefert haben, als zuvor bekannt gegeben wurde. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg beläuft sich die Drohnenzahl auf zwei Dutzend. Zudem sollen bald noch weitere Waffendeals zwischen den beiden strategischen Partnern über die Bühne gebracht werden.
Die Bayraktar TB2-Drohnen, die im Oktober zum ersten Mal eingesetzt worden seien, um mobile Artillerie in der abtrünnigen ukrainischen Donbass-Region zu zerstören, seien wertvolle Gegenstände in einer aufstrebenden Beziehung, die die Türkei zu einem der wichtigsten Unterstützer Kiews gemacht habe, schreibt Bloomberg.
Der türkische Waffenhersteller Baykar habe seit 2019 Dutzende Drohnen zusammen mit Kontrollstationen und Raketen an die Ukraine verkauft, berichtet Bloomberg unter Verweis auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Beamte und einen leitenden Vertreter aus der türkischen Rüstungsindustrie.
Lieferungen von mindestens zwei Dutzend weiteren Drohnen sollen bereits im Gange sein.
Baykar und die türkische Regierung wollten sich laut der Nachrichtenagentur nicht zur Zahl der bisher an die Ukraine verkauften Drohnen äußern.
Laut einem hochrangigen türkischen Beamten sind noch weitere Abkommen in Aussicht gestellt worden. Die Türkei will demnach den ukrainischen Zenit-2 ähnliche Weltraumraketen produzieren. Die Trägerraketen könnten der Türkei dabei helfen, ballistische Raketen zu entwickeln, was Ankara, so der Beamte, momentan nicht vorhabe.

Spannungen zwischen Russland und dem Westen

Die Verteidigungsabkommen sind vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen dem Westen, der Ukraine und Russland zustande gekommen. Die USA haben ihre europäischen Verbündeten im vergangenen Monat davor gewarnt, dass Moskau Truppen nahe der ukrainischen Grenze zusammenziehe, um eine angebliche Invasion vorzubereiten.
US-Außenminister Antony Blinken warnte am Donnerstag den russischen Außenminister,Sergej Lawrow, vor „ernsthaften Konsequenzen“ im Falle eines Angriffs. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück.
US-Präsident Joe Biden und der russische Staatchef, Wladimir Putin, treffen sich bald zu einem Videogipfel. Putin fordert „rechtsverbindliche“ Sicherheitsgarantien, welche Nato-Waffen aus der Ukraine fernhalten würden – insbesondere Raketen, die innerhalb von wenigen Minuten einen Angriff auf Moskau ermöglichen.
Die Drohnenverkäufe an die Ukraine sorgten in Moskau für Aufregung und belasten das Verhältnis zwischen dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, und Putin.
Der russische Präsident verurteilte am Freitag in einem Telefonat mit Erdogan den „provokativen“ Einsatz der Angriffsdrohnen durch die Ukraine und betonte, dass Kiew alle seine Versuche des militärischen Einflusses auf die Donbass-Region aufgeben sollte, wie aus einer Kreml-Mitteilung hervorgeht. In einem Telefonat Mitte November hatte Lawrow den türkischen Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, dazu aufgerufen, die Besorgnis Moskaus über die „Militarisierung“ der Ukraine durch die Türkei „so ernst wie möglich“ zu nehmen.
Ein Soldat der  ukrainischen Armeee an der Trennungslinie im Gebiet Donezk - SNA, 1920, 27.10.2021
Ukrainisches Militär zeigt ersten Einsatz von Bayraktar-Drohne im Donbass – Video

Militärisch-technische Kooperation der Ukraine

Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte Mitte Dezember 2020 bekannt gegeben, ein Abkommen mit der Türkei über die Produktion von Korvetten und Kampfdrohnen für die ukrainische Armee unterzeichnet zu haben.
Laut Bloomberg erhält das Land seit 2014 Munition und Gegenfeuer-Radarsysteme aus den USA. Hinzu kommt auch die Lieferung von Panzerabwehrraketen des Typs „Javelin“ seit 2018. Großbritannien hat eine grundsätzliche Vereinbarung über die Finanzierung und den gemeinsamen Bau von acht Schnellangriffsbooten, die mit Anti-Schiffs-Raketen für die Ukraine bewaffnet sind, bis 2024. Kanada hat Zehntausende ukrainische Offiziere ausgebildet.
Ende Oktober hat der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine den ersten Kampfeinsatz einer türkischen Bayraktar-Drohne im Donbass präsentiert. Bayraktar soll dabei das Artilleriegeschütz mit einer gesteuerten Bombe zerstört haben.
Türkische TB2-Drohnen der Firma Baykar Makina können etwa sowohl im Kampf als auch zur Aufklärung eingesetzt werden. Kiew nutzt sie für seine Land- und Seestreitkräfte und will ein Werk für deren Produktion sowie ein Servicezentrum bauen. Im Gegenzug liefert ein ukrainisches Staatsunternehmen an jene türkische Firma Motoren für noch stärkere Angriffsdrohnen.
Der ukrainische Außenminister, Dmitri Kuleba, hatte zuvor erklärt, die türkischen Drohnen seien zur „Abschreckung Russlands“ im Falle eines „großangelegten Angriffs auf die Ukraine“ erforderlich. Lawrow appellierte seinerseits an die betroffenen Parteien, einschließlich der Türkei, den Militarismus in der Ukraine nicht zu befeuern.
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