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Kita „Anne Frank“ wollte Namen ändern: Bürgermeister und Angestellte erhalten hunderte Drohbriefe

© AFP 2021 / INA FASSBENDERKinder in einer Kita (Symbolbild)
Kinder in einer Kita (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.12.2021
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Weil der Name Anne Frank und das Thema dahinter für Kinder im Kita-Alter schwer greifbar sei, wollte sich eine thüringische Kita umbenennen. Nach heftigen Protesten wurde der Plan fallen gelassen. Bürgermeister Heiko Koch berichtete, dass ihn innerhalb eines Tages weit mehr als hundert E-Mails mit Beschimpfungen und Bedrohungen erreicht hätten.
Der kommunale Kindergarten „Anne Frank“ in der thüringischen Gemeinde Elxleben wollte sich in „Elchzwerge“ umbenennen. Davon wird nun nach heftigen Protesten abgesehen. Das versicherte am Dienstagabend Bürgermeister Heiko Koch (CDU) der Nachrichtenseite Focus Online.

Jüdische Landesgemeinde: „Erschreckend und zutiefst unanständig“

Zuerst hatte die „Thüringer Allgemeine“ über die angedachte Namensänderung berichtet. Kita-Leiterin Ann-Kathrin Offhaus begründete den Vorstoß gegenüber der Zeitung damit, dass der Name „Anne Frank“ und das Thema dahinter für Kinder in diesem Alter sehr schwer greifbar sei. Die Eltern würden das ähnlich sehen. Die Reaktionen auf den Plan seien mehrheitlich zustimmend gewesen, so Offhaus. Zugleich betonte sie, dass es lediglich um einen Kita-Namen gehe, der für Kinder und Mitarbeiterinnen eine Identifizierung ermögliche. Mit Antisemitismus habe dies nichts zu tun.
Den Namen „Anne Frank“ in einer Zeit des erstarkenden Antisemitismus abzulegen sei für ihn „erschreckend und zutiefst unanständig“, erklärte der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, gegenüber Focus Online. „Ich bin einfach nur traurig.“ Schramm sagte weiter, man brauche jetzt „kein Signal, das Antisemitismus begünstigt, sondern genau das Gegenteil!“ Anne Frank sei eine Symbolfigur für alle Opfer des Nationalsozialismus. „Dass man dieses Symbol jetzt beschädigt, macht mich sprachlos.“

Hunderte E-Mails mit Beschimpfungen und Bedrohungen

Das Argument der Kita-Leitung, für Kinder sei das Thema rund um Anne Frank nur schwer begreiflich, bezeichnete Schramm weiter als „vorgeschoben“: „Auch kleinen Kindern kann man beibringen, was Unmenschlichkeit, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bedeuten.“ Man könne ihnen erklären, dass sich das, was Anne Frank erleben musste, „nicht wiederholen darf“.
Bürgermeister Heiko Koch (CDU) versicherte dem Nachrichtenportal, dass der Kindergarten „Anne Frank“ nicht in „Elchzwerge“ umbenannt werde. Er habe sich nicht vorstellen können, dass „die Sache so eine Dynamik annimmt.“ Koch habe im Laufe des Dienstags weit mehr als hundert E-Mails mit Beschimpfungen und Bedrohungen erhalten. Auch die Leitung des Kindergartens habe solche Schreiben erhalten. „Das war ganz schlimm“, so der Bürgermeister im Gespräch mit Focus Online und betonte: „Wir sind weder rechtsextrem noch antisemitisch.“
Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren. Sie ist durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs zum Symbol für Millionen Juden geworden, die der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.
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