Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Uniformen, Fackeln, Helme: El Salvadors Präsident vergleicht Merkel-Zapfenstreich mit „Diktatur“

© AP Photo / Odd AndersenZapfenstreich
Zapfenstreich  - SNA, 1920, 03.12.2021
Abonnieren
Nach dem gestrigen zu Ehren von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehaltenen Großen Zapfenstreich scheinen nicht alle Politiker von der feierlichen Zeremonie gerührt zu sein. Der selbst den Ruf eines autoritären Staatsoberhaupts genießende Präsident von El Salvador sprach mit Blick auf die Zapfenstreich-Attribute von einer „Diktatur“.
„Die Uniformen, die flammenden Fackeln, die Farben, die Helme...16 Jahre an der Macht“, schrieb der salvadorianische Staatschef Nayib Bukele am Donnerstag zu einem Reuters-Tweet über den Zapfenstreich.
„Aber El Salvador ist die Diktatur“, kommentierte er scherzhaft weiter mit einem Tränen lachenden Emoji.

„Coolster Diktator“ der Welt

Kritiker und internationale Organisationen warnen immer wieder vor dem autokratischen Regierungsstil von Bukele, der 2019 als Präsident des mittelamerikanischen Landes gewählt worden war. Vor seinem Amtsantritt soll er versprochen haben, entschieden gegen Korruption und organisiertes Verbrechen vorzugehen.
Seitdem mehren sich die kritischen Stimmen über Bukeles angebliche Jagd auf unabhängige Journalisten, Anwälte und Menschenrechtsaktivisten. Außerdem werden ihm Vetternwirtschaft und Klientelismus zur Last gelegt.
Der 40-jährige Politiker beschrieb sich selbst eine Zeit lang in seinem Twitter-Profil als „coolsten Diktator der ganzen weiten Welt“.
Bukele hat im Februar 2020 Soldaten im Parlament aufmarschieren lassen, um eine Zustimmung zur Finanzierung seines Sicherheitskonzepts voranzutreiben. Nachdem seine Partei bei einer Wahl eine deutliche Mehrheit im Parlament erreicht hatte, tauschte sie im Mai alle fünf Verfassungsrichter des Obersten Gerichts aus. Die neuen Richter entschieden inzwischen, ein Verbot einer zweiten konsekutiven Amtszeit des Präsidenten aufzuheben.

AfD spricht von „perfidem Abschiedsgeschenk“

Kritik an der Zeremonie – und vor allem der Abschiedsrede von Angela Merkel – hagelte es gestern auch vonseiten der AfD. Auf der offiziellen Seite schreibt die Partei etwa von einem „perfiden Schlag in die Magengrube“ im Zusammenhang mit der von Kanzlerin in Aussicht gestellten Impfpflicht. Es sei „geboten, eine solche Impfpflicht zu beschließen“, heißt es.
Die AfD sprach in dieser Hinsicht von einer unverhüllten Doppelmoral, weil nach dem Versprechen, dass alle Maßnahmen aufgehoben würden, plötzlich „ein gegenteiliger Kurs“ eingeschlagen werde, heißt es weiter. Dies passt aus Sicht der Partei „zu dem autoritären und freiheitsfeindlichen Gebaren, welches Merkel während ihrer gesamten Amtszeit an den Tag legte“.
Ferner verwies die AfD in diesem Zusammenhang auf ein im Jahre 1991 dem Journalisten Günter Gaus gegebenes Interview und spielte auf den autoritären Führungsstil der scheidenden Kanzlerin an:
„Sie sei geprägt von einem ,tiefen Misstrauen zu basisdemokratischen Gruppierungen‘, weil man sich ,nicht zu lange im eigenen Diskutieren verlieben sollte.‘ Und weiter: ,Also vielleicht habe ich da ein autoritäres Verhalten in mir.‘“
Bundeskanzlerin Angela Merkel - SNA, 1920, 02.12.2021
Nach 16 Jahren im Amt: Großer Zapfenstreich für Angela Merkel

Großer Zapfenstreich für Angela Merkel

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Donnerstagabend mit dem Großen Zapfenstreich im Bendler-Block in Berlin von der Bundeswehr nach 16 Jahren im Amt verabschiedet worden. Die Zeremonie ist die höchste Würdigung der Streitkräfte und vor allem Bundespräsidenten, Kanzlern und Verteidigungsministern vorbehalten.
Wie alle auf diesem Weg Geehrte durfte sich Merkel drei Musikstücke aussuchen. Sie wünschte sich vom Stabsmusikkorps das Kirchenlied „Großer Gott, wir loben Dich“, den Chanson „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef sowie den Schlager „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen.
Merkel verfolgte den Großen Zapfenstreich im Sitzen und sichtlich gerührt. Coronabedingt konnten daran wesentlich weniger Gäste teilnehmen als üblich. Unter den Teilnehmern waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der designierte künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Ihm und seiner Regierung wünschte Merkel in ihrer Rede vor Beginn der eigentlichen Zeremonie „alles, alles Gute und eine glückliche Hand und viel Erfolg“.
Ihre Meinung
Werden Sie Angela Merkel nach ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin vermissen?
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала