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Streit um Taiwan: Peking bestellt japanischen Botschafter ein

© REUTERS / DADO RUVICEine chinesische und eine taiwanesische Flagge mit einem MIlitärflugzeug im Hintergrund
Eine chinesische und eine taiwanesische Flagge mit einem MIlitärflugzeug im Hintergrund - SNA, 1920, 02.12.2021
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Der Streit um den internationalen Status Taiwans dauert an: nun hat das chinesische Außenministerium den japanischen Botschafter einbestellt – als eine Reaktion auf die Äußerung des ehemaligen Premierministers Shinzo Abe, meldet Reuters am heutigen Donnerstag.
Shinzo Abe äußerte letzte Woche, dass ein militärischer Eingriff seitens Chinas in Taiwan eine Gefahr für Japan darstellen würde und somit nicht durch die amerikanisch-japanische Allianz toleriert werden könnte. Für China würde dies seiner Meinung nach einen „ökonomischen Selbstmord“ bedeuten.
Abe, der letztes Jahr als Premierminister Japans zurückgetreten ist, ist Vorsitzender der Fraktion der regierenden Partei LDP im Parlament.
Die stellvertretende chinesische Außenministerin Hua Chunying bezeichnete seine Äußerung als unverantwortlich und als „einen brutalen Eingriff“ in die inneren Angelegenheiten Chinas. Solche Aussagen würden der Beziehung zwischen China und Japan schaden.
„Die Äußerungen stellten Chinas Souveränität in Frage und unterstützten die Streitkräfte, die für die Unabhängigkeit Taiwans kämpfen, auf unverschämte Art.“
Taiwans Vertretungsbüro in Litauen  - SNA, 1920, 21.11.2021
Nach Eröffnung von Taiwans Vertretungsbüro: China stuft diplomatische Beziehungen zu Litauen herab
Geschichte des Taiwan-Konflikts
Die Insel Taiwan ist die Urheimat der Austronesier, Angehörige einer Sprachfamilie, die im gesamten indo-pazifischen Raum lebten. Holland, Portugal und Spanien versuchten, ihre Kolonialherrschafft auf der Insel zu etablieren. 1683 wurde die Insel zum Teil der chinesischen Provinz Fujian ernannt. Dies hatte zur Folge, dass Teile der chinesischen Bevölkerung auf die Insel migrierten. Nach dem chinesisch-japanischen Krieg befand sich Taiwan unter japanischer Herrschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte China erneut die Kontrolle über die Insel.
Der Zweite Weltkrieg und die japanische Vorherrschaft führten zu Unruhen, welche in einem, bis 1949 andauerndem, Bürgerkrieg mündeten. Die Kommunisten unter Mao Zedong konnten sich durchsetzen und die Kuomintang-Anhänger sagten sich von China los und flohen nach Taiwan. Auf der Insel gründeten sie die Republik China, die oft auch als Republik Taiwan bezeichnet wurde und nur von Teilen der internationalen Gemeinschaft anerkannt ist. Sie wurde unter anderem von den USA und den anderen westlichen Staaten anerkannt.
Taiwan hat seine eigene Verfassung, sein Rechtssystem und demokratische Wahlen. Seit Anfang der 2000er Jahre kommt es aber immer wieder zu Forderungen nach mehr Unabhängigkeit. Trotz politischer Differenzen gibt es bedeutende ökonomische Beziehungen zwischen der Insel und dem Festland.
Die Volksrepublik China sieht Taiwan als Teil seines Staatsterritoriums, als abtrünnige Provinz, an. Daher bezieht sich China im Taiwan-Streit auf zwei der zehn grundlegenden Prinzipien des internationalen Rechts – „Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten“ und „Achtung der territorialen Integrität anderer Staaten“.
Taiwan verweist wiederholt auf ein weiteres grundlegendes Prinzip des internationalen Rechts – auf „das Recht auf die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker“.
Dem Außenministerium der Republik China (Taiwan) zufolge unterhält die Insel derzeitig diplomatische Beziehungen mit 15 Staaten.
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