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Sinnvolle Vorsicht? Stiko-Chef Mertens würde eigene Kinder nicht impfen lassen

© REUTERS / HANNIBAL HANSCHKELeiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens
Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens - SNA, 1920, 02.12.2021
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Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, konnte im FAZ-Podcast nicht bestätigen, dass es zu einer generellen Stiko-Empfehlung für das Impfen von Kindern zwischen fünf und elf Jahren kommt. Sein eigenes Kind würde er wegen fehlender Daten gegen das Coronavirus erstmal nicht impfen lassen.
Hätte Mertens ein sieben- bis achtjähriges Kind, dann würde er es nicht impfen lassen. „Wahrscheinlich jetzt nicht“, sagte der Stiko-Chef im Interview. Gegen eine Empfehlung für die Altersgruppe fünf bis elf Jahre spreche derzeit die fehlende Datenlage zum Kinderimpfstoff. Die Daten aus den USA und Israel, wo die Kinderimpfung bereits begonnen habe, lägen derzeit noch nicht vor, so Mertens. Die Vorsicht mit dem Impfen betreffe jedoch nur gesunde Kinder – den Vorerkankten sei noch vor einem Jahr empfohlen worden, sich impfen zu lassen.
Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens - SNA, 1920, 25.11.2021
Stiko-Chef versteht Sorgen vor Kinderimpfung, derweil impfen manche auch ohne Stiko-Empfehlung
Mertens lehnte auch die Vorwürfe ab, dass das Zögern seines Gremiums mit der Herausgabe der Empfehlung für den Kinderimpfstoff viele Eltern verunsichere. Die Aufgabe der Stiko sei es, eine länderspezifische Indikation für den Impfstoff zu erstellen, nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ihn bereits freigegeben habe, sagte der Experte.
„Sie wird sicher fertig sein, bevor der Kinder-Impfstoff in Deutschland verfügbar ist“, so Mertens.
Der Stiko-Chef erklärte zudem, dass die Kommission im Fall des Kinderimpfstoffs vor den folgenden Abwägungsproblemen stehe: wie schwerwiegend Krankheit für Kinder sei, was die Impfung dieser Altersgruppe für das Fortschreiten der Pandemie bedeute sowie welche möglichen Restrisiken bei Kinderimpfung es gebe. Mertens betonte, dass die Untersuchungen zur Krankheitslast der Kinder bisher ergeben hätten, dass diese „außerordentlich gering“ sei.
„Wenn die Krankheit für die zu Impfenden medizinisch gesehen keine schwerwiegende Rolle spielt, muss man umso sicherer sein, dass die Impfung auch auf Dauer gut verträglich ist“, so der Experte.
Nach seinen Worten ist das Problem nicht die Stiko-Empfehlung für Kinder per se, sondern die Verfügbarkeit eines für diese Altersgruppe „zugelassenen und konfektionierten Impfstoffs“, so Mertens. Die Kinder bräuchten nur eine sehr kleine Menge von der Dosis, die für Erwachsene gemeint sei. Unabhängig davon, wieviele Eltern nun an Praxen stürmten, könnte die wechselnde Stimmung in der Öffentlichkeit und auch bei Politikern nicht das Maß für die Entscheidung der Kommission sein, ob eine Impfung von Kindern empfohlen werde, findet Mertens.
„Falsche politische Entscheidungen können nicht durch eine Impfung korrigiert werden“, betonte der Stiko-Chef und bemängelte, dass die fehlende Impfbereitschaft der 18- bis 59-Jährigen nun durch eine Impfung der Kinder ausgeglichen werden solle.
Die EMA hatte den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren Mitte November zugelassen. Der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch, dass die Lieferung des Impfstoffs an die EU-Mitgliedsstaaten am 13. Dezember erfolgen soll. Vor diesem Hintergrund wird die ausstehende Empfehlung der Stiko unter Eltern und Ärzten sehr begehrt. Viele sind aber so verzweifelt, dass sie auch ohne die Stiko-Entscheidung ihre Kinder impfen lassen.
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