PiS-Chef Kaczyński spricht vom „Vierten Reich“ in der EU

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Jarosław Kaczyński, Vorsitzender der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), hat mit seiner jüngsten Erklärung zu Deutschland für Aufsehen gesorgt.
„Deutschland will das Vierte Reich aufbauen. Wir werden das nicht zulassen“, erklärte Kaczyński am Donnerstag in einer geschlossenen Versammlung des parlamentarischen Klubs seiner Partei nach Angaben des Portals Wirtualna Polska.
Einige Parteimitglieder bestätigten die Echtheit der Aussage. Zuvor hatte Kaczyński die Abgeordneten aufgerufen, den Grad der Bereitschaft zu einer Mobilmachung zu erhöhen, denn „die Situation bleibt kompliziert“.
Politologe und Journalist Wojciech Szacki zitierte den Parteichef etwas ausführlicher: „Die Europäer stehen schwierigen Zeiten gegenüber. Die Deutschen bekennen Farbe, sie wollen das Vierte Reich aufbauen. Wir werden das nicht zulassen.“ Die Worte seien mit Beifall der Anwesenden aufgenommen worden.
- Ciężkie terminy przyszły na Europejczyków. Niemcy wyłożyły karty na stół i chcą budowy IV Rzeszy. My na to nie pozwolimy - powiedział Jarosław Kaczyński na posiedzeniu klubu PiS. I dostał owację.
— Wojtek Szacki (@szacki) December 1, 2021
Szacki fragte einen PiS-Abgeordneten, ob das ein Witz sei. „Nein. Der Vorsitzende hat genau das gesagt“, antwortete er.
Beziehungen Polens zu anderen EU-Mitgliedern angespannt
Die Beziehungen Polens zu anderen EU-Mitgliedern sind angespannt angesichts der Migrationskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze, wo Flüchtlinge aus Nahostländern seit Wochen in der Hoffnung ausharren, in die EU zu gelangen. Der polnische Grenzschutz lässt aber niemanden durch.
Vor etwa einer Woche erinnerte Polen daran, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg kein Geld von Deutschland bekommen hatte. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte der Nachrichtenagentur dpa, Polen wolle mit einem neuen Forschungsinstitut seine Reparationsansprüche für die von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg verursachten Schäden geltend machen.
Er habe bereits ein Dokument zur Gründung dieses Instituts unterzeichnet, das die Höhe der Schäden nun berechnen solle. „Das Thema ist nicht vom Tisch, weil Polen sehr schlecht behandelt wurde, indem es keine Reparationen erhalten hat“, argumentierte Morawiecki.
