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Nach „Nussknacker“-Absage: Botschafter Netschajew kritisiert Sanktionen gegen Märchen

© AP Photo / Francois MoriDie Tänzer Sohrab Chitan (l.) und Axelle Chagneau führen Szenen aus dem (noch nicht verbotenen) "Nussknacker" aus. Paris, 1. September 2021
Die Tänzer Sohrab Chitan (l.) und Axelle Chagneau führen Szenen aus dem (noch nicht verbotenen) Nussknacker aus. Paris, 1. September 2021 - SNA, 1920, 02.12.2021
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Nach der zeitweiligen Einstellung von Peter Tschaikowskis Ballett „Der Nussknacker“ in der Bundesrepublik Deutschland hat Russlands Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, den Deutschen empfohlen, sich die Inszenierung via Internet aus Russland anzuschauen.
Zuvor hatte das Berliner Staatsballett beschlossen, die Aufführung des von den russischen Choreografen Wassili Medwedew und Juri Burlaka inszenierten Märchens aus der Notwendigkeit einzustellen, „das Material aufs Neue aufzuarbeiten“. In einem Beitrag für die „Berliner Zeitung“ (Donnerstag) schrieb Netschajew von „Rassismus und Sexismus“ als Grund für die Entscheidung: Braun geschminkte Körperteile einiger Tänzerinnen und Reflektionen von einem Harem.
„Der Fall zeigte anschaulich den Verzerrungsgrad des gesunden Menschenverstands auf, den man erreichen kann, wenn man den Erwartungen des ‚fortschrittlichen‘ Teils der Menschheit entsprechen will“, hieß es in dem Beitrag.
Derartige Entscheidungen seien eher ein Ersatz für die „notwendige und wichtige Arbeit zur Aufarbeitung der Verbrechen aus der Kolonialzeit und zur Wiedergutmachung des zugefügten Schadens“, schrieb der Botschafter.

„Das Ausradieren in den Programmheften erinnert schmerzlich an wohlbekannte Entwicklungen aus der Vergangenheit und kann nur noch Besorgnis erregen. Geht dieser Säuberungskampf nicht zu weit? Wer steht als Nächstes zum Ausschluss aus dem Kulturbetrieb an? Sollte nach dem Verbot vom ‚Nussknacker‘ auch noch das einschlägige Fest verboten werden? Denn für unsere heutige Zeit wird es zu traditionell sein.“

Das Märchen-Ballett „Der Nussknacker“ - SNA, 1920, 02.12.2021
Kein „Nussknacker“ zu Weihnachten wegen Haremsdamen und Blackfacing: Russen wundern sich
„Es ist beruhigend, dass die Cancel Culture, die in Deutschland an Fahrt gewinnt, nicht der mehrheitlich tatsächlichen Stimmung der Bevölkerung entspricht.
Solange das gute alte Märchen unter Sanktionen steht, können wir das verehrte Berliner Publikum mit dem unübertroffenen ‚Nussknacker‘ als Live-Schaltung aus den besten russischen Theaterhäusern trösten“, betonte Netschajew.
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