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Nach vier Monaten hinter Gittern: Assange-Vertrauter Craig Murray wieder auf freiem Fuß

© AFP 2021 / Andy BuchananCraig Murray (Archivbild)
Craig Murray (Archivbild) - SNA, 1920, 02.12.2021
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Am Dienstag konnte der ehemalige britische Botschafter und Assange-Vertraute Craig Murray nach viermonatiger Haft das Gefängnis verlassen. Wegen seiner Berichterstattung über den Prozess gegen den ehemaligen schottischen Regierungschef Alex Salmond war Murray ursprünglich zu acht Monaten Haft verurteilt worden.
Äußerlich gealtert und mit langen weißen Haaren und Rauschebart trat Craig Murray am Dienstag vor seine etwa 100 Unterstützer, die sich vor den Mauern des Gefängnisses HMP in Edinburgh versammelt hatten.
„Es ist gut, diesen guten Mann zurück zu haben“, schrieben sie auf Twitter.
Auf der Kampagnenseite „Justice for Craig Murray“ und dem dazugehörigen Twitter-Account hatten die namhaften Unterstützer des Menschenrechtsaktivisten in den letzten Tagen einen Countdown anlässlich seiner anstehenden Entlassung veranstaltet.
Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.08.2021
Schwarzer Tag für Pressefreiheit: Assange-Vertrauter Craig Murray in Haft
Im Juli war Craig Murray zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Nachdem Ende Oktober bekannt wurde, dass in der Haftanstalt Covid-19 ausgebrochen war, hatte die Kampagne für Murrays vorzeitige Entlassung neuen Auftrieb bekommen. Murrays Gesundheit ist durch verschiedene, teils schwere Erkrankungen stark angeschlagen und schon vor seinem Haftantritt äußerten seine Frau und andere Unterstützer die Sorge, Murray könnte die Haftzeit nicht überleben. Nach Bekanntwerden des Covid-19-Ausbruchs im HMP Gefängnis schrieb der Abgeordnete Neale Hanvey (Alba Partei) an Keith Brown (SNP), Staatssekretär für Justiz, mit der dringenden Bitte, Murray vorzeitig aus der Haft zu entlassen und unter Hausarrest zu stellen. „Craigs chronische und lebensbedrohliche Herz- und Atemwegserkrankungen und allgemeine gesundheitliche Probleme bedeuten, dass sein Leben in Gefahr ist“, so Hanvey in seinem Schreiben. Von Personen, die in regelmäßigem Kontakt mit Murray stünden, habe er erfahren, dass es in dem Gefängnistrakt, wo Murray festgehalten werde, 15 Covid-19-Infektionen unter den insgesamt 60 Insassen gegeben habe. Zudem gebe es noch immer keine regelmäßige Testung in der Haftanstalt und mehr als eine Woche nach dem Ausbruch der Infektionen sei Murray noch immer nicht getestet worden. Er bitte den Staatssekretär daher, sich für Murrays sofortige Entlassung aus humanitären Gründen einzusetzen.
Offenbar haben Hanveys Brief und die kontinuierliche öffentliche Unterstützung für Craig Murray Wirkung gezeigt. Nach gerade einmal der Hälfte der Haftzeit ist der ehemalige Diplomat am Dienstag aus dem Gefängnis entlassen worden. Wie der „Herald Scotland“ berichtet, wurde der 63-Jährige von Ehefrau Nadira, den drei Kindern und etwa 100 Unterstützern vor den Gefängnistoren empfangen. Es sei „furchtbar da drin“ und das Gefängnis sei „kein angenehmer Ort“, habe Murray gesagt. Schottland solle sich für sei „altmodisches und zurückgebliebenes Justizsystem“ schämen. Mehrere JVA-Bedienstete hätten ihm gesagt, sie glaubten nicht, dass er ins Gefängnis gehöre. „Einige von ihnen gingen noch weiter und sagten gerade heraus, sie hätten die Arbeit im Gefängnis nicht aufgenommen, um politische Gefangene festzuhalten“, so Murray in seiner 16-minütigen Rede. Der Aktivist und Blogger war verurteilt worden, weil er in seiner Berichterstattung über den Vergewaltigungs-Prozess gegen den ehemaligen schottischen Regierungschef Alex Salmond angeblich Hinweise auf die Identitäten der Klägerinnen gestreut hatte, und wegen „Missachtung des Gerichts“. Murray hatte das Urteil vergeblich angefochten.
Murrays Ehefrau Nadira freut sich darüber, ihren Mann wieder zu Hause zu haben, und hofft auch für die Familie von Wikileaks-Gründer Julian Assange, zu dessen engsten Vertrauten Craig Murray gehört, dass sie bald vereint sein wird.
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