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Studie: Zustimmung zu antisemitischen Einstellungen unter Muslimen höher

© SNA / Maxim BogodwidMoschee (Symbolbild)
Moschee (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.12.2021
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Eine Studie der Ernst-Abbe-Hochschule Jena zeigt, dass muslimische Jugendliche in Deutschland und der Schweiz antisemitischer eingestellt sind als ihre christlichen oder konfessionslosen Altersgenossen.
Der Sozialwissenschaftler Sören Kliem von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena untersuchte anhand groß angelegter Befragungen von Jugendlichen, welche 2017 und 2019 in der Schweiz und Niedersachsen stattfanden, den Einfluss der Religionszugehörigkeit auf antisemitische Einstellungen. Er kam zu dem Ergebnis, dass muslimische Jugendliche antisemitischer eingestellt seien als ihre christlichen oder konfessionslosen Altersgenossen.

Signifikant höhere Zustimmungsraten zu antisemitischen Einstellungen

Die Ergebnisse belegen, dass Muslim und Musliminnen in beiden Ländern signifikant höhere Zustimmungsraten zu antisemitischen Einstellungen aufweisen. Während in der Schweiz christliche und nichtreligiöse Jugendliche zu rund sechs Prozent antisemitische Einstellungen aufweisen, sind es bei muslimischen Jugendlichen rund 18 Prozent. Das Bild für Deutschland sieht ähnlich aus. Rund vier Prozent der christlichen und nichtreligiösen Jugendlichen sind hier antisemitisch eingestellt, während es bei muslimischen Jugendlichen rund 13 Prozent sind.
Die nun veröffentlichte Auswertung offenbart einige mögliche Einflussfaktoren auf Antisemitismus, Kliem warnt dabei allerdings vor voreiligen Schlüssen.
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Keine Antisemitismus-Studien

Sowohl die Studie in der Schweiz als auch die Befragungen in Niedersachsen waren nicht per se als Antisemitismus-Studien geplant. Dies bedeutet, dass verschiedene bedeutsame Einflussfaktoren antisemitischer Einstellungen wie zum Beispiel die politische Selbstverortung, die gesellschaftliche Teilhabe oder der Zustimmung zu autoritären und antidemokratischen Einstellungen nicht oder nur teilweise erfasst wurden. Darüber hinaus zeigte sich, dass muslimische Befragte der zweiten Generation und mit höherem Bildungsgrad weniger antisemitisch eingestellt waren.
Gemessen wurden die antisemitischen Einstellungen anhand der Zustimmung von 776 Jugendliche aus der Schweiz und 1367 Jugendliche aus Niedersachsen, zu zwei Aussagen: Zum einen, ob jüdische Menschen zu viel Einfluss haben und zum anderen, ob sie durch ihr Verhalten an ihrer Verfolgung mit schuldig sein.
Die Studie „Antisemitismus unter Jugendlichen in Deutschland und der Schweiz. Welche Rolle spielt die Religionszugehörigkeit?“ wurde in der Fachzeitschrift „Kriminologie – Das Online-Journal“ veröffentlicht.
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