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Afghanistan
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Weltbank will eingefrorene Gelder als humanitäre Hilfe nach Afghanistan umleiten

© AP Photo / Petros GiannakourisLage in Afghanistan
Lage in Afghanistan - SNA, 1920, 30.11.2021
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Die Weltbank macht einen Vorschlag, bis zu 500 Millionen US-Dollar aus einem eingefrorenen afghanischen Hilfsfonds an humanitäre Organisationen zu liefern, was aber Zehntausende von Beschäftigten im öffentlichen Dienst nicht in Betracht zieht. Das teilte Reuters am Dienstag mit.
Die Vorstandsmitglieder werden sich am Dienstag informell treffen, um das in den letzten Wochen mit den US- und den UN-Beamten ausgearbeitete Projekt zur Umleitung der Mittel aus dem Afghanischen Reconstruction Trust Fund (ARTF) mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar zu erörtern.
Afghanistans 39 Millionen Bewohner sind nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus dem 20-jährigen Krieg, drei Monate nach der Machtübername durch die Taliban* mit einer zusammengebrochenen Wirtschaft, einer Nahrungsmittelknappheit und wachsender Armut konfrontiert.
Afghanische Experten begrüßen den Vorschlag, es bleiben allerdings Fragen offen. Wie würden zum Beispiel die Gelder nach Afghanistan gelangen, ohne die beteiligten Finanzinstitute den US-Sanktionen auszusetzen? Außerdem fehle ein Mechanismus zur Überwachung der Auszahlungen, um sicherzustellen, dass die Taliban-Führer keinen Zugang dazu haben würden.
Das Geld werde hauptsächlich für die dringende medizinische Versorgung in Afghanistan verwendet, wo weniger als sieben Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft worden seien, so Experten.
Vorerst würden aber die Gehälter für Lehrer und Regierungsangestellte nicht abgedeckt werden. Das könnte einen Zusammenbruch des öffentlichen Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystems beschleunigen. Experten warnen davor, dass Hunderttausende Mitarbeiter, die seit Monaten unbezahlt blieben, aus dem Land fliehen könnten.
Zahl der Bedürftigen in Afghanistan

Die Zahl der Bedürftigen in Afghanistan ist gegenüber dem Vorjahr von 14,5 auf 18,4 Millionen Menschen gestiegen. Dies teilte die Bundesregierung im April 2021 unter Verweis auf das Büro der Vereinten Nationen (VN) für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit. Der humanitäre Bedarf in dem Land stieg demnach von 611,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 1,3 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.

ExpandierenMinimieren
Während das US-Finanzministerium „Trostschreiben“ vorgelegt habe, in denen es den Banken versichert habe, dass sie humanitäre Transaktionen abwickeln könnten, verhindere die Besorgnis über Sanktionen weiterhin die Lieferung selbst grundlegender Artikel wie Nahrungsmittel und Medikamente, so die Quelle.
„Dies ist ein Ansatz der verbrannten Erde. Wir treiben das Land in den Staub.“
Lähmende Sanktionen und die mangelnde Fürsorge für Beschäftigte im öffentlichen Dienst werde zu mehr Flüchtlingen, mehr Verzweiflung und mehr Extremismus führen, behaupten Experten.
Ein Mädchen im afghanischen Dorf Kamar Kalagh - SNA, 1920, 28.11.2021
Afghanistan
Taliban-Regierungschef hält erste Ansprache an Afghanen
Jede Entscheidung, die ARTF-Gelder umzuleiten, erfordert die Zustimmung aller Spender, von denen die Vereinigten Staaten der größte sind. Ein Sprecher der USA sagte, die US-Regierung sei weiterhin entschlossen, „kritischen Bedürfnissen des afghanischen Volkes nachzugehen, vor allem in Bereichen wie Gesundheit, Ernährung, Bildung und Ernährungssicherheit … aber internationale Hilfe ist kein Allheilmittel“.
*Die Organisation ist wegen Terror-Aktivitäten mit UN-Sanktionen belegt
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