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„In Schlafsack gehüllt und ins Grenzgebiet geworfen“: Lukaschenko moniert EU-Umgang mit Flüchtlingen

© SNA / Sergej Guneew / Zur BilddatenbankAlexander Lukaschenko spricht während seines Besuchs nach Moskau (Archivbild)
Alexander Lukaschenko spricht während seines Besuchs nach Moskau (Archivbild) - SNA, 1920, 29.11.2021
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Der belarusische Präsident Alexander Lukaschenko hat in einer Arbeitssitzung im Verteidigungsministerium die Behörden der Europäischen Union dafür verantwortlich gemacht, Leichen von Flüchtlingen ins belarusische Grenzgebiet hinübergeworfen zu haben. Er sieht sein Land mit einem hybriden Krieg konfrontiert.
Informationen über tote Flüchtlinge habe ihm der belarusische Grenzschutz zugetragen, erklärte Lukaschenko im Verteidigungsministerium am heutigen Montag: „Gestern Nacht wurde eine Leiche in unser Grenzgebiet hinübergeworfen, heute Nacht wurde eine weitere Leiche entdeckt.“ Dieser weitere Fund lasse dasselbe Vorgehen erkennen: „Ein toter oder vielleicht ein halbtoter Mensch wird in einen Schlafsack gehüllt und ins Grenzgebiet geworfen.“
Am Vortag hätten die belarusischen Grenzschützer außerdem drei Flüchtlinge auf einem Bauernhof unweit der litauischen Grenze entdeckt. „Als sie die Leiche fanden, fanden sie noch drei Schlafsäcke daneben und nahmen die Suche auf. Gefunden wurden die Flüchtlinge in einem verlassenen Haus, da waren sie bereits gehunfähig.“ Wären die Flüchtlinge dort länger ohne Hilfe geblieben, hätten ihnen die Beine amputiert werden müssen.

Hybrider Krieg gegen Belarus

Empörend an diesen Taten sei, dass sie von demokratischen Staaten begangen würden: „Stellt euch nur vor, das tun die Demokraten! Wie tief kann man sinken, dass man Menschen tötet und auf das angrenzende Gebiet wirft. Das ist eine Aktion. Wozu? Wer steckt dahinter? Ich bin mir sicher, die Ermittler werden das rausfinden“, sagte Lukaschenko laut einer Mitteilung auf der Website der belarusischen Präsidialversammlung.
Der gegen Belarus geführte hybride Krieg habe somit einen neuen Tiefpunkt erreicht: „Noch Ende letzten Jahres warnte ich, dass ein hybrider Krieg gegen uns entfacht worden sei. Nun ist die heiße Konfrontation erreicht.“ Was noch folgen werde, könne man nicht abschätzen. „Wir haben auch nicht damit rechnen können, dass es hier bei uns zu einer Migrationskrise kommt. Aber dazu ist es gekommen. Und diese Krise wird dauernd angeheizt.“
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Diese Konfrontation sieht Alexander Lukaschenko in einen größeren Zusammenhang eingebettet. In der Sitzung im Verteidigungsministerium sprach er von Absichten der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, Polen für die Destabilisierung der Europäischen Union einzuspannen. Mit dem Hinweis auf den jüngsten Besuch des polnischen Premierministers Mateusz Morawiecki in London, sagte der belarusische Präsident: „Ich bin mir sicher, ihr werdet es sehen, sie wollen die Europäische Union auf Anstoß aus den USA innerhalb von ein bis zwei Jahren zerstören. Die Amerikaner können keine Partner gebrauchen, die mit ihnen gleichziehen könnten.“
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