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Forscherin warnt: Sonnenstürme könnten Internet-Apokalypse auslösen

CC0 / Ipicgr / Pixabay / Sonne (Symbolbild)
Sonne (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.11.2021
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Eine starke Sonneneruption könnte große Teile des World Wide Web lahmlegen, am stärksten seien Meeresbodenkabel gefährdet, erklärte die kalifornische Forscherin Sangeetha Abdu Jyothi gegenüber der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“.
Aufgrund des Sonnenwinds, des Weltraumwetters und der damit verbundenen elektromagnetischen Strahlung kann die Menschheit auf große Probleme mit dem Internet stoßen. Je mehr sie sich auf das Internet und digitale Systeme verlässt, desto schlimmer wird es.
Eine neue Studie der Universität von Kalifornien in Irvine zeigt, dass die Folgen so eines geomagnetischen Sturms riesengroß sein könnten. Laut Sangeetha Abdu Jyothi, der Autorin der Studie, werden am stärksten nicht die großen Server beeinträchtigt, die relativ gut geschützt werden können, sondern die auf dem Meeresgrund verlegten Kabel.
Sie sind eine tatsächliche Internet-Grundlage. Solche Kabel können sehr lang sein: zum Beispiel, von der britischen Küste bis nach Nordamerika oder über den gesamten Pazifischen Ozean.
Elektromagnetische Strahlung schadet nicht den Kabeln selbst, sondern den Signalverstärkungsgeräten, mit denen die Kabel ausgestattet sind und die elektrische Drähte haben. Am anfälligsten sind die Kabel in nördlichen Breiten, da die nördlichsten und südlichsten Teile der Erde anfälliger für geomagnetische Stürme als Gebiete in der Nähe vom Äquator sind. Außerdem werden die meisten wichtigsten Kabel im Norden verlegt.
Forscher schätzen das Risikoniveau, dass ein neuer Sonnensturm die Erde trifft, auf zehn Prozent. Der letzte solche Sturm, der die Erde erreichte, ereignete sich im Jahr 1921.
„Die Wahrscheinlichkeit beträgt ein Mal pro alle hundert Jahre. Aber in den letzten hundert Jahren hat es keinen einzigen solchen Sturm gegeben, was bedeutet, dass er durchaus zu unseren Lebenszeiten passieren kann“, schlussfolgerte Jyothi.
Tatsächlich seien die letzten Jahrhunderte in Bezug auf geomagnetische Stürme ungewöhnlich ruhig gewesen, so Jyothi. Das würde bedeuten, dass die Entwicklung des modernen Internets, der Mobilfunknetze, der PCs und der digitalen Kommunikation in einer Art sicherer Werkstatt und ohne ernsthafte Komplikationen in Form von einer unerwarteten elektromagnetischen Strahlung aus dem Weltraum erfolgt sei. Aber die Sonnenaktivität sei zyklisch und die aktuellen ruhigen Zeiten würden früher oder später enden.
„Dieser Zeitraum wird sehr bald zu Ende gehen, also wächst die Wahrscheinlichkeit“, erklärte Jyothi.

Mögliche Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen einer solchen Störung seien kaum vorstellbar, so die Zeitung. Es werde auch Wochen oder Monate in Anspruch nehmen, um derartige Probleme zu beheben. Die einzige Hoffnung sei, dass starke geomagnetische Stürme nicht unerwartet auftreten. Die Teilchen würden die Erde innerhalb von 13 Stunden bis fünf Tagen erreichen. Wenn dies passiere, würde die Menschheit einen kleinen Vorsprung haben.
Laut der Zeitung gibt es noch ein Problem: Für den Fall eines solchen Sturmes gibt es keinen Handlungsplan. Eine Risikobewertung sollte deshalb durchgeführt werden.
„Dies ist eine Suche nach dem Gleichgewicht zwischen dem Risiko und Nutzen. Zunächst muss man das Ausmaß des Risikos verstehen“, erklärte Jyothi.
Wenn sich herausstelle, dass ein großer Ausfall von Internetkabeln nicht zu verhindern sei, stelle sich die nächste Frage: Was tun, damit die verbleibenden Fragmente wieder funktionieren würden?
Laut der Zeitung hört man oft, dass das weltweite Netzwerk so organisiert worden sei, dass es auch in Zeiten eines Atomkriegs funktioniert. Auch wenn einige Systeme ausfallen sollten, würden die anderen den Datenverkehr übernehmen. Dies sei teilweise richtig, weil die Möglichkeiten nicht grenzenlos seien. Auch wenn der Datenverkehr umgeleitet werden würde, würde es sich um ein Internet mit einer sehr eingeschränkten Effizienz handeln.
„Ich kann davon ausgehen, dass es zu Überlastungen kommt. Man wird gezwungen sein, Prioritäten zu setzen“, so die Forscherin.
Allerdings ist nicht klar, wie solche Krisenpläne umgesetzt werden. Schließlich beschäftigen sich viele Unternehmen mit der Wartung von Internetkabeln und anderen technischen Systemen, und sie werden alle zusammenarbeiten müssen. Zudem ist unklar, wie schnell man handeln muss. Die Menschheit kann Sonnenstürme zwar beobachten, aber ihr Auftreten nicht vorhersagen.
Am 23. Juli 2012 wäre das Internet fast verschwunden. Eine Sonneneruption hatte zur Freisetzung einer riesigen Menge geladener Teilchen in den Weltraum geführt. Sie hätten ausgereicht, um Stromnetze und Elektrogeräte auf dem ganzen Planeten zu deaktivieren und die größte Internet-Katastrophe in der Geschichte zu verursachen.
Sonne (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.10.2021
Forscher registrieren massive Sonneneruption
Dies war aber nicht passiert, da der Flare auf jener Seite der Sonne stattgefunden hatte, die zu dem Zeitpunkt nicht der Erde zugewandt gewesen war.
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