Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Moderna und Co. verkünden Anpassung an Omikron – Doch wo ist der versprochene Delta-Impfstoff?

© REUTERS / ARND WIEGMANNSpritzen mit Moderna-Impfstoff werden für die Auffrischimpfung vorbereitet, November 2021.
Spritzen mit Moderna-Impfstoff werden für die Auffrischimpfung vorbereitet, November 2021. - SNA, 1920, 29.11.2021
Abonnieren
Die dominierende Delta-Variante ist super gefährlich und ansteckend: So begründet die Politik Lockdowns für Ungeimpfte sowie Testnotwendigkeit für Geimpfte. Jetzt kommen schon die Versprechen zu einem Impfstoff gegen die angeblich weniger gefährliche Omikron-Variante. Und was ist aus dem Delta-Impfstoff geworden?
Die Aktien der Impfhersteller sind aktuell wegen der neuen Omikron-Variante kräftig im Plus. Schon seit Thanksgiving, also seit dem vergangenen Donnerstag, soll der Konzern Moderna an einem Omikron-Impfstoff arbeiten – obwohl die Weltgesundhheitsorganisation WHO das Risiko der Omikron-Variante erst am heutigen Montag als „sehr hoch“ eingestuft hat.
Auch das Mainzer Unternehmen Biontech arbeitet neben den Labortests zu Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffes. Der Impfhersteller könnte, „sobald dies erforderlich ist“, den Corona-Impfstoff innerhalb von 100 Tagen an neue Mutationen anpassen. Diese Klausel steht nach Angaben von Ursula von der Leyen im Vertrag der EU-Kommission mit Biontech/Pfizer. Die Erhöhung der Preise pro Impfdosis von 15,50 auf 19,50 Euro im Mai 2021 sollte ursprünglich auch die Entwicklungskosten für die eventuellen Anpassungen begleichen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen - SNA, 1920, 04.11.2021
Warum von der Leyen geheimen Impfstoff-Vertrag nicht offenlegt
Doch wo ist eigentlich der angepasste Impfstoff gegen die Delta-Variante, die die vierte Welle verursachte und all die aktuellen Einschränkungen verantwortet? Es war Anfang Juli, als Biontech die Zulassung der Booster-Impfung bei der EuropäischenArzneimittel-Agentur (Ema)beantragt und einen angepassten Impfstoff gegen die Delta-Variante angekündigt hatte. Seitdem hört man aber so viel wie nichts von dem aktuellen Zustand der Entwicklungen. Es wird nach wie vor gegen die Wuhan-Variante geimpft und geboostert – obwohl diese Impfstoffe nach den neuesten WHO-Informationen die Übertragung der Delta-Variante nur um 40 Prozent reduzieren.

Virologe Kekule: Profitinteressen als Grund der Zurückhaltung?

Schon Ende Oktober kritisierte der Virologe Alexander Kekulé bei „n-tv“ die Zurückhaltung der Hersteller bei den Delta-Impfstoffen. „Entgegen ihrer ursprünglichen Ankündigungen haben die Hersteller kein Impfstoff-Update auf den Markt gebracht.“ Er glaube, dass bei Biontech/Pfizer bereits neue Impfstoffe in den Regalen stünden, doch aus Profitinteressen wolle man sich noch lieber zurückhalten. „Es ist die Realität, dass die Hersteller Profit machen wollen und müssen, um ihre Arbeit fortsetzen zu können“, behauptet Kekule. Was meint er damit?
Erstens, die Impf-Hersteller können die genetische Sequenz innerhalb der mRNA-Impfstoffe nicht einfach so ändern und den bereits zugelassenen Impfstoff angepasst absetzen. Sondern sie sollen alle drei Studien-Phasen durchlaufen, die Wirksamkeit und Sicherheit des neuen Impfstoffes belegen und bei den zuständigen Arzneimittelagenturen wie bei der Ema neue Anträge auf Zulassung stellen. Das ist sehr aufwendig und mit vielen Risiken verbunden, sodass es für die Impfhersteller viel günstiger ist, den bereits zugelassenen Impfstoff weiter zu verkaufen, solange seine Wirksamkeit als ausreichend gilt.

Keine Zulassung geplant?

In der Tat arbeiten Biontech und Moderna derzeit an neuen Impfstoffen mit Anpassung an die mittlerweile durch Delta verdrängte südafrikanische Beta-Variante sowie an den sogenannten „bivalenten“ Impfstoffen, die sowohl an die ebenfalls verdrängte Alpha- als auch an die Delta-Variante angepasste mRNA enthalten. Allerdings befinden sich diese Impfstoffe noch in der Phase II der klinischen Studien, bei Biontech zum Beispiel nur mit 1200 Probanden. Die Zulassung wäre dann erst zum Ende der Phase III möglich. Das Interessante daran: Diese aufwendige Phase III mit zigtausend Probanden ist bisher nicht geplant.
WHO-Logo - SNA, 1920, 29.11.2021
WHO stuft Omikron vorsorglich als „sehr hohes“ globales Risiko ein
Offensichtlich wird sie erst dann gestartet, wenn der Schutz der aktuellen Impfungen gegen die Corona-Varianten als nicht ausreichend anerkannt wird, also die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna nicht mehr wirksam sind. Ob das bald passiert, kommt wohl auf die Gefahr durch die neuen Virus-Varianten an.
Nicht zu vergessen sind aber bis zu 1,8 Milliarden Dosen, die die EU-Kommission im Mai 2021 im dritten Vertrag allein bei Biontech/Pfizer bestellte. Die müssten zuerst alle verimpft werden – von den Moderna-Dosen ganz zu schweigen. Viele von ihnen drohen bereits zu verfallen und sollen nach einem Beschluss des Bundesgesundheitsministeriums nun vermehrt zum Einsatz kommen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала