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Virologe über die neue Corona-Variante Omikron: Sie ist recht konkurrenzfähig

© REUTERS / DADO RUVICCoronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.11.2021
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Die Beunruhigung wegen der neuen afrikanischen Omikron-Variante des Coronavirus ist berechtigt. Wenn sich B.1.1.529 mit 32 Mutationen gegen Delta durchgesetzt hat, bedeutet dies, dass die neue Variante konkurrenzfähig ist. Können bestehende Impfstoffe vor Omikron schützen? Der Virologe Alexej Agranowski erklärt die neuen Herausforderungen.
Die neue afrikanische Corona-Variante Omikron unterscheidet sich stark von dem Wildtyp aus Wuhan: Sie zählt 32 Mutationen, die es ihr ermöglichen, leichter in die menschlichen Zellen einzudringen. Der Professor am Lehrstuhl für Virologie an der Staatlichen Lomonossow-Universität Moskau Alexej Agranowski sprach im SNA-Interview über die Gefährlichkeit der neuen Virusvariante.
„Die Zahl der Mutationen allein deutet nicht auf eine größere Pathogenität des Stammes hin. Die Beunruhigung wegen dieser afrikanischen Virusvariante ist jedoch gerechtfertigt. Denn wenn sie sich gegen Delta mit einer solchen Anzahl von Mutationen durchgesetzt hat, bedeutet dies, dass sie recht konkurrenzfähig ist. Nun ist es wichtig, festzustellen, inwieweit diese Variante sich den neutralisierenden Antikörpern aus dem Blutserum derjenigen entzieht, die mit der vorherrschenden Delta-Variante infiziert waren, sowie den Antikörpern derjenigen, die mit Sputnik oder einem anderen Impfstoff vakziniert wurden.“
Grund zur Sorge um die neue Corona-Variante gebe die große Anzahl an Mutationen im Spike-Protein, die zu Problemen bei der Neutralisierung führen können, betont der Virologe.
„Wenn sich herausstellt, dass der neue Stamm durch Sputnik (oder einen anderen Impfstoff) schlecht neutralisiert wird, kann man den Impfstoff an die Omikron-Variante anpassen. Dies muss nicht unbedingt der Fall sein und die neue Omikron-Virusvariante wird die Delta-Variante nicht unbedingt verdrängen, aber man muss jetzt schon darüber nachdenken. Die Anpassung eines Impfstoffs ist eine relativ einfache Aufgabe, aber der Prozess der präklinischen und klinischen Studien (und formell wird das ein neuer Impfstoff sein) ist sehr langwierig. Hier sprechen wir über das Verfahren der nationalen Zulassung eines Impfstoffs.“
Außerdem ist es laut Agranowski wichtig, die Zusammensetzung der Stämme zu überwachen, die in einem bestimmten Land verbreitet sind. „Dafür muss RNA aus klinischen Proben sequenziert werden und diese Arbeit muss an einer größeren Anzahl von Proben durchgeführt werden als heute. Es ist wichtig, diese neue Variante nicht zu verpassen, falls sie in Russland oder woanders auftaucht. Offenbar ist es zu spät, den Flugverkehr mit den afrikanischen Ländern zu unterbinden, aus denen die ersten Meldungen über die neue Virusvariante gekommen sind, obwohl die Behörden mit dieser Idee spielen müssen.“
In mehreren Ländern wurden bereits Infektionsfälle mit der neuen Variante nachgewiesen, darunter in Botswana, Belgien, Hongkong, Israel, den Niederlanden, Deutschland und der Tschechischen Republik. In Russland gibt es bislang keine bestätigten Omikron-Infektionsfälle. Aber wie der Direktor des Forschungszentrums für Prävention und Behandlung von Viruskrankheiten, Georgi Wikulow, den russischen Medien sagte, könne das jederzeit passieren.
Virus (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.11.2021
WHO stellt Hypothese zu Ursprung der Omikron-Virusvariante auf
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