Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Nach wochenlangem Ausharren in Belarus: Hunderte Iraker fliegen von Minsk nach Erbil zurück

© SNA / Viktor Tolochko / Zur BilddatenbankMigranten aus Nahost in Logistikzentrum in Belarus
Migranten aus Nahost in Logistikzentrum in Belarus - SNA, 1920, 27.11.2021
Abonnieren
Mehrere Hundert Migranten, die wochenlang im belarussisch-polnischen Grenzgebiet festgesessen haben, sind in der Nacht zum Samstag in ihre Heimat Irak ausgeflogen worden. Nach den jüngsten Angaben des Minsker Flughafens sind noch zwei weitere Flüge für Sonntag und Montag geplant.
Eine Maschine vom Typ Boeing B747-400 der irakischen Fluggesellschaft Iraqi Airways mit Zielort Erbil hob am Samstag vom Flughafen Minsk ab. Eine weitere Maschine nach Erbil war für den Abend angekündigt, wie der Flughafen in seinem Telegram-Account mitteilte.
Beide Flüge werden von Iraqi Airways mit Boeing 747-400-Flugzeugen durchgeführt, die jeweils rund 430 Migranten am Bord befördern können.
Über den Flug am 29. November, der zuvor nicht gemeldet wurde, wird erklärt, dass die Ankunft des Flugzeugs auf dem Nationalflughafen „Minsk“ um 20.45 Uhr (Ortszeit) und der Flug nach Erbil um 21.45 Uhr erwartet würden.
„Änderungen im Flugplan sind möglich“, heißt es in der Telegram-Meldung des Flughafens.
Vor einer Woche waren bereits mehr als 430 Iraker mit einer Maschine der Fluggesellschaft Iraki Airways in den Irak zurückgebracht worden.
Alesander Lukaschenko in der Notunterkunft neben dem Grenzübergang Brusgi  - SNA, 1920, 26.11.2021
2000 Menschen – „kein großes Problem“: Lukaschenko ruft Deutschland zur Aufnahme von Migranten auf

Flug am Donnerstag gestrichen

Zuvor hatte Belarus zugestimmt, dass Iraqi Airways am Donnerstag einen Flug von Minsk aus durchführen würde, um irakische Bürger in die Heimat auszufliegen, wie „Sputnik Belarus“ berichtet. In der Nacht zuvor sind Flüchtlinge am Minsker Flughafen eingetroffen – aber das Unternehmen hat den Flug storniert.
Der irakische Konsul in Russland und Belarus, Majid Al-Kinani, hat erklärt, die irakischen Behörden hätten am Donnerstag keinen Exportflug von Minsk aus geplant. Daraufhin soll der Pressesprecher des Außenministeriums, Anatolij Glas, berichtet haben, der Flug sei gestrichen worden, weil die europäische Seite einige ihrer Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem irakischen Unternehmen nicht erfüllt habe.
Die Europäische Union (EU) hat daraufhin die Anschuldigungen bezüglich ihrer Verantwortung wegen gestrichener Flüge in den Irak dementiert. Wie der Sprecher des EU- Außendienstes, Peter Stano, auf eine Anfrage von russischen Medien erklärt hat, entsprachen diese Informationen nicht der Realität:
„Wir wissen, dass heute zwei Flüge von Minsk in den Irak, die Stadt Erbil, starten. Die Europäische Union finanziert diese irakischen Rückführungsflüge nicht“.
Etwa 200 Migranten waren noch am Mittwochabend am Minsker Flughafen eingetroffen und haben nach der angekündigten Stornierung des Fluges in einer isolierten Transitzone ausharren müssen.

Polen verhindert erneut Grenzübertritte aus Belarus

Der polnische Grenzschutz hat am Freitag von erneuten illegalen Grenzübertritten berichtet. Dabei wurden mehr als 200 Versuche von Migranten registriert, von Belarus aus illegal die Grenze des EU-Mitgliedstaats zu überqueren.
Dies sei vereitelt worden, teilte die Behörde am Samstag bei Twitter mit. Sechs Ausländer aus Georgien und Russland seien dabei festgenommen worden.
An einem Abschnitt bei Bialowieza hätten die Beamten „eine Attacke auf die Grenze“ durch eine Gruppe von rund 100 Personen abgewehrt.
Da Polen weder Journalisten noch Hilfsorganisationen in das Grenzgebiet lässt, können die Angaben nicht unabhängig überprüft werden. Ein Sprecher des Innenministers und Geheimdienstkoordinators Mariusz Kaminski begründete dies im Fernsehsender Polsat damit, dass die Lage in der Grenzregion unruhig und zeitweise auch gefährlich sei. Man bereite eine neue Regelung für die Anwesenheit von Medienvertretern vor.
Migranten aus Nahost in Logistikzentrum in Belarus - SNA, 1920, 27.11.2021
45 Prozent der Deutschen gegen Aufnahme von Belarus-Migranten

Eskalierte Lage an polnisch-belarussischer Grenze

Seit Wochen versuchen Tausende Migranten, von Belarus über die EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären belarussischen Präsidenten, Alexander Lukaschenko, vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen.
Lukaschenko hatte nach Inkrafttreten immer neuer EU-Sanktionen gegen Belarus erklärt, dass er keine Migranten mehr aufhalte auf ihrem Weg in den Westen.
Die Rückführungen erfolgen nach Angaben der Betroffenen freiwillig, weil sie keinen Weg einer Aufnahme in der EU mehr sehen. Zuletzt gab es bereits mehrere solcher Flüge. In einer Notunterkunft in einem Logistikzentrum in Brusgi an der polnischen Grenze harren aber weiter viele Menschen aus, die vor allem nach Deutschland streben.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала