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Britischer Militärchef: Bedrohung seitens Russlands momentan akuter als durch Extremismus

© AFP 2021 / Andrew ParsonsGeneral Nick Carter
General Nick Carter  - SNA, 1920, 27.11.2021
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Der scheidende britische Chef des Verteidigungsstabs, General Sir Nick Carter, hat rückblickend auf die letzten Jahre seiner Amtszeit die größten Bedrohungen für die nationale Sicherheit Großbritanniens genannt. Vor allem Russland bereitet ihm große Sorgen.
In seinen acht Jahren als britischer Militärchef musste sich General Sir Nick Carter nach eigenen Worten mit „einigen dramatischsten Veränderungen“ auseinandersetzen, die jemals in der modernen Kriegsführung stattgefunden hätten, erklärte er gegenüber der Tageszeitung „The Telegraph“.
Mit Blick auf das Jahr 2014, als er zum ersten Mal seinen Posten als Armeechef angetreten hat, verwies Carter darauf, dass Afghanistan und der Kampf gegen islamistische Terrorgruppen wie etwa Al-Qaida* und der „Islamischer Staat“ (IS)** „die Hauptbeschäftigung des Militärs“ gewesen seien.
Jetzt aber hätten sich die Bedrohungen für die nationale Sicherheit Großbritanniens „bis zur Unkenntlichkeit“ verändert, so der britische Militärchef.

„Zeit phänomenaler Veränderungen“

Carter zufolge durchleben wir jetzt „eine Zeit phänomenaler Veränderungen“, von denen es mehr gebe, als „wir im Laufe der beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts gesehen haben“.
„Im Sommer 2014 bin ich Armeechef geworden, und wir stritten zu diesem Zeitpunkt darüber, ob die Bedrohung von gewalttätigem Extremismus ausging oder ob es sich um eine staatliche Bedrohung aus Russland handelte. Zu diesem Zeitpunkt war das Argument des gewalttätigen Extremismus fast das stärkste“, verriet General Carter.
Aber dann, im Jahre 2018, hätten wir den Angriff auf die Familie Skripal (Giftanschlag auf den früheren sowjetischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter in der britischen Stadt Salisbury 2018 – Anm. d. Red.) in Salisbury erlebt, und es sei offensichtlich geworden, dass „Russland die akuteste Bedrohung für unser Land war.“

Terrorismus nicht mehr die größte Bedrohung

Die Bedrohungen, die von Russland und China ausgegangen seien, hätten den islamistischen Terrorismus „als wichtigste nationale Sicherheitspriorität der (britischen – Anm. d. Red.) Regierung“ abgelöst, stellte der General fest. Dies habe zur Folge gehabt, dass er die britischen Kriegsbekämpfungsfähigkeiten seit dem Ende des Kalten Krieges „radikal“ habe überdenken müssen.
„Diese Veränderungen mussten außerdem die sich schnell verändernde Natur der modernen Kriegsführung berücksichtigen, bei der engagierte Gegenspieler wie Russland eher auf unkonventionelle Angriffsmittel zurückgreifen, wie etwa Cyberangriffe oder eine Migrationskrise an den Grenzen Europas“, erklärte der britische Militärchef und verwies in diesem Zusammenhang auf die derzeitige Situation in Polen.

Konflikt mit Russland ganz oben auf Prioritätenliste

Im Vordergrund stehe für den britischen Militärchef „die sich schnell ändernde Natur der globalen Bedrohungsumgebung“, die zu Konflikten mit potenziell feindlichen Mächten wie Russland und China führen könne:
„Russland ist die akute Bedrohung und der Umgang damit steht ganz oben auf meiner Liste“, erklärte der General und präzisierte: Es stehe auf der obersten Prioritätenliste des Nationalen Sicherheitsberaters.
Ferner verwies Carter auf die angebliche Konzentration der russischen Truppen an der Ostgrenze der Ukraine in den vergangenen Monaten, Beschuldigungen der Destabilisierung des Balkans und das Testen einer Anti-Satelliten-Rakete vonseiten Russlands. „Darüber hinaus ist Moskau in Ländern wie Mali und Syrien aktiv“, so Carter weiter.
In Bezug auf den blitzartigen Truppenabzug des Westens aus Afghanistan in diesem Sommer sprach sich der General dahingehend aus, dass er nicht glaube, dass „seine Gegner“ davon den Eindruck gewonnen hätten, dass der Westen nicht mehr den Mut zum Kampf gehabt habe.
„Die Russen haben nur zehn Jahre in Afghanistan geschafft und wir 20 Jahre“, betonte er und fügte hinzu, dass es vonseiten der Russen unklug wäre, zu dem Schluss zu kommen, dass der Westen „tot“ sei.
„Wir haben Verbündete, Russland hat Kunden“, sagte Carter anschließend und verwies auf die angeblichen Vorteile der Allianz.

Angespannte Beziehungen zwischen Russland und dem Westen

Viele westliche Politiker werfen zurzeit Russland eine angebliche militärische Aktivität und Truppenverlegung an der ukrainischen Grenze vor. Vor diesem Hintergrund haben mehrere Staaten der Ukraine weitgehende militärische Unterstützung inklusive der angestrebten Waffenlieferungen zugesichert und Russland mit Konsequenzen gedroht.
Die Regierung des US-Präsidenten, Joe Biden, hat etwa bekundet, die Entsendung von Militärberatern und die Lieferung von militärischer Ausrüstung inklusive Waffen in die Ukraine in Erwägung zu ziehen.
Britischer Soldat  - SNA, 1920, 26.11.2021
Verstärkung gegen Russland: Großbritannien verlegt Militärtechnik nach Deutschland
Am vergangenen Freitag hat sich Großbritannien, wie die Zeitung „The Times“ unter Berufung auf den Kommandeur der britischen Feldarmee, Generalleutnant Ralph Wooddisse, berichtete, bereit gezeigt, Hunderte Einheiten Militärtechnik, darunter Panzer und Drohnen, nach Deutschland zu verlegen – für den Fall einer Eskalation mit Russland. Als Teil der größten Umgestaltung der Armee seit zwei Jahrzehnten will London drei neue Stützpunkte eröffnen – in Deutschland, Kenia und Oman.
Aber gerade nach Deutschland wolle Großbritannien eine beträchtliche Anzahl von gepanzerten Fahrzeugen verlagern, sagte der Generalleutnant. Dies werde den Transport von Verstärkung über den Ärmelkanal vereinfachen, begründete er. London plane auch eine etwa 250 Mann starke Brigade „für den Fall eines Krieges mit Russland näher an Osteuropa zu positionieren“, hieß es laut dem Blatt.
Die neuen Einheiten werden aktualisierte Versionen von Challenger 3-Panzern, gepanzerten Boxer-Transportern, Ajax-Kampffahrzeugen mit Raupenketten, Artillerie- und Minenräumfahrzeugen sowie Drohnen umfassen, sagte Wooddisse.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
**Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten
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