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Polizei ermittelt in mehr als 3000 Verfahren wegen gefälschter Impfpässe

© AFP 2021 / ANDREAS ARNOLDEin Impfzertifikat
Ein Impfzertifikat - SNA, 1920, 26.11.2021
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Mindestens 3100 Ermittlungsverfahren werden aktuell in Deutschland im Zusammenhang mit gefälschten Impfzertifikaten abgewickelt. Dies berichtet die WirtschaftsWoche am Freitag unter Verweis auf eine Umfrage unter den 16 Landeskriminalämtern (LKA).
Allein in Bayern gebe es rund 900 Verfahren. In Baden-Württemberg liege der Wert im mittleren, in Hessen und Niedersachsen jeweils im unteren dreistelligen Bereich. Das Amt im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen habe zwar keine Angaben gemacht, in Köln aber habe die Staatsanwaltschaft von 70 Ermittlungsverfahren in diesem Jahr berichtet.
Zudem würden mehrere LKA von einer beachtlichen Dunkelziffer ausgehen.
Dabei würden die Behörden auf stetig wachsende Werten aufmerksam: In Bremen sei die Zahl der Ermittlungsverfahren von elf vor einem Monat auf aktuell 54 gestiegen. In Sachsen-Anhalt habe sie sich seit Mai verdreifacht.

Polizei und Staatsanwaltschaften in Bayern rund 1300 Verdachtsfälle bekannt

Inzwischen bezifferte das Landeskriminalamt in Bayern die Zahl der Fälle, in denen Verdacht auf Manipulation von Corona-Impfpässen besteht, auf fast 1300 (Stand: 24. November, 00.00 Uhr). Die Palette reiche von gefälschten Impfpässen über falsche Stempel und Aufkleber bis hin zu Manipulationen um digitalisierte Impf-Zertifikate, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf eine Sprecherin des Landeskriminalamtes am Freitag. Die Zahl entwickle sich „sehr dynamisch“.

350 Euro für Impfnachweis

In Bezug auf die Preise für die Manipulierung von Impfzertifikaten verwies die WirtschaftsWoche auf den Fall eines Apothekenmitarbeiters in München, der allein im Oktober mehr als 500 gefälschte Impfzertifikate für einen Preis von 350 Euro pro Stück im Darknet verkauft haben soll. Nach Angaben der zuständigen Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) wurden im Zuge der polizeilichen Durchsuchungen „Kryptowährungen und Bargeld von insgesamt annähernd 100.000 Euro gesichert“. Der vermutliche Täter befinde sich in Untersuchungshaft.
Das Bundeskriminalamt beobachte „auf diversen Messenger-Kanälen“ eine erhöhte Nachfrage nach gefälschten Impfbüchern, hieß es.
Auch der Deutsche Apothekerverband gehe bundesweit „von einer vierstelligen Zahl von Ermittlungsverfahren“ aufgrund von gefälschten gelben Impfbüchern aus, die in Apotheken vorgelegt worden seien.
Markus Anfang (Archivfoto) - SNA, 1920, 20.11.2021
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Am Mittwoch ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die unter anderem die Vorlage eines gefälschten Gesundheitszeugnisses immer strafbar macht, unabhängig davon, ob sie gegenüber einer Behörde, einer Versicherung oder einem Restaurant erfolgt. Der Vorstoß kann eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Gefängnis nach sich ziehen. Bislang hatten sich Bürger, die mit einem gefälschten Impfnachweis in einer Apotheke oder in der Gastronomie erwischt worden waren, nicht strafbar gemacht. Erst ein offizieller Einsatz von gefälschten Zertifikaten bei Behörden oder Versicherungen hatte Folgen gehabt.
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