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Intensivmediziner für Impfpflicht aller Erwachsenen – DIVI

© SNA / Alexey Danichev / Zur BilddatenbankIntensivstation (Symbolbild)
Intensivstation (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.11.2021
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Für eine Impfpflicht aller über 18 spricht sich die Vereinigung deutscher Intensiv- und Notfallmediziner, DIVI, aus. DIVI sieht eine solche Pflicht als „alternativlos“ an, um Menschenleben zu schützen, zu retten und das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren. Eine Impfplicht spezieller Berufsgruppen lehnen die Intensivmediziner dagegen ab.
„Wir hatten eine höhere Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhofft und erwartet“, kommentiert Gernot Marx diesen drastischen Schluss, zu dem das Präsidium der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gekommen ist. Nur durch eine solche Maßnahme könne die epidemische Lage nationaler Tragweite auch bewältigt werden.

Die Mitarbeiter aller Bereiche der Kliniken – besonders die auf den Intensivstationen und in der Notfallmedizin tätigen – brauchen eine Perspektive! Wir können nicht in jeder Wintersaison wieder eine neue Welle zahlreicher schwerer COVID19-Verläufe riskieren.

Gernot Marx
DIVI-Präsident

DIVI lehnt Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen ab

Eine selektive Impfpflicht in bestimmten Berufsgruppen wie etwa beim Pflegepersonal lehnen die Intensivmediziner dagegen ab. Abgesehen davon, dass das moralisch nicht zu rechtfertigen sei, würde es auch nicht den erwünschten Effekt bringen:
„Die alleinige Impflicht für medizinisches Personal in den Kliniken und Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen zu fordern, reicht nicht aus, um das Pandemiegeschehen in den Griff zu bekommen“, betont Felix Walcher, Präsident elect des DIVI. „Wir erwarten eine Solidarität der gesamten Gesellschaft, um das Gesundheitssystem aufrecht erhalten zu können.“ Dabei gehe es nicht nur um Patienten mit Covid-19, sondern ebenso um Behandlungen anderer schwerer Erkrankungen und Verletzungen.
Spritzen (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.11.2021
Kommt die Impfpflicht? Und wie sollen Verstöße geahndet werden?

Gegen vierte Welle helfen nur Kontaktbeschränkungen

Auf die gegenwärtige Lage werde eine Impfpflicht aber keine Auswirkung mehr haben, da sie erst ab Januar oder Februar spürbare Folgen zeigen könne. Jetzt gilt es deshalb aus Sicht der Intensivmediziner, Kontakte zu reduzieren. „Wir brauchen jetzt und sofort bundeseinheitliche Kontaktbeschränkungen und Hygienekonzepte, um spürbare Effekte in den nächsten drei bis vier Wochen zu sehen“, fordert DIVI-Präsident Marx.

Überregionale Verlegungen starten

Seit Wochen steigen die Infektionszahlen in Deutschland und bringen das Gesundheitssystem langsam an seine Grenzen. Regional sind Kliniken bereits voll ausgelastet und die Mediziner bereiten sich auf Transporte zur Krankenverlegung vor. Am Dienstag hatte das Intensivregister mitgeteilt, dass Bayern sowie Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg das „überregionale Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten aktiviert“ haben.
Das Kleeblatt-Konzept wurde bereits Anfang 2020 eingerichtet und unterteilt die Bundesrepublik in insgesamt fünf Kleeblätter, die jeweils mehrere Bundesländer umfassen. Sind die Kliniken in einem Kleeblatt überlastet, so die Idee, dann könne über eine gemeinsame Koordination freie Kapazitäten eines anderen Kleeblatts genutzt werden, Patienten also von einem Kleeblatt in ein anderes verlegt werden.
Airbus A310 MedEvac - SNA, 1920, 25.11.2021
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