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So gefährlich kann Liebe in Deutschland sein: Partnerschaftsgewalt in Zahlen

© CC0 / Alexas_Fotos / PixabayGewalt gegen Frauen (Symbolbild)
Gewalt gegen Frauen (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.11.2021
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Gewalt kommt in Paarbeziehungen in Deutschland nach wie vor erschreckend häufig vor, teilte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend diese Woche mit. Damit sind unter anderem Körperverletzung sowie andere Verbrechen von Ehe- beziehungsweise Ex-Partnern gemeint. Wie oft wird das eigene Zuhause hierzulande zum Schreckensort?
Wir haben die Angaben des entsprechenden Lagebildes des Bundeskriminalamtes analysiert und präsentieren Ihnen nun eine Liste mit den wichtigsten Zahlen zum Thema Partnerschaftsgewalt in Deutschland.

148.031 Opfer

Die Zahl der Gewaltopfer in Partnerschaften stieg in Deutschland im Jahr 2020 erneut weiter an. Bei vollendeten und versuchten Delikten betrug sie insgesamt 148.031 Opfer, was um 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr war (141.792). 80,5 Prozent aller Opfer waren weiblich (119.164) und 19,5 Prozent männlich (28.867).

Jede Stunde mehr als ein Dutzend Opfer

Jede Stunde werden in Deutschland durchschnittlich 13 Frauen und drei Männer Opfer von Gewalt in der Partnerschaft.

213 Sekunden

Im Durchschnitt wird in Deutschland nun alle dreieinhalb Minuten ein Mensch Opfer von Partnerschaftsgewalt.
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Jedes fünfte Opfer im Land

Rund ein Fünftel (18,8 Prozent) aller in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Opfer sind Opfer von Gewalt in Partnerschaften.

Alle 2,5 Tage eine Tote

Alle zweieinhalb Tage stirbt eine Frau durch die Gewalttat ihres Partners oder Ex-Partners. Alle zwei Wochen stirbt ein Mann aus demselben Grund.

Aufteilung der Delikte

Die Gesamtzahl der Opfer von Partnerschaftsgewalt wird laut dem Bundeskriminalamt wie folgt aufgeteilt:
vorsätzliche einfache Körperverletzung (91.212 Opfer oder 61,6 Prozent)
Bedrohung, Stalking und Nötigung (33.022 oder 22,3 Prozent)
gefährliche, schwere Körperverletzung (18.097 oder 12,2 Prozent), davon elf mit Todesfolge
sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung (3389 oder 2,3 Prozent)
Freiheitsberaubung (1759 oder 1,2 Prozent)
Mord und Totschlag (460 oder 0,3 Prozent), davon 158 vollendet (132 weibliche und 26 männliche Todesopfer)
Zwangsprostitution (52 oder 0,04 Prozent)
Zuhälterei (40 oder 0,03 Prozent)

Jeder fünfte Tatverdächtige ist weiblich

Bei vollendeten und versuchten Delikten wurden im Jahr 2020 insgesamt 122.537 Tatverdächtige erfasst. Ein Fünftel davon (20,9 Prozent oder 25.628 Personen) waren weiblich, 79,1 Prozent (96.909) männlich.
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Jeder dritte Tatverdächtige ist nichtdeutsch

Von der Gesamtzahl der erfassten Tatverdächtigen waren zwei Drittel (65,8 Prozent) deutsche Staatsangehörige (80.667). Die Verteilung nach der Nationalität der nichtdeutschen Tatverdächtigen partnerschaftlicher Gewalt (41.870) sieht wie folgt aus:
türkisch 15,8 Prozent (6596)
syrisch 8,3 Prozent (3466)
polnisch 7,9 Prozent (3305)
rumänisch 5,7 Prozent (2382)
afghanisch 4,6 Prozent (1936)
serbisch 4,0 Prozent (1674)
italienisch 3,9 Prozent (1620)
irakisch 3,4 Prozent (1421)
bulgarisch 3,4 Prozent (1413)
kosovarisch 2,7 Prozent (1130)
weitere Nationalitäten (inklusive ungeklärt) 38,9 Prozent

Jeder dritte Fall in Ehen

Bei einem Drittel (32,3 Prozent) der registrierten Tatverdächtigen handelte es sich um den Ehepartner beziehungsweise die Ehepartnerin des Opfers. Bei 37,9 Prozent aller Tatverdächtigen war es ein ehemaliger Partner oder Partnerin, und bei 29,4 Prozent waren es „Partner und Partnerinnen einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft“.

120 Millionen Euro

„Wir müssen alles dafür tun, den Betroffenen zu helfen, damit sie der Gewalt entkommen und sich und ihre Kinder schützen können“, so Christine Lambrecht, geschäftsführende Bundesfrauen- und Bundesjustizministerin.

„Deshalb bauen wir Frauenhäuser und Beratungsstellen gemeinsam mit den Ländern aus, mit 120 Millionen Euro des Bundes. Wir investieren in die Aus- und Fortbildung von Fachkräften, die unmittelbar helfen können“, so Lambrecht weiter. Sie sei sicher, dass diese Arbeit zum Schutz vor Gewalt sehr konsequent weitergeführt werde.
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