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Gericht: US-Apothekenketten tragen an Opioiden-Epidemie Mitschuld

© AP Photo / Elise AmendolaEine Dose mit Pillen (Symbolbild)
Eine Dose mit Pillen (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.11.2021
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Ein Bundesgericht in Cleveland hat nach Angaben von Reuters am Dienstag entschieden, dass die Versäumnisse bei der Aufsicht in den von CVS Health Corp (CVS.N), Walgreens Boots Alliance Inc (WBA.O) und Walmart Inc (WMT.N) betriebenen Apotheken die Ausbreitung der Opioid-Epidemie in zwei Gemeinden im amerikanischen Bundesstaat Ohio begünstigten.
Somit stimmte das Gericht den Vorwürfen der Gemeinden Lake und Trumbull in Ohio zu, wonach die Apotheken es versäumt hätten, die Gültigkeit von Opioid-Verschreibungen zu überprüfen, was die Überflutung dieser Gemeinden mit süchtig machender Schmerztabletten zur Folge hätte. Die Richter stellten fest, dass das Vorgehen der Apothekenketten dazu beitrug, ein „öffentliches Ärgernis“ zu schaffen. Das soll zu einem Überangebot an süchtig machenden Schmerztabletten und zur Abzweigung dieser Opioide in den Schwarzmarkt geführt haben. Über die Entschädigung müsse das Gericht voraussichtlich im April oder Mai entscheiden.
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CVS, Walgreens und Walmart bezeichneten das Urteil als „fehlerhaft“ und gaben bekannt, dass sie Berufung dagegen einlegen würden. Die Apothekenbetreiber bestehen darauf, dass das Urteil den Tatsachen widerspreche und das Gesetz über die Störung der öffentlichen Ordnung falsch angewandt worden sei. Laut Walmart sei der Prozess „zu Gunsten der Anwälte der Kläger gestaltet“ und „mit bemerkenswerten rechtlichen und faktischen Fehlern behaftet“ worden.

Weitere Opioidfälle

Das Urteil folgte auf die jüngsten Rückschläge für Kläger, die einige der zahlreichen Opioidfälle bundesweit führten. So hatte das oberste Gericht von Oklahoma Anfang November ein 465-Millionen-Dollar-Urteil gegen J&J aufgehoben. Kurz davor entschied ein kalifornischer Richter in einem von mehreren großen Gemeinden angestrengten Verfahren zugunsten von vier Arzneimittelherstellern. Weitere Verfahren laufen in New York gegen die Arzneimittelhersteller Teva Pharmaceutical-Industries Ltd (TEVA.TA) und AbbVie Inc (ABBV.N) sowie im Bundesstaat Washington gegen die drei Vertriebshändler.
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Opioidkrise in den USA

Die Opioid-Epidemie in den USA ist auf einen Anstieg überdosisbedingter Todesfälle von Schmerzmitteln mit süchtig machenden Opioiden wie etwa Fentanyl zurückzuführen. Das Problem, die von den amerikanischen Behörden bereits Ende der 1990er Jahre erkannt wurde, verschärfte sich deutlich Ende der 2010er Jahre. In diesem Zusammenhang rief das US-Gesundheitsministerium 2017 den Gesundheitsnotstand aus und kündigte eine Strategie zur Bekämpfung der Opioid-Krise an.
Von 1999 bis 2019 forderte die Krise nach offiziellen Statistiken fast 500.000 Tote durch Opioid-Überdosierungen. Im zwölf Monate bis April 2021 kam es nach jüngsten Angaben von US-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) zu weiteren 100.000 Überdosistoten mit Opioiden-Bezug.
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Die Hersteller und Vertreiber der Opioid-Schmerzmittel werden landesweit angeklagt. Städte, Gemeinden und Bundesstaaten setzen auf hohe Entschädigungszahlungen, um die Opioid-Pandemie einzudämmen und ihre Folgen in den Griff zu kriegen.
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