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Deutschland setzt auf bessere Behandlung von Corona-Spätfolgen

© CC0 / Engin_Akyurt / PixabayCoronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.11.2021
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Deutschland will mithilfe eines neuen Fachverbandes die Behandlung von Corona-Spätfolgen verbessern.
Wie Mitinitiatorin und Chefärztin der Median-Reha-Klinik Heiligendamm, Jördis Frommhold, der DPA sagte, gibt es für Patienten, die nach einem eigentlich milden Verlauf der Krankheit mit teils schweren Beeinträchtigungen kämpfen, „noch keinen medikamentösen kausalen Therapieansatz“. Deshalb hält sie einen stärkeren interdisziplinären Austausch für nötig. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachrichtungen will Frommhold einen neuen Fachverband ins Leben rufen, um die Behandlung zu verbessern.
Wie viele Patienten es insgesamt gibt, darüber fehlten aktuell noch belastbare Zahlen, heißt es vom Robert Koch-Institut (RKI). Eine im Juli 2021 im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichte Studie aus Deutschland bietet jedoch einen Anhaltspunkt: In der Arbeit zu Spätfolgen nach milden Corona-Verläufen heißt es, dass etwa eine von zehn Personen mit zunächst geringen oder keinen Symptomen auch Monate nach der akuten Erkrankung noch Symptome wie Atembeschwerden, Schlaflosigkeit, Geschmacksstörungen und Müdigkeit hatten. Auch das RKI verlinkt auf diese Studie. Frommhold zufolge könnte das Krankheitsbild jetzt schon bis zu 500.000 Menschen in Deutschland betreffen.
Euro-Geldscheine (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.11.2021
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Aus Sicht von Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, besteht das Grundproblem bei Corona-Spätfolgen in der Diagnose: Ohne einen Beleg einer Covid-Infektion durch einen positiven PCR-Test oder einen Bescheid des Gesundheitsamtes sei eine Behandlung in der Praxis schwer möglich. Dies betrifft ihm zufolge jene, die nach einem milden Covid-Verlauf zeitverzögert Symptome entwickeln.
Zu den häufigsten bislang in Patientenforen berichteten oder in Studien beobachteten Langzeitfolgen von Covid-19, unabhängig von der Schwere der Erkrankung, gehören laut dem RKI Müdigkeit und Erschöpfung, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, kognitive Beeinträchtigungen (sogenannter „Gehirnnebel“), depressive Verstimmungen, Schlaf- und Angststörungen. Weitere genannte Symptome seien Herzklopfen und Herzstolpern (selbst wahrgenommene verstärkte oder beschleunigte Herzschläge oder auch Extraschläge), Brustschmerzen und Haarausfall. Auch neu aufgetretene Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie das Auftreten von Thromboembolien sind jenseits der akuten Infektions- bzw. Krankheitsphase beobachtet worden.
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