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Branchenforum in Moskau: Intelligente Lokalisierung und revolutionäre Pläne der deutschen Wirtschaft

© SNA / Grigory SysoewAHK-Vorstandschef Matthias Schepp
AHK-Vorstandschef Matthias Schepp - SNA, 1920, 24.11.2021
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Nachhaltige Wirtschaften, erneuerbare Energien, intelligente Lokalisierung sowie neue Standorte der deutschen Hightech-Unternehmen in Russland befanden sich im Fokus beim Branchenforum der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK).

Von fossilen Rohstoffen zu grünen Projekten

Die Wirtschaft habe schneller als die Politik erkannt, dass man auf grüne Technologien setzen müsse, betonte AHK-Vorstandschef Matthias Schepp. Er hoffe, dass die Klimaneutralität, die sich Russland für 2060 als Ziel gesetzt habe, schneller erreicht werde. „Russland habe dazu Chancen mit den gewaltigen Waldflächen, mit dem Potenzial für Solarenergie, mit den vorhandenen Wasserenergien und Windenergien. Die über mehr als ein halbes Jahrhundert gewachsene deutsch-russische erfolgreiche Energiepartnerschaft bei den klassischen fossilen Rohstoffen lässt auf neue Pilotprojekte im Bereich grüne Energien hoffen“, sagte Schepp.

Wasserstoff-Pilotprojekt auf Sachalin

Dem stimmte auch Hans Jürgen Wio, Vizepräsident der Transmashholding International AG, zu. Deutsche haben manchmal den Eindruck, dass Umweltschutz in Russland keine Rolle spiele, so Wio. Doch in Russland beobachte er gerade einen Trend zu mehr Umweltschutz, und zwar nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bevölkerung. Den Wasserstoff nannte Wio „ein Mega-Projekt, das kein einziges Land allein leisten kann, sondern nur in der Zusammenarbeit“. Als Beispiel führte er ein Pilotprojekt auf Sachalin im Fernen Osten Russlands an. Hier geht es um die Anwendung der gesamten Wasserstoffkette von der Erzeugung bis hin zur Anwendung im regionalen Personenverkehr. Die Staatliche Atomenergiekorporation Rosatom und die Holding "Russische Eisenbahnen" RZD beteiligen sich nicht nur mit Geld, sondern auch mit eigenen Kompetenzen. „Wir bauen sieben Pilotzüge, die bis 2024 auf dem Gleis sein sollen. Wir sind auf dem guten Weg und sind uns sicher, dass wir es schaffen werden im internationalen Verbund“, fügte der Vizepräsident von Transmashholding hinzu.
Claudia Kemfert - SNA, 1920, 12.11.2021
DIW-Ökonomin Kemfert sieht Russlands Mitverantwortung für Energiekrise – Video

Revolutionärer Schritt

Auch Siemens habe auf dem Plan, zusammen mit den „Russischen Eisenbahnen“ bis 2028 einen Schnellzug mit einer Geschwindigkeit von 360 Stundenkilometern herzustellen, der zwischen Moskau und St. Petersburg verkehren solle, teilte beim Forum der Siemens-Russlandchef Alexander Liberow mit. Die Entwicklung von Hightech-Produkten in Russland sei ihm zufolge ein „revolutionärer“ Schritt, den Siemens zusammen mit russischen Unternehmen machen wolle. Dabei solle kein ausländisches Produkt nach Russland eingeführt und lokalisiert, sondern vor Ort entwickelt werden.

Intelligente Lokalisierung mit Chancengleichheit

VW-Chef Stefan Mecha begründete die Notwendigkeit einer gleichberechtigten Lokalisierung für in- und ausländische Hersteller: Wenn die lokale Produktion zu teuer werde, dann sinke auch das Potenzial, Fahrzeuge auf dem russischen Markt zu verkaufen. Der VW-Chef sei aber guter Dinge, dass man in Russland bald auch Elektromobilität sehen werde. In der Automobilindustrie sei das Thema Halbleiter in aller Munde, sagte der VW-Chef weiter, und das belaste stark die Hersteller. Es solle für die Zukunft eine wichtige Entscheidung getroffen werden, um Unternehmer unabhängiger von dieser Entwicklung zu machen, betonte Mecha. Dazu habe die russische Regierung gute Ideen, sie habe den Fokus auf Technologien gelegt, bemerkte der VW-Russlandchef.
Von links nach rechts: Matthias Platzeck, Géza Andreas von Geyr, Martin Schulz, der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow und der Russland-Experte Alexander Rahr bei den Potsdambegegnungen in Moskau, den 8. November 2021. - SNA, 1920, 08.11.2021
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