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Über 1000 Dollar die Sekunde: So viel verdienen Pfizer, Biontech und Moderna – Analyse

© REUTERS / Dado RuvicCorona-Impfstoff Pfizer/BioNTech
Corona-Impfstoff Pfizer/BioNTech - SNA, 1920, 22.11.2021
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Die Impfeinnahmen von Pfizer, Biontech und Moderna kommen zusammen auf über 1000 US-Dollar die Sekunde oder 93,5 Millionen am Tag. Während „der Rubel“ rollt, bleiben die ärmsten Bevölkerungen der Welt weiterhin überwiegend ungeimpft. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse.
Entgegen der Forderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Menschen weltweit nach einem Priorisierungsschema zu impfen, also zunächst die am stärksten Gefährdeten zu versorgen, haben Impfhersteller die meisten Impfdosen an wohlhabende Länder verkauft. Zu diesem Ergebnis kommt die „People’s Vaccine Alliance” (PVA) auf Grundlage von Berichten zu Einnahmen der Unternehmen aus der Pharmabranche, wie MedicalXpress berichtet.
Die PVA, die sich für eine bessere Verfügbarkeit der Impfstoffe weltweit einsetzt, schätzt für die drei Pharma-Unternehmen Pfizer, Biontech und Moderna, dass deren Einnahmen sich bei über 1000 US-Dollar pro Sekunde bewegen, in einer Minute 65.000 Dollar entsprechen und am Tag 93,5 Millionen Dollar betragen.

Kaum Impfstoff für arme Länder

Zum Stein des Anstoßes werden diese Profite, wenn man berücksichtigt, dass Bevölkerungen von Ländern mit niedrigem Einkommen ohne Impfstoff gelassen werden. „Es ist obszön, dass einige wenige Unternehmen Millionen-Umsätze im Stundentakt machen, während in Ländern mit niedrigen Einkommen lediglich zwei Prozent der Menschen einen vollständigen Schutz gegen das Coronavirus haben“, bemerkt dazu Maaza Seyoum von der Afrikanischen Allianz und der PVA Afrika. Der Vorwurf: Die Unternehmen haben sich gezielt vorrangig die besten Verträge mit den reichsten Regierungen gesichert und andere Länder im Stich gelassen.
In Zahlen sollen Pfizer und Biontech nicht einmal ein Prozent ihrer Vorräte Ländern mit niedrigem Einkommen zur Verfügung gestellt haben, Moderna sogar nur 0,2 Prozent. 98 Prozent der Menschen in diesen Ländern bleiben ungeimpft. Diese Unternehmen stehen im Kontrast zu Astrazeneca und Johnson & Johnson, die Impfstoffe auf Non-Profit-Basis zur Verfügung gestellt haben. Auch das russische Vakzin „Sputnik V“ wird in vielen Ländern mit niedrigem Einkommen produziert.
Arzneimittel (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.11.2021
Pfizer entwickelt neue Art der Behandlung gegen Coronavirus-Infektion

Pharma-Riesen verweigern den Transfer ihrer Technologie

Kritisch sieht die PVA auch, dass die drei Pharma-Riesen trotz acht Milliarden an öffentlichen Mitteln einen Transfer ihrer Impftechnologie an Hersteller in solchen Ländern über die WHO verweigern, obwohl „ein solcher Schritt die globale Versorgung erhöhen, Preise senken und Millionen Leben retten könnte“. Moderna missachte dabei sogar expliziten Druck aus dem Weißen Haus sowie Anfragen der WHO zur Zusammenarbeit, um eine erhöhte Produktion in Südafrika zu ermöglichen.
Eine Lösung des Problems bleibt nach wie vor die temporäre Aufhebung der Patentrechte an den Impfstoffen. Für einen solchen Schritt setzen sich über hundert Länder ein. Einige wohlhabende Länder, darunter Deutschland und Großbritannien, blockieren aber das Vorhaben. Das Gegenargument lautet für gewöhnlich, dass die Qualitätsstandards bei der Produktion nicht eingehalten werden könnten.
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