Krise an EU-Außengrenze: Warschau hält Grenzschließung zu Belarus für möglich

© SNA / Sputnik / Zur BilddatenbankFlüchtlinge an der weißrussisch-polnischen Grenze
Flüchtlinge an der weißrussisch-polnischen Grenze - SNA, 1920, 21.11.2021
Polen schließt ein Dichtmachen der Grenze wegen der gegenwärtigen Migrationskrise nicht aus, sagte der polnische Premier Mateusz Morawiecki nach einem Treffen mit seiner estnischen Amtskollegin Kaja Kallas in Tallinn.
„Wir denken an Schritte, die immer ernsthaftere Wirtschaftssanktionen beinhalten, darunter an die Schließung der polnisch-weißrussischen Grenze vonseiten Polens“, sagte Morawiecki. Warschau sei dazu bereit, um Minsk „unter wirtschaftlichen Druck zu setzen“, fügte er hinzu.
Morawiecki brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die belarusischen Behörden die Krise lösen würden, indem sie illegale Migranten heimschickten. „Wir wollen Lukaschenko (dem belarusischen Präsidenten Alexander Lukaschenko – Anm. d. Red.) die Chance geben, einen Schritt rückwärts zu machen und die Migranten in ihre Herkunftsländer zurückkehren zu lassen“, fügte der polnische Premier hinzu.
Die Republik habe vorerst nur den Zugang zur Kfz-Grenzkontrollstelle Kuźnica gesperrt, so Morawiecki.
Migranten im Zentrum Brusgi - SNA, 1920, 21.11.2021
Weißrussisch-polnische Grenze: 100 Migranten zu stationärer Behandlung eingewiesen
Mehrere tausend Flüchtlinge aus dem Nahen Osten hatten sich zuvor zur belarusisch-polnischen Grenze begeben und mehrmals versucht, die Grenzbarriere zu durchbrechen, wurden aber von polnischen Sicherheitskräften daran gehindert. Die Europäische Union und Belarus werfen einander vor, die Migrationskrise verschuldet zu haben.
Zuvor hatte Lukaschenko auf die von Warschau bekundete Absicht, die Grenze zu schließen, mit der Drohung reagiert, die Lieferungen von russischem Gas nach Europa über die durch Belarus verlaufende Jamal-Europa-Pipeline zu unterbrechen.
Vonseiten der EU wurde daraufhin erklärt, dass der Brennstoff kein Instrument der Erpressung oder der Druckausübung sein dürfe.
Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte die Hoffnung, dass sein belarusischer Amtskollege keinen solchen Schritt tun würde, weil dies ein Verstoß gegen den Transitvertrag wäre.
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