Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„Haben bei keinem Thema mehr die Meinungsführerschaft“ – Merz spricht von „schwerer“ Krise in CDU

© AP Photo / Jens MeyerCDU-Politiker Friedrich Merz bei einem Parteitag in Leipzig, 22. November 2019
CDU-Politiker Friedrich Merz bei einem Parteitag in Leipzig, 22. November 2019 - SNA, 1920, 21.11.2021
Abonnieren
Der Kampf um den CDU-Vorsitz kommt auf Touren. In dieser Woche werden die drei Kandidaten den Mitgliedern ihre Zukunftsvisionen für die Partei vor Augen führen. Friedrich Merz, der zum dritten Mal den CDU-Vorsitz anstrebt, malt ein düsteres Bild von der derzeitigen Verfassung der Partei und spricht von fehlender Einigung zu vielen Themen.
Friedrich Merz, Bewerber für den CDU-Vorsitz, sieht seine Partei nach dem historischen Debakel bei der Bundestagswahl in einer bedrohlichen Lage. Die CDU stecke in einer schweren Krise, und sie sei in ihrem Charakter als Volkspartei gefährdet, erklärte Merz gegenüber der „Bild am Sonntag“.
„Wir haben bei keinem Thema mehr die Meinungsführerschaft, nicht einmal mehr in der Wirtschaftspolitik. Wir haben in keiner Altersgruppe mehr den höchsten Wähleranteil, nicht einmal mehr bei den über 60-Jährigen“, so Merz.

Zweimal vergeblich kandidiert – jetzt aber Lage „anders“

Neben Merz bewerben sich der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun und der Außenpolitiker Norbert Röttgen um die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet. Alle drei wollen sich den Parteimitgliedern in dieser Woche getrennt voneinander in im Internet live übertragenen Formaten präsentieren.
Braun will sich am Montagmittag nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien in einer Pressekonferenz zu seinen Vorstellungen für eine Neuaufstellung der Partei äußern. Merz und Röttgen haben dies schon getan.
Die vorentscheidende Befragung der rund 400.000 CDU-Mitglieder beginnt am 4. Dezember. Die endgültige Entscheidung über den Nachfolger von Laschet sollen die 1001 Delegierten bei einem Parteitag am 21. Januar in Hannover treffen.
Merz, der bereits zweimal vergeblich für den CDU-Vorsitz kandidiert hat, glaubt, dass er sich gegen Röttgen und Braun durchsetzen wird:
„Die Lage ist diesmal völlig anders. Wir sind in der Opposition, und die Mitglieder werden beteiligt an der Entscheidung.“

„Friedrich Merz, der neue Familienpolitiker?“

Im Fall seiner Wahl werde er die CDU zuallererst zu einem sehr familienfreundlichen Arbeitgeber machen – zum Beispiel wolle er die Situation mit geringerem Frauenanteil in Führungsverantwortung ändern.
„Auszeiten, die sich junge Mütter und Väter für ihre Kinder nehmen, dürfen nicht länger als Karriereknick im Lebenslauf gesehen werden“, erklärte Merz.
Sie müssten anerkannt werden wie die Tätigkeit im Job. Es brauche zudem, so der CDU-Politiker, „eine ordentliche Kinderbetreuung überall im beruflichen Umfeld, auch in unserer Parteizentrale“.
Außerdem möchte er die langen Nachtsitzungen abschaffen und die Wochenenden, „soweit es irgendwie geht“, frei halten – „vor allem den Sonntag“. Dafür müsse hingegen auf digitale Formate gesetzt werden.
Was Merz bedauere, ist, dass er zu wenig Zeit für seine Kinder gehabt habe, deswegen möchte er das nun seinen jüngeren Kolleginnen und Kollegen „heute anders ermöglichen“.
Der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz (Archivfoto) - SNA, 1920, 19.11.2021
Kennt Situation im Osten „am besten“: Haseloff unterstützt Merz-Kandidatur für CDU-Vorsitz

Neuaufstellung der CDU

Die CDU hatte bei der Bundestagswahl am 26. September in den fünf östlichen Bundesländern noch deutlich schlechter abgeschnitten als im Westen.
Bundesweit sackten CDU/CSU im Vergleich zu 2017 um 8,8 Punkte auf 24,1 Prozent ab – in Ostdeutschland waren es minus 10,3 Punkte auf 17,1 Prozent. In Thüringen und Sachsen lag die CDU mit rund 17 Prozent weit hinter der AfD, die dort stärkste Kraft wurde. In Sachsen-Anhalt war das CDU-Ergebnis mit 21 Prozent der Zweitstimmen etwas besser.
CDU-Parteichef Armin Laschet war erst im vergangenen Januar zum Vorsitzenden gewählt worden. In den letzten Wochen legte er sein Amt als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens und als Landes-CDU-Chef nieder, um das Mandat des Bundestagsabgeordneten anzunehmen. Bis der neue Vorsitzende gewählt wird, bleibt Laschet jedoch vorübergehend im Amt.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала