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Französisches Wörterbuch nimmt geschlechtsneutrales Pronomen auf

© AFP 2021 / MYCHELE DANIAUWörterbücher des Verlags "Le Robert"
Wörterbücher des  Verlags Le Robert - SNA, 1920, 20.11.2021
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Das einsprachige französische Wörterbuch „Le Petit Robert“ hat ein geschlechtsneutrales Pronomen in seine digitale Ausgabe aufgenommen und bei einigen Politikern damit für Verärgerung gesorgt.
Das neue Pronomen für die dritte Person „iel“ oder „ielle“ stellt eine Kontraktion von „il“ (dt.: „er“) und „elle“ (dt.: „sie“) dar und kann auch im Plural gebraucht werden. Im nächsten Jahr soll es auch in die Druckausgabe von „Le Petit Robert“ aufgenommen werden. Das Wort werde verwendet, um sich auf eine Person jeden Geschlechts zu beziehen, heißt es im Wörterbuchartikel. Die Wortschöpfung werde „in der inklusiven Kommunikation“ verwendet.
Der Neologismus hielt bereits vor einigen Wochen Einzug ins Wörterbuch, stieß jedoch erst vor Kurzem eine rege Diskussion an.
„Le Petit Robert, ein Wörterbuch, von dem man dachte, es sei eine Standardausgabe, hat auf seine Website die Wörter ‚iel, ielle, iels, ielles‘ aufgenommen“, twitterte der Abgeordnete Francois Jolivet von der Partei La Republique en Marche des Präsidenten Emmanuel Macron.
Jovilet warf den Verfassern des Wörterbuchs vor, Anhänger des Wokismus zu sein, und kündigte an, die Académie française einzuschalten. Der Wokismus ist aus Sicht des Abgeordneten eine Sache, die „nichts mit Frankreich zu tun hat“. Die Academie Francaise stellt einen Expertenrat dar, der für die Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache zuständig ist.
Auch der Bildungsminister, Jean-Michel Blanquer, zeigte sich verärgert über den neuen Eintrag. Die inklusive Schreibweise sei nicht die Zukunft der französischen Sprache, schrieb er auf Twitter. Schulkinder sollten das Pronomen „iel“ nicht als gültigen Begriff verwenden, obwohl es im Wörterbuch Le Petit Robert enthalten ist, das seit Jahrzehnten als linguistische Autorität für Französisch gilt.

Immer öfter gebraucht

Der Sprecher der französischen Regierung, Gabriel Attal, erklärte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, die Regierung vertrete die Auffassung, die inklusive Schreibweise nicht in allen offiziellen Dokumenten zu verwenden.
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Der Generaldirektor des Verlags „Le Robert“, Charles Bimbenet, verteidigte die Aufnahme des geschlechtsneutralen Pronomens in die digitale Version des Wörterbuches: Zwar sei der Gebrauch des Wortes noch relativ gering, die Experten des Verlags hätten aber seit Monaten festgestellt, dass das Wort immer häufiger gebraucht werde, schilderte er in einer Erklärung, die auf der Webseite des Verlags am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Die Verfasser des Wörterbuchs hätten es für sinnvoll gehalten, die Bedeutung des Wortes zu präzisieren, weil sie nicht „transparent“ sei, unabhängig davon, ob ein Leser das Pronomen verwenden oder ablehnen möchte, so Bimbenet. Die Aufgabe von Le Robert bestehe darin, die Entwicklung der sich ändernden französischen Sprache zu beobachten und darüber zu berichten, argumentierte er.
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In seiner Erklärung betonte Bimbinet, dass die Mehrheit der Gesellschaft ihre Freude zum Ausdruck gebracht habe, dass das umstrittene Wort in einem Wörterbuch von „Le Robert“ aufgetaucht sei.
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