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Auch in der Zeit der Entfremdung will das Deutsch-Russische Forum in Russland weiter aktiv arbeiten

© SNA / Nikolaj JolkinDRF-Vorsitzender M.Platzeck (l.) und Chef der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer Matthias Schepp nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages
DRF-Vorsitzender M.Platzeck (l.) und Chef der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer Matthias Schepp nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages - SNA, 1920, 19.11.2021
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Nachdem der Petersburger Dialog stillgelegt wurde, ist das Deutsch-Russische Forum (DRF) laut seinem Vorstandsvorsitzenden, Matthias Platzeck, der einzige Verein, der große zivilgesellschaftliche Veranstaltungen in Deutschland und Russland durchführt. Deshalb komme auf ihn noch mehr Verantwortung zu, sagte Platzeck beim Mitgliedertreff in Moskau.
Der DRF-Vorstand ist der Überzeugung: „Wenn man überhaupt nicht mehr miteinander redet, werden auch unsere Verhältnisse nicht besser. Ich habe vorgeschlagen, dass wir gerade in der Zeit der angespannten politischen Beziehungen weiterarbeiten, sonst verlieren sich langsam Kontakte.“
Der frühere SPD-Chef fügt hinzu: „Wenn man sich gar nicht mehr trifft, wenn auch wir aufhören, dann sind die zivilgesellschaftlichen Beziehungen in zwei Jahren tot. Deshalb macht das Deutsch-Russische Forum weiter. Das hat nicht allen gefallen, aber die Mehrheit sagte auch, das war richtig so, weil irgendwo müssen wir ja uns noch begegnen können. Sonst hätten wir keine Städtepartnerkonferenz und keine Alumni-Konferenz gehabt. Und dann wäre gar nichts mehr passiert. Das wollten wir nicht. Wir müssen jetzt möglichst ein Stück aktiver sein als sonst.“
Auch das geschäftsführende Vorstandsmitglied Martin Hoffmann äußerte, dass das Deutsch-Russische Forum in dieser Situation das Richtige gemacht und nicht mit weniger Veranstaltungen geantwortet habe, sondern mit mehr. Es bleibe nach wie vor ein stabilisierender Faktor in den deutsch-russischen Beziehungen.
„Wir haben einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Petersburger Dialog, weil im Deutsch-Russischen Forum Menschen sind, die sich für Russland an entscheidenden multiplikatorischen Stellen engagieren.“
Das Deutsch-Russische Forum nutze diese Zeit, um sich neu aufzustellen, so Hoffmann weiter. „Wir haben ein Zukunftspapier entwickelt ,Russland neu denken‘, und arbeiten unter anderem auch daran, dass die jungen Leute zusammenkommen, dass es Alumni-Konferenzen gibt, dass es Young-Leader-Seminare gibt, wir arbeiten im Bereich der kommunalen Kontakte, in vielen Bereichen der Sprachförderung und in der Präsentation von politischen Konferenzen. Wir werden am 23. März unser nächstes Mitgliedertreffen in Berlin haben und mal schauen, wen wir da hoffentlich von der neuen Regierung dazubekommen können, sich konstruktiv zu äußern.“
© SNA / Nikolaj JolkinM.Platzeck (l.) und M.Hoffmann während des Mitgliedertreffens in Moskau
M.Platzeck (l.) und M.Hoffmann während des Mitgliedertreffens in Moskau - SNA, 1920, 19.11.2021
M.Platzeck (l.) und M.Hoffmann während des Mitgliedertreffens in Moskau
Hoffmann teilte mit, dass die Potsdamer Begegnungen, ein Diskussionsforum, das die kulturelle Verständigung zwischen Deutschland und Russland fördert, im Mai stattfinden. „Die Veranstaltung wird das Thema Klima, Umweltschutz, Ökologie, neue Technologien aufgreifen, zum anderen auch die allgemeine politische Situation deutlich machen.“
Platzeck ergänzt: „Uns geht es darum, ob wir gemeinsame Interessen- und Arbeitsfelder finden, die wir zusammen bearbeiten können und die uns helfen, wieder ein Stück Grundvertrauen aufzubauen, statt nur sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Zwei Themen werden uns begleiten, weil sie nicht innerhalb von nationalstaatlichen Grenzen zu lösen sind. Das sind der Klimawandel und die Gesundheitsvorsorge.“
Die Pandemie habe gezeigt, so der DRF-Vorsitzende, es nütze nicht mal was, wenn ein Land hundertprozentig durchgeimpft sei, ringsum alle aber ungeimpft seien. „Welchen Zirkus machen wir mit Anerkennung der Impfzertifikate, will ich gar nicht anfangen zu besprechen. Wenn man sie gegenseitig anerkennen würde, wäre man schon hundert Schritte weiter.“
Dass Russland den Stein des Weisen in der Bekämpfung der Pandemie nicht gefunden habe, liege für ihn auf der Hand. Deutschland habe ihn auch noch nicht. „Wir haben Gegenden Deutschlands, wo die Inzidenz mittlerweile bei 600–700 liegt und die ersten Krankenhäuser die Türen schließen, weil sie sagen, sie können keine Leute mehr aufnehmen. Wir hätten da viel miteinander zu tun, um vernünftige Strategien zu finden und das zu bewältigen.“
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„Das Zweite liegt auch auf der Hand“, so Platzeck weiter, wo er immense Potentiale der Zusammenarbeit sehe, nämlich: Klimawandel eindämmen. „Wir werden den nicht wegfegen, aber wir müssen mit ihm umgehen, wir müssen die Themen Wasserstoffwirtschaft, Elektromobilität, Energieversorgung neuer Art erörtern, alles das, wo die Zusammenarbeit zwischen Russen und Deutschen förmlich auf der Hand liegt, weil das Felder sind, die sich ganz schwer über den Atlantik hinweg bearbeiten lassen. Man braucht geographische Verbindung. Deshalb sollten wir diese Interessen auch erkennen, und das hat mir bei den Gesprächen jetzt in Moskau viel Mut gemacht.“
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