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Schwere Covid-Verläufe: Risiko-Genvariation entdeckt – Studie

© SNA / Ewgenij Bijatow / Zur BilddatenbankEntwicklung von Corona-Schnelltests im Forschungszentrum "Skolkowo"
Entwicklung von Corona-Schnelltests im Forschungszentrum Skolkowo  - SNA, 1920, 18.11.2021
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Für schwere Covid-19-Verläufe ist laut einer Studie aus Oxford auch eine Genvariante im Erbgut verantwortlich. Demnach sorgt eine Mutation für das Anspringen eines Gens, das wiederum die Viren-Abwehr der Atemwege herunterreguliert. Das Gen wäre ein mögliches Ziel für eine künftige Therapie.
Die einen erkranken schwer an Covid-19, die anderen merken es kaum. Statistiken zeigen, dass schwere Verläufe oftmals mit Vorerkrankungen oder dem Alter der Betroffenen zusammenhängen. Aber bereits früh in der Pandemie wurde festgestellt, dass verschiedene Ethnien unterschiedlich häufig schwer erkranken, insbesondere Menschen asiatischer Herkunft.
Ein genetischer Zusammenhang lag nahe und wurde auch bald durch Genomanalyse ermittelt. Es geht um eine Variation auf dem dritten Chromosom im Abschnitt „3p21.31“. Die entsprechende Stelle – ein Überbleibsel von Neandertaler-DNA – kommt bei 60 Prozent der Menschen aus Südasien, bei 15 Prozent der Europäer und bei zwei Prozent der Menschen aus Afrika oder der Karibik vor. Sie soll das Risiko für einen schweren Verlauf mit Atemversagen verdoppeln.

Genvariante aktiviert ein anderes Gen

Forscher von der Universität Oxford haben sich den Abschnitt näher angeschaut und festgestellt, dass das Problem nicht in einem anderen Protein liegt, das durch eine Genvariante produziert wird. Vielmehr wirkt die veränderte Stelle über Distanz als ein Genschalter für ein anderes Gen, „LZTFL1“, das durch sie aktiviert wird. Dieses Gen steht wiederum für ein Protein, das hemmend in die unspezifische Abwehr der Atemwege eingreift, die unabhängig vom Immunsystem dem Erreger das Eindringen in Körperzellen erschweren soll. Vereinfacht gesprochen: Die Variante sorgt indirekt dafür, dass ein Hemmstoff produziert wird, der die Atemwege davon abhält, dem Erreger das Leben schwer zu machen. Die Oxforder Studie wurde im Fachblatt Nature Genetics veröffentlicht.
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.11.2021
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Die Wirkung von Impfstoffen dürfte das Gen laut Forschern nicht beeinflussen, da es in die Abwehr durch Antikörper und T-Zellen nicht reinspielt. Außerdem eröffnet das Verständnis des Mechanismus auch Therapiemöglichkeiten, denn theoretisch könnte das Gen mit Medikamenten in Zellen wieder ausgeschaltet und die unspezifische Abwehr wieder zum Laufen gebracht werden.
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