Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„Alarmstufe dreimal Rot“: Ukrainischer Botschafter in Berlin warnt vor russischer Invasion

CC BY-SA 2.0 / Stephan Roehl / Wikimedia CommonsAndrej Melnyk (Archivbild)
Andrej Melnyk (Archivbild) - SNA, 1920, 17.11.2021
Abonnieren
Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, hat Deutschland im Hinblick auf die stationierten russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine vor dem wachsenden Risiko einer Invasion seitens Russlands gewarnt und zu „harten Signalen“ an den russischen Präsidenten, Wladimir Putin, aufgerufen – bestenfalls in Form von schärferen Sanktionen.
Hunderttausende Soldaten stünden, so Melnyk, momentan vor der Ostgrenze der Ukraine. Noch nie seit 2014, teilte er gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit, „als die Russen die Krim und Teile der Ostukraine mit Waffengewalt besetzt haben“, sei die Gefahr eines neuen, groß angelegten Einmarsches „akuter als dieser Tage“ gewesen.
Auch Berlin sollte „diese Bedrohung" viel ernster nehmen, mahnte er.
Die ukrainischen und westliche Nachrichtendienste hätten seit Tagen eine massive Verstärkung der russischen Truppenkonzentration beobachtet, erklärte Melnyk mit Verweis auf 114.000 russische Soldaten, die „vor der Ostgrenze der Ukraine und im besetzten Donbass“ stünden. Auf der „annektierten" Halbinsel Krim seien „rund 32.000 Kräfte stationiert, auch in Belarus sind es wohl mehrere Tausend“, sagte er weiter.
Der Grünen-Politiker und Sprecher für Sicherheitspolitik, Tobias Lindner, bestätigte auf Twitter das Treffen mit Melnyk und erklärte, dass „die Lage im ukrainisch-russischen Grenzgebiet und die dortigen russischen Truppenkonzentrationen“ im Mittelpunkt des Gesprächs gestanden hätten:

Putin „zum Nachdenken bringen“

Der ukrainische Botschafter bezeichnete als „beunruhigend“, dass das russische Militär nach den letzten großen Manövern im April und im Herbst schwere Waffen zurückgelassen habe. Darüber hinaus könnten „zusätzliche Truppen innerhalb weniger Tage für einen Angriff zurückbeordert werden“.
„Bei uns herrscht Alarmstufe dreimal Rot“, so Melnyk.
Im Namen seiner Regierung wandte sich der Botschafter an die Spitzen der Ampel-Parteien und bat sie, „harte Signale“ an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu senden. Durch diese solle ihm klar gemacht werden, „dass er mit seiner Destabilisierungstaktik und seinen Erpressungsversuchen – seien es Gaslieferungen, Migranten oder Truppenverlegungen – keinen Erfolg hat“, sagte der ukrainische Politiker.
Der russische Verteidigungsministers Sergej Schoigu  - SNA, 1920, 23.10.2021
Schoigu antwortet AKK: Sollte wohl wissen, wie Aufrufe zur Abschreckung Russlands für Europa endeten
Das Koalitionsabkommen müsse „viel schärfere Sanktionsforderungen“ wie etwa ein Embargo von russischen Öl- und Gasimporten beinhalten, forderte Melnyk.
Auch die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 „als Hauptwaffe des Kreml“ sollte „für immer gestoppt“ werden. „Das würde Putin zum Nachdenken bringen“.
Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hatte Tage zuvor Wladimir Putin vorgeworfen, die Migrationskrise an der belarussisch-polnischen Grenze zu organisieren und mit dem belarussischen Präsidenten, Alexander Lukaschenko, an einem Strang zu ziehen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала