Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Studie zu „Schule ohne Rassismus“ sieht Zivilgesellschaft unter Druck von rechts

CC BY-SA 4.0 / Majo19348 / Wikimedia Commons (cropped)Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (Archivbild)
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (Archivbild) - SNA, 1920, 17.11.2021
Abonnieren
Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird laut Studien verstärkt aus rechtspopulistischen Kreisen angegriffen. Dies sei eine Gefahr für das zivilgesellschaftliche Engagement.
Als erste Schule schloss sich das Dortmunder Immanuel-Kant-Gymnasium vor 26 Jahren dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an. Inzwischen sind es bundesweit mehr als 3500. Auf freiwilliger Basis beschäftigen sich diese Schulen regelmäßig mit dem Thema Rassismus. Nicht nur das Netzwerk, sondern auch die teilnehmenden Schulen selbst werden dafür immer wieder angegriffen. Die Attacken kommen inzwischen verstärkt aus AfD-Fraktionen, wie eine Studieder Fachhochschule Dortmund im Auftrag der Aktion Courage e.V. zeigt.

Permanentes negatives Markieren der „Courage-Schulen“

„AfD-Politikerinnen arbeiten sich regelmäßig an dem Netzwerk ab“, sagt Dierk Borstel, Sozialwissenschaftler an der FH Dortmund. Er führte im Auftrag von Aktion Courage e. V die Studie durch. Gemeinsam mit FH-Absolventin Jennifer Brückmann wertete er dafür unter anderem Anfragen und Anträge aus Parlamentsunterlagen aus. Ziel der AfD sei demnach: durch permanentes, negatives Markieren die „Courage-Schulen“ in der Öffentlichkeit zum Beispiel als „links indoktriniert“ zu verleumden sowie die finanzielle Grundlage des Netzwerks zu zerschlagen. Auch gegen Repräsentantinnen des Netzwerks werde in den Parlamenten, aber auch auf Social-Media-Kanälen persönlich diffamierend vorgegangen. Die Studie listet dafür zahlreiche Beispiele auf.
Carsten Stahl - SNA, 1920, 25.07.2021
„Wer sich an Kindern vergeht, bekommt es mit mir zu tun“: Stahl mit Klartext im SNA-Video-Interview
„Es werden an Schulen die Schilder von ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ mit Hakenkreuzen besprüht, Schülerinnen aus Aktiven-Gruppen auf dem Schulweg bedroht und in Parlamenten wird beantragt, die Finanzierung unserer Arbeit einzustellen“, berichtet Sanem Kleff, Direktorin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dabei versteht sich das Netzwerk selbst nicht als politischer Akteur, weder als „rechts“ noch „links“ stehend. „Das Projekt richtet sich gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit“, so die Direktorin. Dazu gehören neben Rassismus beispielsweise auch Antisemitismus, Homosexuellenfeindlichkeit und Sexismus. Die Schulen entschieden freiwillig über eine Teilnahme. In Dortmund gibt es inzwischen 49 Courage-Schulen, in NRW sind es 1034.

Gefahr für das zivilgesellschaftliche Engagement

„Im Umfang, in seiner Permanenz und im Aggressionsgehalt überwiegen die Angriffe von ‚rechts‘ im Vergleich zu allen anderen Druckfeldern“, resümiert Dierk Borstel. Er sieht darin auch eine Gefahr für das zivilgesellschaftliche Engagement. „Viele dieser Angriffe dienen der Einschüchterung“, so der Sozialwissenschaftler. Aktive Teilnehmende und Paten im Netzwerk sollen verunsichert werden. Dies führe mitunter zu einem vorauseilenden Rückzug und zu Passivität. Dies schade der gesellschaftlichen Debatte.
Alexanderplatz in Berlin  - SNA, 1920, 16.11.2021
Neun Fakten zur Toleranz in Deutschland
Die Studie mit dem Titel „Zivilgesellschaft unter Druck“ thematisiert nicht nur Angriffe von „rechts“, sondern auch Kritik und populistische Töne von „links“. Diese seien vor allem anlassbezogen, etwa wenn „Courage-Schulen“ zu ihren Diskussionsveranstaltungen auch AfD-Politikerinnen einladen würden, oder sich dem Thema Antisemitismus von links widmeten.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала