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Ivermectin gegen Corona? Österreicher nehmen Wurm-Mittel ein – und vergiften sich

© AFP 2021 / LUIS ROBAYODas Medikament Ivermectin
Das Medikament Ivermectin - SNA, 1920, 17.11.2021
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Zur Behandlung von Covid-19 besorgen sich in Österreich immer mehr Menschen das Medikament Ivermectin, ein Präparat gegen Parasiten. Vielerorts ist es bereits ausverkauft und es ist sogar zu Vergiftungsfällen gekommen. Angeblich sollen es vor allem Impfgegner sein, die bei einer Corona-Infektion auf das Medikament setzen.
Ivermectin wird vor allem in der Veterinärmedizin eingesetzt. Der Wirkstoff ist auch in der Humanmedizin zugelassen, allerdings für einen sehr engen Anwendungsbereich. Wissenschaftliche Beweise, dass das Mittel bei Covid-19 eine Wirksamkeit entfaltet, gibt es nicht. Auf der anderen Seite kann das Mittel bei falscher oder unbedachter Einnahme zu schweren Vergiftungen führen, warnen Gesundheitsbehörden.
Hintergrund für das Hype um das Mittel ist die falsche Annahme, dass das Anti-Wurmmittel einen schweren Verlauf von Covid-19 abmildern kann. Das hatte Anfang November unter anderem Herbert Kickl, der Chef der FPÖ, behauptet: Als Alternative zur Impfung, die für Kickl und viele seiner Anhänger nicht über alle Zweifel erhaben sei, empfahl der FPÖ-Politiker nämlich Ivermectin.
Kickl ist mittlerweile selbst am Coronavirus erkrankt, wie er am Montag auf seiner Facebook-Seite bekannt gab.
„Ich muss Euch leider mitteilen, dass ich heute von Seiten der Gesundheitsbehörde die Nachricht bekommen habe, dass ein PCR-Test, den ich gestern abgegeben habe, positiv ist“, schrieb er.

Selbst Hersteller rät von Nutzung ab

Wie die Oberösterreichische Apothekerkammer meldet, hat die Einnahme des Mittels tatsächlich bereits zu Vergiftungen im Land geführt.
„Viele Leute nehmen das Medikament völlig falsch ein“, sagte Kammer-Chef Thomas Veitschegger gegenüber dem Portal „OÖ Nachrichten“.
Die Menschen würden eine viel zu hohe Dosis einnehmen. Jene Dosierung nämlich, die eigentlich für Pferde gedacht sei.
„Ivermectin ist immer wieder ausverkauft, und das, obwohl es rezeptpflichtig ist“, betonte Veitschegger.
Oxford (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.06.2021
Trotz früherer Warnungen seitens Aufsichtsbehörden: Oxford testet Wurmmittel gegen Covid-19
Ivermectin kommt auch in der Schweiz seit Jahrzehnten in der Tier- und Humanmedizin zum Einsatz. Für eine Behandlung von Corona-Patienten ist es aber nicht zugelassen. Das Präparat erzielte einzig in Laborversuchen tatsächlich eine Reduktion der Viruskonzentration bei Zellen in Reagenzgläsern. Nur in Teilen von Indien, der Slowakei, Zimbabwe, Südafrika sowie einigen südamerikanischen Ländern ist Ivermectin für die Behandlung und Prävention von Corona-Erkrankungen zugelassen. Allerdings rät selbst die Herstellerfirma Merck davon ab, das Mittel gegen Corona zu verwenden
In Österreich sind die Corona-Fallzahlen aktuell sehr hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte zuletzt auf mehr als 950 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Kliniken sind am Rand der Belastungsgrenze
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